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Frauen-WM: Da zeigte sie den stummen Mittelfinger


Da zeigte sie den stummen Mittelfinger


Aktualisiert am 16.08.2023Lesedauer: 3 Min.
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Mackenzie Arnold: Die Torhüterin erlebte ein dramatisches ElfmeterschießenVergrößern des Bildes
Mackenzie Arnold: Die Torhüterin erlebte ein dramatisches Elfmeterschießen. (Quelle: IMAGO/Kim Price)

Zum ersten Mal in seiner Geschichte steht Australien in einem WM-Halbfinale. Nun träumen die "Matildas" davon, sich unsterblich zu machen.

Aus Sydney berichtet Noah Platschko

Exakt 19 Minuten und drei Sekunden lagen zwischen der ersten und der letzten Schützin, zwischen Selma Bachas Fehlschuss und Cortnee Vines Treffer ins Glück. Insgesamt 20 Spielerinnen waren beim epischen Elfmeterschießen zwischen Frankreich und Australien angetreten, darunter auch die Keeperin der Gastgeber.

Und als hätte diese Schlacht aus elf Metern nicht schon genug Drama geboten, schaltete sich bei einem Abschluss der Französinnen auch noch der Videoschiedsrichter ein, hatte sich Australiens Torhüterin Mackenzie Arnold doch zu früh von der Linie bewegt.

Video | “Der typische Deutsche spricht sechs Sprachen”
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Quelle: t-online

Arnold zeigt den stummen Mittelfinger

Im Fußball der Moderne ist man auch in den magischen Momenten eines Elfmeterschießens nicht vor der nächsten Regelpointe gefeit. Umso beeindruckender, wie Arnold dem zweifelsohne berichtigten Einwand des VAR nur wenige Sekunden später den stummen Mittelfinger zeigte, indem sie auch den wiederholten Elfmeter Kenza Dalis entschärfte.

Doch der Dramatik des historischen Viertelfinals war damit noch nicht Genüge getan, sodass mit Clare Hunt und Vicki Becho zwei weitere Schützinnen scheitern mussten, ehe Australiens Vine dem Spektakel ein Ende setzte. Dem längsten Elfmeterschießen, das es bei einer Weltmeisterschaft, Männer und Frauen eingeschlossen, jemals gegeben hat.

Zum ersten Mal in seiner Geschichte steht Australien im Halbfinale einer WM. Egal ob im Brisbaner Suncorp Stadium, übrigens der Ort des historischen Scheiterns der Deutschen, beim Public Viewing, auf den Fanfesten oder vor den TV-Geräten – der Jubel kannte keine Grenzen. Und lässt die "Matildas", die sich auch im Halbfinale der Unterstützung ihrer Fans gewiss sein können, nun auch von mehr träumen.

Trainer wendet sich ans TV-Publikum

Ob auch am Mittwoch neue Rekordquoten erzielt werden können? Mehr als vier Millionen Menschen verfolgten das packende Duell mit den Französinnen. Damit erreichte das Team von Trainer Tony Gustavsson das größte TV-Publikum in diesem Jahr – und erzielte gleichzeitig die beste Quote für ein Sportevent im vergangenen Jahrzehnt. Der charismatische Coach der Halbfinalistinnen hatte nur wenige Minuten nach dem großen Sieg eine Botschaft an die Fans seiner Mannschaft.

"Ich bin so unglaublich stolz auf meine Mannschaft. Den Mut, den sie gezeigt haben, war unglaublich. Ich habe schon Medaillen gewonnen in meiner Karriere. Aber ich habe meinen Spielerinnen gesagt, dass es nicht um die Medaille um euren Hals geht, sondern um das Herz, das dahinter schlägt. Das Herz, das in diesem Team und diesem Land schlägt, ist unfassbar", ließ Gustavsson nach Abpfiff seinen Emotionen freien Lauf, ehe er die vierte Wand durchbrach und sich direkt an das Publikum vor den Bildschirmen wandte.

"Thank you", rief er mit gläsernen Augen den Menschen zu. "Danke, dass ihr unser Team supportet. Danke, dass ihr an sie glaubt. Ihr seid ein Teil dieses Sieges. Wir sind ein enger Kreis in unserer Mannschaft, aber jeder von euch, jeder in diesem Land war heute Abend Teil dieses Teams. Danke für eure Unterstützung."

Auf die setzt das ganze australische Team dann auch gegen England, wenn es den vorletzten Schritt auf dem Weg zu etwas ganz Großem schaffen will: dem Gewinn der Weltmeisterschaft. Angesprochen auf die Favoritenlage zeigte sich Gustavsson am Dienstag entspannt. "Ich überlasse es euch, darüber zu spekulieren", antwortete er gelassen. "England hat Top-Spielerinnen in allen Ligen in der Welt. Wenn man dann auch noch auf die finanziellen Ressourcen guckt, dann sind sie der klare Favorit. Aber wir haben den Glauben an uns – und den massiven Support unserer Fans.“

Fest steht jetzt schon, dass entweder er oder seine Kontrahentin, Englands Trainerin Sarina Wiegman, die große Möglichkeit haben, Geschichte zu schreiben. Denn noch nie zuvor ist es einem ausländischen Trainer gelungen, mit einem anderen Land eine WM zu gewinnen – Männer eingeschlossen.

"Alles, was es braucht, ist ein bestimmter Moment", bilanzierte der Coach auf der Pressekonferenz im rappelvollen Saal des Sydneyer Accor Stadiums. Der Glaube, dass es genau zu diesem Moment kommen wird, scheint bei ihm größer zu sein als je zuvor.

Verwendete Quellen
  • Eigene Beobachtungen
  • Aussagen von Tony Gustavsson auf der Pressekonferenz
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