Sie sind hier: Home > Sport > Fußball > Zweikampf der Woche >

Deutschlands Sieg gegen Armenien: Flick zieht seinen größten Trumpf

PRO & KONTRAKantersieg gegen Armenien  

Flick zieht seinen größten Trumpf

Von Robert Hiersemann und Florian Wichert

06.09.2021, 16:32 Uhr
Deutschlands Sieg gegen Armenien: Flick zieht seinen größten Trumpf. Hansi Flick: Der neue Bundestrainer hat seine ersten beiden Spiele mit der deutschen Nationalmannschaft gewonnen.  (Quelle: imago images/t-online)

Hansi Flick: Der neue Bundestrainer hat seine ersten beiden Spiele mit der deutschen Nationalmannschaft gewonnen. (Quelle: t-online/imago images)

Dieses Spiel lässt die zuletzt oft enttäuschten Fans hoffen. Beim 6:0 gegen Armenien zeigt sich erstmals der neue Flick-Fußball. Doch geht es so nun auch weiter?

"Oh wie ist das schön", schallte es von den Rängen, eine La-Ola-Welle schwappte durchs Stadion, Hansi Flick blickte zufrieden aufs Spielfeld. Mit dem 6:0-Erfolg gegen Armenien in der WM-Qualifikation am Sonntagabend weckte er als Bundestrainer neue Begeisterung in Deutschland.

Denn nur drei Tage nach dem zähen 2:0-Sieg gegen den krassen Außenseiter Liechtenstein nahm die deutsche Nationalmannschaft damit als neuer Tabellenführer Kurs auf die WM 2022. Besonders auffällig: Die deutschen Fußballer kämpften, spielten blitzschnelle Passstafetten und trafen dann auch noch zielsicher das gegnerische Tor. Selbst Sorgenkind Leroy Sané zeigte in Stuttgart eine Topleistung. Erstmals war der Flick-Fußball ganz eindeutig zu erkennen. 

Die deutsche Mannschaft hat jetzt den Gruppensieg und damit das Direktticket für die Endrunde in Katar selbst in der Hand. In Reykjavik trifft sie am kommenden Mittwoch (20.45 Uhr/RTL und im t-online-Liveticker) auf Island als ihren nächsten Gegner. Und man darf sich vorsichtig optimistisch die Frage stellen:

Stehen der Nationalmannschaft mit Hansi Flick nun rosige Zeiten bevor?

Robert Hiersemann

Head of Fußball und Sport

Pro

Ja, denn Flick zieht seinen größten Trumpf

Hansi Flick ist der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Denn er wird die Nationalmannschaft aus der sportlichen Krise führen.

Der größte Flick-Trumpf: Er weiß genau, wie man mit Profifußballern umgehen muss, um aus ihnen Topleistungen herauszuholen. Bestes Beispiel dafür ist Leroy Sané. Das bisherige Sorgenkind der Nationalmannschaft machte gegen Armenien ein tolles Spiel. Der 25-Jährige kämpfte, rannte und suchte den Abschluss. Das war ihm unter Jogi Löw nur selten gelungen.

Ein weiterer Punkt: Flick experimentiert mit neuen Fußballern, ohne dabei die erfahrenen Nationalspieler zu vergessen. Gleich mit seiner ersten Kadernominierung ist ihm eine spannende Mischung aus frischen und altgedienten Profis gelungen. BVB-Kapitän Marco Reus ist zu Recht wieder dabei und überzeugte gegen Armenien. Jungstar Karim Adeyemi wurde eingewechselt und erzielte prompt ein Tor. Jonas Hofmann spielte stark als Rechtsverteidiger und traf ebenfalls, und auch David Raum gab sein DFB-Debüt.

Dazu hält der Ex-Bayern-Trainer an seinem Rekordmeister-Block um Manuel Neuer, Leon Goretzka, Joshua Kimmich und Thomas Müller fest.

Flick ist auf einem guten Weg. Und deshalb dürfen deutsche Fußballfans auch endlich wieder auf eine erfolgreichere, sportliche Zukunft des DFB-Teams hoffen.

Florian Wichert

Stellvertretender Chefredakteur

Kontra

Nein, der Flick-Start täuscht über drei große Probleme hinweg

Zwei Siege, 8:0 Tore und die Tabellenführung in der WM-Quali-Gruppe: Der Start von Hansi Flick ist geglückt, täuscht allerdings über schwerwiegende Probleme hinweg. Das Stürmer-Problem: Es fehlt weiterhin ein echter Mittelstürmer und Knipser wie einst Miro Klose oder Mario Gomez. Der Debütant und Torschütze gegen Armenien, Karim Adeyemi, ist keiner. In der Bundesliga gibt es nur wenige Kandidaten, beispielsweise den Bielefelder Fabian Klos (33) oder Wolfsburgs Lukas Nmecha (22), und im Nachwuchs ist weit und breit keiner in Sicht.

Das Nachwuchs-Problem: U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz hat die Ausbildung in Deutschland mit den Worten "Wir sind so was von abgeschlagen" kommentiert, weil deutsche Jungstars zu wenig Spielpraxis auf Top-Niveau bekommen. Während junge Talente aus Frankreich oder England in ihren Klubs regelmäßig spielen, sitzen die deutschen bis auf Jamal Musiala, Karim Adeyemi und Florian Wirtz auf der Bank – wenn überhaupt.

Das Sané-Problem: Wenn es nicht läuft, wird das oft zu Unrecht komplett an Leroy Sané festgemacht. Fakt ist aber: Sané ist ein Beispiel für eine Reihe von Spielern, die endlich mal konstant und auch in großen DFB-Spielen gute Leistungen bringen müssen – von Timo Werner über Serge Gnabry bis Ilkay Gündogan.

Erst wenn alle drei Probleme gelöst sind, wird die Nationalelf wieder Titel holen. Und das kann dauern.

Wer hat recht?

Im "Zweikampf der Woche" kommentieren wöchentlich Florian Wichert (Stellvertretender Chefredakteur bei t-online) und Robert Hiersemann (Head of Fußball und Sport) aktuelle Fußballthemen.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Media Markttchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: