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Umstrittener Arsenal-Deal erhitzt die Gemüter

Von t-online, so

Aktualisiert am 29.05.2018Lesedauer: 2 Min.
Mesut Özil auf dem Spielfeld für den FC Arsenal: Das Trikot soll auf dem linken Ärmel die neue Aufschrift "Visit Rwanda" bekommen.
Mesut Özil auf dem Spielfeld für den FC Arsenal: Das Trikot soll auf dem linken Ärmel die neue Aufschrift "Visit Rwanda" bekommen. (Quelle: Sergej Bobylev/dpa-bilder)
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Ruanda hat mit dem englischen Fußball-Erstligisten FC Arsenal einen Sponsorenvertrag unterschrieben. Davon soll der Tourismus profitieren. Doch der Deal sorgt für viel Aufruhr in der Politik.

Die Aufschrift "Fly Emirates" schmückt das rote Trikot vom FC-Arsenal. Kein Wunder, schließlich gehören die meisten englischen Klubs Scheichs aus den Golfstaaten oder russischen Oligarchen. Nun soll zusätzlich die Aufschrift "Visit Rwanda" den Ärmel der Trikots zieren. Die staatliche Entwicklungsgesellschaft Ruandas hat mit dem Verein einen Sponsorenvertrag unterschrieben. Dieses finanzielle Engagement des afrikanischen Staates bei einem englischen Fußballverein sorgt aber vor allem in der britischen Politik für große Kritik.

Der englische Abgeordnete Andrew Bridgen sagte: "Die britischen Steuerzahler werden schockiert sein, wenn sie erfahren, dass ein Land das dermaßen von Großbritannien unterstützt wird, sein Geld in einen unermesslich reichen Fußballverein pumpt". Auch die niederländischen Grünen äußerte sich zu dem Sponsoren-Deal. Hier steht die Frage, wie ein Land sein Geld in Fußball stecken könne, wo es doch eigentlich die Unterernährung bekämpfen sollte, im Vordergrund.

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Ruanda äußerte sich zu den Vorwürfen und spricht Klartext: "Jeder, der unseren Vertrag mit Arsenal kritisiert, weil wir ein armes Land und Empfänger von Hilfsgeld sind, will entweder, dass wir arm bleiben, oder versteht nicht, dass in jeder Branche die Kosten für Marketing ein normaler Teil der Geschäftsausgaben sind", sagte Clare Akamanzi, die Geschäftsführerin der staatlichen Entwicklungsagentur.

Tourismus ankurbeln für 35 Millionen Euro

Im Rahmen des abgeschlossenen Dreijahres-Vertrages wird neben der Premier-League-Mannschaft auch die U23 und das Frauenteam ab August die neue Aufschrift auf den linken Ärmeln ihrer neuen Trikots tragen. Dafür bezahlt der afrikanische Staat geschätzte 35 Millionen Euro. Ziel des Deals: Er soll um Investoren und Touristen werben.

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Ruanda durfte im Jahr 2017 1,3 Millionen Touristen begrüßen. Der Tourismus ist der größte Devisenbringer des Landes. Etwa 400 Millionen Dollar nahm Land in Ostafrika zuletzt durch den Tourismus ein. 2025 soll sich die Summe verdoppeln. Dafür sollen unter anderem die Arsenal-Kicker sorgen. Ruanda soll als Feriendestination noch bekannter werden.

Der Vertrag sieht außerdem vor, dass Ruandas Tourismusangebote wie die Nationalparks, der Regenwald und die wachsende Anzahl an Wildtieren hervorgehoben werden. Dafür stehen Ruandas Tourismusorganisation die LED-Bildschirme im Emirates-Stadion – Arsenals Heimstadion in London - zur Verfügung.

Der Hype um Arsenal in Ruanda

Der englische Verein hat in Ruanda einen besonderen Stellenwert. Arsenal ist nicht nur der Lieblingsklub von Präsident Paul Kagame, sondern auch in der Bevölkerung beliebt. Auf den Straßen Ruandas trifft man viele Kinder in den roten Arsenal-Trikots. Viele Afrikaner, auch außerhalb Ruandas, stehen hinter der englischen Mannschaft. Der Deal dürfte also neben den Unterzeichnern auch die Bevölkerung freuen.

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Von Robert Hiersemann, Florian Wichert
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