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Nach Erdogan: Ärger für Mesut Özil wegen Foto mit Politiker Todenhöfer

Erdogan-Sympathisant  

Özil wirbt für "Deutschlands mutigsten Politiker"

18.09.2021, 14:04 Uhr | law, dpa

Nach Erdogan: Ärger für Mesut Özil wegen Foto mit Politiker Todenhöfer. Mesut Özil: Der frühere DFB-Nationalspieler hat Jürgen Todenhöfer seine Stimme bei der Bundestagswahl zugesagt. (Quelle: imago images/Sven Simon)

Mesut Özil: Der frühere DFB-Nationalspieler hat Jürgen Todenhöfer seine Stimme bei der Bundestagswahl zugesagt. (Quelle: Sven Simon/imago images)

Mesut Özil hat seine Stimme bei der Bundestagswahl einer Kleinst-Partei zugesagt. Das erklärte der Weltmeister von 2014 in einem Posting, das ihn mit dem umstrittenen Vorsitzenden zeigt.

Mesut Özil macht wieder mit Wahlkampfhilfe von sich reden. Er werde am 26. September die Partei Team Todenhöfer des früheren CDU-Politikers Jürgen Todenhöfer wählen. Özil postete bei Twitter ein gemeinsames Foto mit dem 80-Jährigen und schrieb von einem "Treffen mit Deutschlands mutigstem Politiker".

Der in Gelsenkirchen geborene Özil bekennt sich damit zu einem Unterstützer des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, nachdem er selbst als Erdogan-Anhänger eine große Debatte ausgelöst hatte. Der 92-malige Nationalspieler Özil war nach Querelen um ein umstrittenes Foto mit Erdogan und dem folgenden Vorrunden-Aus bei der WM 2018 aus der DFB-Auswahl zurückgetreten. 

Gemeinsames Buch geplant

In dieser schweren Zeit habe Todenhöfer ihn unterstützt, so Özil. "Nun stehe ich hinter ihm", fügte der Weltmeister von 2014 hinzu. Er ist in Deutschland, weil sein neuer Verein Fenerbahce Istanbul am Donnerstag in der Euro League bei Eintracht Frankfurt spielte (1:1). 

Todenhöfer reagierte kurz nach dem Tweet und schrieb, er und Özil würden auch ein gemeinsames Buch planen. "Es wird eine Überraschung." Der Publizist gehörte als Christdemokrat von 1972 bis 1990 dem Bundestag an, war aber im vergangenen Jahr aus der CDU ausgetreten.

Todenhöfer hat in der Vergangenheit unter anderem in einem später gelöschten Posting  den türkischen Genozid an den Armeniern in Frage gestellt und sich mehrfach für die Politik von Erdogan stark gemacht. Unter anderem FDP-Chef Christian Lindner bezeichnete ihn als "völlig abgedreht und orientierungslos", der CDU-Politiker Roderich Kiesewetter sagte, Todenhöfer habe jeglichen "Realitätsbezug" verloren.

Gaza "weltgrößtes KZ" genannt

Der Bestseller-Autor mit fast 700.000 Abonnenten auf Facebook hat auch sehr einseitig im Israel-Konflikt Stellung bezogen Die "Jüdische Allgemeine" nannte ihn einen "Israel-Hasser", nachdem er unter anderem Gaza als "weltgrößtes Konzentrationslager" bezeichnet hatte. Wegen des nach seiner Auffassung "maßlosen Kriegs" des Westens gegen den Terror ist er zum scharfen USA-Kritiker geworden. Er selbst sieht sich vor allem als Friedensaktivist. 

Die von Todenhöfer im November 2020 gegründete Partei tritt am 26. September 2021 erstmals zur Bundestagswahl und zu den Wahlen der Länderparlamente in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin an. Auf der Webseite rechnet sich die Partei bis zu neun Prozent aus. In Umfragen ist "TeamTodenhöfer" aber nicht sichtbar. Man sei als junge Partei zu wenig bekannt. Zumindest das ändert sich durch Özil ein wenig.

Verwendete Quellen:

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