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Mannheim gegen Uerdingen: Pyro und Polizei bei Relegationsspiel

Eklat in Regionalliga  

Spielabbruch! Pyro und Polizei bei Mannheim gegen Uerdingen

28.05.2018, 11:32 Uhr | sid, dpa, t-online.de

Mannheim gegen Uerdingen: Pyro und Polizei bei Relegationsspiel. Die Kontrolle verloren: Mannheimer Anhänger zünden Pyrotechnik während der Partie gegen Uerdingen. (Quelle: imago images)

Die Kontrolle verloren: Mannheimer Anhänger zünden Pyrotechnik während der Partie gegen Uerdingen. (Quelle: imago images)

Es sollte das Rückspiel in der Relegation werden und endete im Chaos. Am Ende musste auch die Polizei einschreiten – weil auf den Rängen die Lage eskalierte.

Das Rückspiel in den Play-offs um den Aufstieg in die 3. Liga zwischen Waldhof Mannheim und dem KFC Uerdingen endete mit einem Skandal. Die Begegnung beim Fußball-Regionalligisten musste am Sonntag aufgrund von massiven Ausschreitungen in der 82. Minute beim Stand von 1:2 (1:2) abgebrochen werden. Nach dem 0:1 im Hinspiel war damit der bittere Hattrick für Mannheim perfekt – Waldhof hat zum dritten Mal in Folge den Aufstieg in der Relegation verpasst.

Die 24.000 Zuschauer im ausverkauften Carl-Benz-Stadion sahen von Beginn an eine hitzige Partie. Schiedsrichter Patrick Ittrich (Hamburg) hatte alle Hände voll zu tun. Nach den Toren zum zwischenzeitlichen 1:1 kam es zu ersten Ausschreitungen auf den Rängen. Ittrich musste die Partie für einige Minuten unterbrechen. Polizisten marschierten auf und beruhigten die Lage.

Via Twitter forderte die Polizei die Fans auf, friedlich zu bleiben. Das half nichts. In der 82. Minute musste Ittrich das Spiel erneut unterbrechen, da vermummte Waldhof-Anhänger massiv Pyrotechnik einsetzten. Die Unterbrechung dauerte zunächst 20 Minuten. Als die Mannschaften wieder aus der Kabine kamen, wurden erneut Feuerwerkskörper abgeschossen. Ittrich entschloss sich daraufhin zum Abbruch. Laut SWR-Informationen soll es Verletzte gegeben haben, den Mannheimern drohen schwere Strafen.

Polizeieinsatz auf der Tribüne: Die Partie zwischen Mannheim und Uerdingen wurde zum Skandalspiel. (Quelle: imago images)Polizeieinsatz auf der Tribüne: Die Partie zwischen Mannheim und Uerdingen wurde zum Skandalspiel. (Quelle: imago images)

"Das sind Dinge, die man in einem Stadion nicht sehen will"

"Bei mir herrscht großes Unverständnis, das ist nicht zu entschuldigen", sagte der Mannheimer Trainer Bernhard Trares: "Für solche sogenannten Fans kann man kein Verständnis haben. Man muss im Sport immer ein fairer Verlierer sein." Auch SVW-Geschäftsführer Markus Kompp zeigte sich von den Geschehnissen betroffen: "Das sind Dinge, die man in einem Fußballstadion nicht sehen will."

Die Mannheimer, die zwischen 1983 und 1990 der Bundesliga angehörten, waren 2003 aus der 2. Liga abgestiegen. Da der Klub damals keine Lizenz für die Regionalliga erhielt, wurde er in die Oberliga durchgereicht. Seitdem versuchen die Mannheimer vergeblich, zumindest in die 3. Liga aufzusteigen.

Connor Krempicki (29.) und Tanju Öztürk (39.) trafen für den KFC. Patrick Mayer (32.) war für den Waldhof erfolgreich. Im Gegensatz zu Mannheim kann der einmalige DFB-Pokalsieger (1985) und Europacup-Halbfinalist (1986) aus Uerdingen, für den es nach dem Bundesliga-Abstieg 1996 zwischenzeitlich bis in die 6. Liga nach unten ging, wieder von besseren Zeiten träumen.

Auch 1860 und Cottbus feiern Aufstieg

Sascha Mölders und Joker Simon Seferings schossen 1860 München in die 3. Liga. Nach seinem Doppelpack beim 3:2 im Hinspiel gegen Saarbrücken rettete Mölders die "Löwen" auch im Heimspiel. Der 33-Jährige verwandelte in der 66. Minute einen Foulelfmeter zum 1:2. Seferings machte dann Sekunden nach seiner Einwechslung alles klar (83.).

Zuvor hatten die Münchner nach einem 0:2 schon vor dem Aus in den Aufstiegs-Playoffs gestanden. Vor rund 12.500 Zuschauern im ausverkauften Grünwalder Stadion brachte ein Eigentor von Jan Mauersberger (33.) 1860 in Rückstand. Nach der Pause ließ Sebastian Jacob die Gäste ein weiteres Mal jubeln (58.).

Cottbus: 28 Siege in 34 Spielen

Energie Cottbus feierte nach zwei Jahren in der Regionalliga die ersehnte Rückkehr. Vor 20 056 Zuschauern im Stadion der Freundschaft musste der souveräne Meister der Nordost-Staffel von Trainer Claus-Dieter Wollitz gegen Flensburg lange zittern, durfte am Ende aber verdient jubeln.

Mit dem Aufstieg krönte Energie sein Fußballjahr mit 28 Siegen aus 34 Ligaspielen. Von 2000 bis 2003 und 2006 bis 2009 spielte Cottbus insgesamt sechs Spielzeiten in der Bundesliga, die 3. Liga soll mittelfristig nur Durchgangsstation in Richtung Liga zwei sein.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen sid, dpa

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