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So besiegte der Lehrling den Meister

Von Constantin Eckner

Aktualisiert am 30.05.2021Lesedauer: 2 Min.
Sieg in der K├Ânigsklasse: Mit nur einem Tor konnte sich der FC Chelsea zum Sieg schie├čen. (Quelle: t-online)
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Chelsea und Cheftrainer Thomas Tuchel gingen als leichte Au├čenseiter ins Champions-League-Finale. Aber die Londoner Mannschaft nimmt den Henkelpott nun mit nach Hause. F├╝r Tuchel ist es auch der Sieg ├╝ber sein gro├čes Vorbild.

Thomas Tuchel hat seine Bewunderung f├╝r Pep Guardiola schon h├Ąufig kundgetan. Als junger Bundesligatrainer las Tuchel jedes verf├╝gbare Buch ├╝ber den Katalanen. Er reiste sogar nach Barcelona, um sich Guardiolas Mannschaft live anzusehen. Tuchel kennt Guardiola folglich sehr genau.

Im Vorfeld des gestrigen Champions-League-Finales, in dem Tuchel mit Chelsea auf Manchester City und Guardiola traf, sagte der Deutsche voraus, welche taktischen Ma├čnahmen sein Gegen├╝ber vornehmen werde. Tuchel sprach etwa davon, dass Guardiola wohl Linksverteidiger Oleksandr Zinchenko ins Mittelfeld ziehen werde. Und genau so kam es auch. Guardiola positionierte Zinchenko nicht auf der linken Seite, sondern zwischen Fl├╝gel und Spielfeldzentrum. Gleichzeitig verzichtete er zugunsten einer zus├Ątzlichen Offensivkraft auf einen Abr├Ąumer vor der Abwehr. Das war der kleine Fehler, auf den Tuchel und seine Mannschaft hofften, um sich den Sieg zu erarbeiten.

Die Grundformationen: Manchester City setzte auf ein f├╝r das Team eher untypisches 4-2-3-1 ohne einen der Mittelfeldabr├Ąumer Rodri und Fernandinho.
Die Grundformationen: Manchester City setzte auf ein f├╝r das Team eher untypisches 4-2-3-1 ohne einen der Mittelfeldabr├Ąumer Rodri und Fernandinho. (Quelle: t-online/ Constantin Eckner)
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Pass zum Siegtor durch die Mitte: Ohne einen richtigen Mittelfeldanker konnte City die zentralen Defensivr├Ąume nur unzureichend schlie├čen. Timo Werner sowie die zwei Halbspieler hinter ihm, Mason Mount und Kai Havertz, kamen in der ersten Halbzeit immer wieder in gef├Ąhrlichen Zonen an den Ball. Auch der Siegtreffer war m├Âglich, weil bei City ein Loch in der Mitte klaffte. Im Vorlauf zum Tor durch Havertz konnte sich Mount aus der Deckung befreien.

Havertz startete von der rechten Seite und entledigte sich Zinchenkos, w├Ąhrend Werner nach links sprintete und die Innenverteidigung von City auseinanderzog. Der Pass von Mount auf Havertz ging direkt durch die Mitte des Spielfeldes. Das 1:0 des deutschen Nationalspielers sollte auch das entscheidende Tor sein. Manchester fehlte ein Kant├ę. Denn City fand weder vor noch nach dem Treffer wirklich ins Spiel.

Tuchels Schachzug zeigt deutliche Wirkung

Ein weiterer Tuchel-Schachzug, der deutliche Wirkung zeigte, war das aggressive Vorgehen der Verteidiger. Besonders Antonio R├╝diger und C├ęsar Azpilicueta r├╝ckten immer wieder tempor├Ąr von der letzten Linie nach vorn und attackierten Offensivspieler von City. Damit war der Vorteil des zus├Ątzlichen Angreifers, den Guardiola aufbot, dahin.

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Nat├╝rlich wirkte das Team aus Manchester in der zweiten Halbzeit angesichts des R├╝ckstands druckvoller, aber in dieser Phase kam dann Chelsea zugute, dass gerade mit Mittelfeldakteur NÔÇÖGolo Kant├ę einer da war, der jede L├╝cke zulief und die P├Ąsse des Gegners abfing. Genau solch ein Anker im Spielfeldzentrum fehlte City. Tuchel hatte schlichtweg die besseren L├Âsungen in diesem Endspiel.

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