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WM 1970: Zwei Jahrhundert-Spiele und der Glutofen von Leon


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Zwei Jahrhundert-Spiele und der Glutofen von Leon

Von sid
Aktualisiert am 06.06.2018Lesedauer: 3 Min.
Giancarlo de Sisti (li., Italien) am Ball gegen Jürgen Grabowski.
Giancarlo de Sisti (li., Italien) am Ball gegen Jürgen Grabowski. (Quelle: imago-images-bilder)
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Deutschland spielte auch bei der WM 1970 eine dominierende Rolle. Zwar verpasste die DFB-Auswahl diesmal das Endspiel knapp, doch die Elf von Bundestrainer Helmut Schön lieferte begeisternde Spiele in der Höhe von Mexiko ab.

Zum zweiten Mal innerhalb von nur zwei Jahren war Mexiko 1970 bei der Fußball-WM nach den Olympischen Spielen 1968 der sportliche Nabel der Welt: Beim ersten Großereignis sprach alle Welt damals vom Jahrhundert-Sprung des US-Amerikaners Bob Beamon, dessen 8,90 Meter im Weitsprung 23 Jahre lang als Weltrekord Bestand hatten.

Die Fußball-WM im Land der Azteken hatte den besonderen Vorzug, gleich zweimal innerhalb von drei Tagen ein Spiel des Jahrhunderts zu präsentieren. Beide Male war Deutschland maßgeblich beteiligt: beim 3:2 gegen England im Viertelfinale und beim 3:4 gegen Italien in der Vorschlussrunde. Beide Spiele wurden bei großer Hitze erst in der Verlängerung entschieden.

Jeder Schritt forderte Ströme von Schweiß

Dann noch das 1:0 gegen Uruguay – der dritte Platz. "Bomber" Gerd Müller wurde mit 10 Toren WM-Torschützenkönig. Auch vielgereiste Größen wie Uwe Seeler oder Franz Beckenbauer erinnern sich noch über vier Jahrzehnte später an das "Paradies von Comanjilla". 25 Kilometer vom Vorrunden-Spielort Leon entfernt wirkte das Balneario mitten in trostloser Dürre auf die Deutschen wie eine Fata Morgana.

Infernalisch war die Hitze, jeder Schritt forderte Ströme von Schweiß. Kamen die Spieler vom Training auf dem nahen Golfplatz, sahen sie aus, als seien sie gerade pitschnass aus dem himmelblauen Thermalschwimmbad gestiegen, das ihnen allerdings streng verboten war.

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Ein "Oldie" wie Karl-Heinz Schnellinger stöhnte schon morgens beim Frühstück hinter vorgehaltener Hand: "Und ich Esel wollte unbedingt zu meiner vierten WM nach Mexiko ..." Der Betonkessel des Stadions von Leon glich einem Glutofen mit über 50 Grad Celsius.

Im Viertelfinale sah Weltmeister England, mit 2:0 in Führung, wie der sichere Sieger aus. Revanche für Wembley 1966 – keine Spur davon. Dann aber Beckenbauers Solo mit dem Anschlusstreffer. Plötzlich brachen die Dämme. England wankte – und fiel. Seelers Hinterkopf-Tor zum 2:2 ging in die Fußball-Geschichte ein. Gerd Müllers unvergleichlicher Torinstinkt ließ noch den Sieg folgen – in der 108. Minute.

Auch Italien wird zum Jahrhundert-Spiel

Abends in Comanjilla sah Helmut Schön bewusst zur Seite: Reihenweise hockten seine Spieler an Bar, trösteten die ausgedörrten Kehlen mit kühlem Bier. Geschadet kann es nicht haben: nur drei Tage später – und dazu noch nach dem Quartierwechsel ins 500 km entfernte Mexiko-Stadt – folgte nämlich das nächste Spiel des Jahrhunderts.

Diesmal im Azteken-Stadion der mexikanischen Hauptstadt gegen Italien. Der einheimische Referee japanischer Abstammung hatte nach 92 Minuten schon die Pfeife zum Schlusspfiff im Mund, da gelang Schnellinger, ausgerechnet dem "Italiener", noch der Ausgleich zum 1:1 – wieder Verlängerung.

Diese halbe Stunde wurde zum Superkrimi. Fünf Tore fielen noch! Die Führung wechselte von Minute zu Minute. Dann die Schrecksekunde: Beckenbauer fiel um, wurde lange behandelt, der rechte Arm musste fest an den Körper bandagiert werden. Der "Kaiser", der einen Muskelriss in der Schulter erlitten hatte, spielte zwar weiter, war jedoch stark gehandikapt. Gianni Rivera machte schließlich Italien zum glücklichen Sieger.

Ganz zum Schluss aber hieß der neue Weltmeister doch Brasilien. Im Endspiel im Azteken-Stadion wurde die Squadra Azzurra mit 4:1 bezwungen. Pele wurde mit dem dritten WM-Titel für die Ballzauberer endgültig zur brasilianischen Fußball-Ikone.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur sid
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