Sie sind hier: Home > Sport > WM 2018 >

WM 2018: Mal wieder kein WM-Titel – Ronaldo und Messi, die Ungekrönten


Wieder kein WM-Titel  

Messi und Ronaldo: Die Ungekrönten

Von Benjamin Zurmühl

02.07.2018, 10:37 Uhr
Ex-Profis: "Messi und Ronaldo 2022 noch dabei" (Screenshot: SID)
Ex-Profis: "Messi und Ronaldo 2022 noch dabei"

Die ehemaligen Nationalspieler Stan Collymore, Florent Malouda und Javier Saviola halten einen baldigen Rücktritt der beiden Topstars Lionel Messi und Cristiano Ronaldo für unwahrscheinlich. (Quelle: SID)

Lionel Messi und Cristiano Ronaldo: Ein WM-Titel blieb den beiden Ausnahmespielern bisher verwehrt. (Quelle: SID)


Seit dem Achtelfinale steht fest: Die vielleicht beiden besten Fußballer aller Zeiten werden auch 2018 ohne WM-Titel bleiben. Wahrscheinlich sogar für immer.

Noch 20 Minuten waren auf der Uhr. Portugal lag mit 1:2 gegen Uruguay hinten. Die Nerven beim Europameister liegen blank – würde man jedenfalls denken. Doch Cristiano Ronaldo nahm sich die Zeit, um seinen verletzten Gegenspieler Edinson Cavani zu stützen, der vom Platz humpelte. Ausgerechnet Cavani, der mit seinem Doppelpack überhaupt für den Rückstand Portugals gesorgt hat.

Tolle Geste: Cristiano Ronaldo (r.) hilft dem verletzten Edinson Cavani vom Platz. (Quelle: imago)Tolle Geste: Cristiano Ronaldo (r.) hilft dem verletzten Edinson Cavani vom Platz. (Quelle: imago)

Doch Ronaldo ist einer, der erst dann aufgibt, wenn es wirklich vorbei ist. Mit dem Abpfiff war dem Weltfußballer auch die Enttäuschung anzusehen. An diesem Samstag war aber nicht nur Cristiano Ronaldo ausgeschieden, sondern auch Lionel Messi. Womöglich war es das letzte Mal, dass die beiden bei einer WM auf dem Platz standen. Einen Titel gab es jedoch für keinen der beiden – schon wieder nicht.

Cristiano Ronaldo: Der Titelhungrige

Um die Trophäen von Cristiano Ronaldo aufzulisten, bräuchte man sehr viel Platz in diesem Artikel. Auf Vereinsebene hat er so ziemlich alles gewonnen, was er hätte gewinnen können. Nur der Uefa-Cup bzw. die Europa League blieb ihm verwehrt. Angesichts von fünf Champions-League-Titeln ist das zu verkraften. 

Ronaldo ist einer, der vom Ehrgeiz gepackt ist. Sein innerer Antrieb ist fast einzigartig auf dieser Welt. Ex-Teamkollege Xabi Alonso lobte einst: "Cristiano Ronaldo ist der ehrgeizigste Spieler, den ich je getroffen habe. Er hat den Willen und den Hunger in jedem Spiel zu treffen." Und wenn er es tut, zelebriert er es auch auffällig. Dadurch macht er sich zwar nicht beliebt, aber das ist ihm egal. 

Seine oberkörperfreien Jubel sorgen gerne für Hohn und Spott. Cristiano Ronaldo ist das egal. (Quelle: imago)Seine oberkörperfreien Jubel sorgen gerne für Hohn und Spott. Cristiano Ronaldo ist das egal. (Quelle: imago)

Es geht Ronaldo um das große Ganze, um den Erfolg. Mit Manchester United und Real Madrid feierte er jährlich mindestens einen Titel. Nur mit Portugal blieb er lange erfolglos. Bei der EM 2016 kam die Erlösung. "Es war der Höhepunkt meiner Karriere. Ich will nicht meine anderen Titel schmälern, aber das war besonders, weil es die erste Trophäe für Portugal war."

Doch der größte Titel einer Fußballer-Karriere ist und bleibt die Weltmeisterschaft. Die konnte Cristiano Ronaldo auch im vierten Anlauf seiner Karriere nicht gewinnen. Es ist der einzige Pokal, der ihm noch wirklich fehlt. Genau das könnte der Grund sein, warum Ronaldo noch nicht aufhört, wie es einige nach dem Achtelfinal-Aus gegen Uruguay vermuteten. Bereits im Februar sagte "CR7" in einem Interview mit "beIN sports" , dass er mit der WM in Katar plane: "Ich erwarte, dass Katar meine letzte Weltmeisterschaft sein wird. Ich bin dort sehr oft im Urlaub. Es würde mich sehr freuen, dort mein letztes Turnier zu spielen."

Ob er tatsächlich Wort hält und dann als 37-Jähriger nochmal auf Titeljagd geht, bleibt abzuwarten. Doch zuzutrauen ist es dem ehrgeizigen Cristiano Ronaldo definitiv. Seit er Europameister ist, wird er von außen im Nationaltrikot anders angesehen. Doch sein schärfster Kritiker ist er selbst, der sich mit einem WM-Titel krönen will.

Lionel Messi: Unter Druck 

Es gibt wohl keinen Superlativ, der noch nicht für Lionel Messi verwendet wurde. In Argentinien wird er wie ein Gott verehrt und als legitimer Nachfolger von Diego Maradona gesehen. Nur eine Sache unterscheidet das Ansehen der beiden Legenden in der Heimat: Maradona brachte Argentinien einen Titel, Messi (noch) nicht.

Die Erwartungshaltung an den Superstar des FC Barcelona ist kaum zu erfüllen. Was das mit ihm macht, konnte man in den letzten Jahren oft genug sehen. Seine Mutter erklärte jüngst: "Sein Ziel ist es, die Trophäe nach Hause zu bringen. Das ist einer seiner größten Wünsche. Wir sehen ihn manchmal leiden und weinen."

Gelitten hat Messi vor allem beim verlorenen WM-Finale 2014. Ihm war die Qual anzusehen, die er beim Empfang des "Goldenen Balls" als bester Spieler des Turniers hatte. Zwei Jahre später scheiterte er im Elfmeterschießen bei der Copa America an Chile. In Tränen aufgelöst verließ Messi das Spielfeld und gab kurz danach seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekannt.

Lionel Messi nach dem verlorenen Copa-America-Finale gegen Chile 2016. (Quelle: imago)Lionel Messi nach dem verlorenen Copa-America-Finale gegen Chile 2016. (Quelle: imago)

Eine Entscheidung aus der Emotion heraus, die er später zurücknahm. Nach einer turbulenten Qualifikation sicherte Messi das WM-Ticket mit einem Dreierpack gegen Ecuador. Der Druck für den inzwischen 31-Jährigen, auch beim größten Turnier der Welt für den Erfolg zu sichern, stieg immens. Nach dem verschossenen Strafstoß im ersten Spiel gegen Island fühlte er sich nach eigener Aussage "wie tot". Ein Gefühl, was ihm nach der Niederlage gegen Frankreich auch ins Gesicht stand.

Auf Vereinsbasis hat Lionel Messi, genauso wie Cristiano Ronaldo, alles gewonnen, was es zu gewinnen gab. Doch im Trikot von Argentinien bleibt er ungekrönt. Ein erneuter Rücktritt würde wohl niemanden mehr überraschen. Auch wenn er für viele als bester Fußballer aller Zeiten gilt, wird ausgerechnet in der Heimat immer ein kleines Fragezeichen an dieser Formulierung hängen. Denn da wird er an Maradona gemessen und hat einen entscheidenden Nachteil.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Highspeed mit Hightech: mit MagentaZuhause surfen!
hier MagentaZuhause sichern
Anzeige
Neue Kleider: Machen Sie sich bereit für den Frühling
bei TOM TAILOR
Klingelbonprix.deOTTOCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR
WM-Services
WM-Geschichten Russland-ABC WM-Stadien Deutsche WM‑Anekdoten WM-Gruppen WM-Videos WM-Umfragen Wussten Sie schon? WM im TV Spielplan zum Ausdrucken

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2019