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Rote Fahnen am Olympiastadion: Union feiert den Machtwechsel

Von dpa
Aktualisiert am 25.08.2021Lesedauer: 2 Min.
Rote Fahnen am Olympiastadion: Der 1.
Rote Fahnen am Olympiastadion: Der 1. FC Union Berlin nutzt die Heimst├Ątte von Hertha BSC. (Quelle: Matthias Koch/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Als w├Ąre f├╝r Hertha BSC als Bundesliga-Schlusslicht nicht alles schon schlimm genug. Jetzt wehen auf dem Olympiastadion auch noch rote Fahnen.

Lokalrivale 1. FC Union Berlin hat es sich f├╝r das selbst ausgerufene "Sch(l)├╝sselspiel" in der Conference League erstmal in der riesigen Heimspiel-Arena des chronisch erfolglosen Big City Clubs bequem gemacht. "Es geht los...", verk├╝ndeten die Eisernen in einem Online-Clip und zeigten ihr im Sonnenschein wehendes Banner.

Vor dem Playoff-R├╝ckspiel gegen Kuopio PS am Donnerstag (20.15 Uhr/RTL Nitro) versuchte der ewig mahnende Trainer Urs Fischer trotz des 4:0-Sieges vor einer Woche in Helsinki den Zeigefinger aus sportlicher Sorge noch einmal zu heben. "Die Ausgangslage ist verlockend", sagte Fischer, dennoch werde man das Spiel "wie ein 0:0 angehen. Es gilt, den Fokus hinzubekommen", sagte Fischer. Spannender sind die feinen Spitzen, die vor dem Gastauftritt der K├Âpenicker im Westen der Hauptstadt die Berliner Fu├čball-Seele besch├Ąftigen.

"Schauplatz f├╝r die R├╝ckkehr der Eisernen auf die internationale Fu├čball-B├╝hne in Berlin ist das st├Ądtische Olympiastadion, und nat├╝rlich wird das leuchtende Union-Rot dort die dominierende Farbe sein", verk├╝ndete man und lieferte als Beweis die Bilder von Umbauarbeiten im Spielertunnel gleich mit. Leuchtendes Union-Rot, ├╝berall. Das Hertha-Blau kommt gerade ziemlich matt daher.

Union-Fahne auf Hertha-Wohnzimmer

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Die Union-Fahnen auf dem Dach der Arena habe er "schon vom Weiten gesehen", sagte Verteidiger Marvin Friedrich. "Da musste ich leicht schmunzeln, das sieht nicht so schlecht aus."

Bei der Hertha will man das Spiel irgendwie verdr├Ąngen. "Es ist ein bisschen ein komisches Gef├╝hl. Aber wir dr├╝cken die Daumen. Sollen sie erfolgreich sein und von mir aus bis zum Finale das Stadion nutzen", sagte Pal Dardai ein wenig trotzig. Der Chefcoach der Hertha mag grunds├Ątzlich keine Sentimentalit├Ąten. Die gro├če Rivalit├Ąt werde ohnehin nur von au├čen aufgebauscht, meinte er.

Den innerhalb von zwei Jahren rapide vollzogenen Machtwechsel im Berliner Fu├čball kann aber auch Dardai nicht ├╝bersehen. Union hat die mit 375 Millionen Euro Investoren-Geld alimentierte Hertha als Nummer eins sportlich abgel├Âst und spielt, wenn auch nur im drittrangigen Europacup - da, wo die Hertha sehns├╝chtig hin will: International.

Eisernes Volksfest im Olympiastadion

"Union spielt international", dieser Schriftzug prangt auf den nat├╝rlich knallroten T-Shirts, die am Donnerstag an die Fans in der eigentlich ungeliebten Riesen-Arena am anderen Ende der Stadt verteilt werden. Mit mehr als 20.000 Besuchern toppt Union definitiv die Marke der Hertha beim ersten Saisonheimspiel am Samstag gegen den VfL Wolfsburg (1:2), als nur 18.241 Zuschauer kamen. Es wird ein eisernes Volksfest im Olympiastadion.

Mit keiner Silbe wird bei Union die Hertha genannt. Unerw├Ąhnt bleibt auch, dass man quasi nur zur Untermiete spielt, weil das eigene Stadion den UEFA-Kriterien nicht entspricht. Es fehlt an Sitzpl├Ątzen. Fast logisch, dass dieser Makel das Tor ├Âffnet f├╝r eine s├╝ffisante Retourkutsche. "Wenn die Not haben, sollen sie es nutzen, aber den Rasen bitte nicht kaputt machen", befahl Dardai. Fischers verbaler Konter: "Ich hoffe, der Rasen ist in einem guten Zustand. Wir werden ihn sicherlich bearbeiten."

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