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Ein Jahr Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg

Von dpa
Aktualisiert am 29.11.2019Lesedauer: 2 Min.
Trainiert seit einem Jahr die deutschen Fußball-Frauen: Martina Voss-Tecklenburg.
Trainiert seit einem Jahr die deutschen Fußball-Frauen: Martina Voss-Tecklenburg. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - WM-Aus im Viertelfinale, Olympia verpasst - aber souverÀner Start in die EM-Qualifikation und Prestigesieg gegen England im Wembley-Stadion: Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat ein intensives und abwechslungsreiches 2019 hinter sich.

Am 30. November ist es genau ein Jahr her, dass Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt vorgestellt wurde. Ein Blick auf ihre bisherige Amtszeit - und auf Anspruch, Wirklichkeit und Zukunftsaussichten.

KONKRETE ZIELE: Am 30. November 2018 wollte Voss-Tecklenburg kein konkretes Ziel fĂŒr die WM 2019 in Frankreich ausgeben, sagte aber: "Ich möchte Titel gewinnen, ich war noch nie Weltmeisterin. Das Ziel ist natĂŒrlich die Olympia-Qualifikation. Dann werden wir sehen, wo wir mit dieser Mannschaft hingehen können." Die Olympia-Qualifikation wurde durch das Aus im Viertelfinale gegen Schweden verpasst. "Das tat schon weh. Auch im Urlaub hat mich das noch beschĂ€ftigt", sagte Voss-Tecklenburg dem Fachmagazin "Kicker" in einem Interview.

SPORTLICHE ENTWICKLUNG: Das frĂŒhe WM-Scheitern war eine große EnttĂ€uschung. Voss-Tecklenburg hat lange gebraucht, um dies zu verarbeiten, anschließend aber schonungslos und offen analysiert. Der Start in die EM-Quali verlief makellos mit zwölf Punkten aus vier Spielen und 31:0 Toren. An der Teilnahme an der Europameisterschaft 2021 in England dĂŒrften keinerlei Zweifel bestehen.

SPIELERISCHE ENTWICKLUNG: "Ich spiele sehr gerne offensiv und glaube auch, dass es darum geht, im Tempo zu bleiben, tiefe RĂ€ume zu bearbeiten und attraktiven Fußball zu spielen. Meine Spielerinnen dĂŒrfen und mĂŒssen agieren, sollen ins Eins-gegen-Eins gehen und sich selbstbewusst darstellen. Wir haben viele junge Spielerinnen, die spannend sind", sagte Voss-Tecklenburg vor einem Jahr.

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Die Gegner in der EM-Quali (5:0 gegen Griechenland, 10:0 gegen Montenegro und zweimal 8:0 gegen die Ukraine) waren kein Maßstab. Gegen England Anfang November vor mehr als 77 000 Zuschauern in Wembley ĂŒberzeugten die DFB-Frauen aber tatsĂ€chlich mit Tempo und Torgefahr. Spielerinnen wie Giula Gwinn (20/FC Bayern), Lena Oberdorf (17/SGS Essen), Lena Lattwein (19/TSG Hoffenheim) oder Sophia Kleinherne (19/1. FFC Frankfurt) gehört die Zukunft.

FÜHRUNGSSTIL: "Ich gehe vertrauensvoll mit den Spielerinnen um und komme ĂŒber Kommunikation. Ich möchte den Spielerinnen Selbstbewusstsein geben, indem ich ihnen vertraue, aber auch aufzeige, woran sie arbeiten mĂŒssen", sagte Voss-Tecklenburg. Nach der WM musste sie jedoch atmosphĂ€rische Probleme wĂ€hrend des Turniers einrĂ€umen. "Wir haben permanent die Kommunikation eingefordert", sagte die Bundestrainerin bei einer Analyse Ende August. Das Prinzip der offenen TĂŒr habe aber "vielleicht nur bedingt funktioniert".

GESELLSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG: "Der Frauenfußball ist nun auf einer Ebene, wo er wahrgenommen wird", sagte Voss-Tecklenburg. FĂŒr England trifft dies zu, dort erlebt der Frauenfußball einen Boom. Clubs wie Manchester City oder der FC Arsenal investieren Millionen in ihre Frauen-Teams. Die Frauen-Bundesliga dagegen kann von fĂŒnfstelligen Zuschauerzahlen aktuell nur trĂ€umen. Auch die Kulissen bei LĂ€nderspielen sind eher enttĂ€uschend. FĂŒr 2020 wĂŒnscht sich die Bundestrainerin ein "Highlight-Spiel" vor mehr als 20 000 Zuschauern.

FAZIT: "Ich finde, es war ein super-spannendes, intensives, facettenreiches und lehrreiches Jahr fĂŒr mich persönlich", sagte die 51-JĂ€hrige gerade dem "Kicker". "Die Bilanz fĂ€llt insgesamt positiv aus, obwohl wir uns nicht fĂŒr Olympia 2020 qualifiziert haben."

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