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Dennis Aogo und Jens Lehmann: "Es gab Morddrohungen"

Rassismus-Eklat  

Ex-Fußballer Aogo stellt Strafanzeige

13.05.2021, 17:49 Uhr
Dennis Aogo und Jens Lehmann: "Es gab Morddrohungen". Dennis Aogo: Er spielte viele Jahre in der Bundesliga, unter anderem für Schalke, Hamburg und den VfB Stuttgart. (Quelle: imago images/Michael Weber)

Dennis Aogo: Er spielte viele Jahre in der Bundesliga, unter anderem für Schalke, Hamburg und den VfB Stuttgart. (Quelle: Michael Weber/imago images)

Dennis Aogo hat sich ausführlich zu der von ihm veröffentlichten rassistischen Lehmann-Nachricht, seiner eigenen TV-Zukunft und den aufwühlenden, vergangenen Tagen geäußert. 

Der ehemalige Nationaltorwart Jens Lehmann sorgte mit seiner rassistischen WhatsApp-Nachricht ("Ist Dennis eigentlich euer Quotenschwarzer?"; Anm. d. Red.) an TV-Experte Dennis Aogo in den vergangenen Tagen für reichlich Gesprächsstoff. Als Reaktion auf sein Fehlverhalten entzog Lars Windhorst als Investor von Hertha BSC dem ehemaligen Torwart schließlich den Sitz im Aufsichtsrat des Bundesligisten. Die Sender Sky und Sport1 kündigten an, künftig auf Auftritte Lehmanns in ihren Sendungen zu verzichten.

Und auch Aogo lässt seitdem aufgrund einiger in der Vergangenheit liegender Äußerungen (Er benutzte unter anderem im Fernsehen die Formulierung "trainieren bis zum Vergasen"; Anm. d. Red.) sein Amt als TV-Experte bei Sky ruhen (Mehr dazu lesen Sie hier).

Zu diesen ereignisreichen letzten Tagen äußerte sich Aogo nun erneut, und gab dem "Spiegel" dazu ein ausführliches Interview. Er erklärte: "Es gab Morddrohungen und äußerst rassistische Beleidigungen gegen mich und meine Frau. Unterste Schublade. In einem Fall habe ich Strafanzeige erstattet." 

"Wo kommen wir denn da hin?"

Was genau er damit meint: Aogo wurde vorgeworfen, das N-Wort selbst benutzt zu haben – und zwar in Zusammenhang mit einer obszönen Geste. Aogo allerdings sagt, dass dieser Post "komplett erfunden war." Und weiter: "Wo kommen wir denn da hin, wenn man einfach irgendwas ins Internet schreiben kann, das dann tausendfach geteilt wird? Für die Behauptung gab es keine Grundlage, es war sogar ein Fake-Profil. Das ist eine Gefahr."

Der ehemalige Fußballer, der diese Lawine mit der Veröffentlichung der WhatsApp-Nachricht Lehmanns auf Instagram erst ins Rollen brachte, verriet zudem, dass er erstaunt darüber gewesen sei, dass Lehmann seinen Posten im Aufsichtsrat direkt verlor. "Es war mir bewusst, dass es zum Thema wird. Auch war mir klar, dass ich selbst dafür nicht nur Applaus bekommen würde. Dass Hertha ihn aber so schnell von allen Ämtern ausschließt, hätte ich nicht erwartet. Das empfinde ich auch in der Kürze der Zeit als Überreaktion", sagte Aogo.

Und weiter: "Zumindest würde ich mir wünschen, dass man in solchen Fällen in den Dialog geht und sich austauscht – und damit meine ich nicht, mal kurz dazu telefonieren, sondern dass sich jede Seite Zeit dafür nimmt, die jeweilige Angelegenheit objektiv und intensiv zu betrachten. Danach kann man ja immer noch darüber nachdenken, ob eine Zusammenarbeit noch möglich ist oder eben auch nicht. Aber von vornherein zu sagen, man wolle mit dem nichts mehr zu tun haben, finde ich nicht in Ordnung. Wie sagt man heute? Das ist Cancel Culture."

Verwendete Quellen:

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