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Doku enthĂŒllt Medikamenten-Missbrauch in der Bundesliga

Von dpa
Aktualisiert am 09.06.2020Lesedauer: 2 Min.
FĂŒr viele Fußballer gehört die Einnahme von Schmerzmittel zum Alltag.
FĂŒr viele Fußballer gehört die Einnahme von Schmerzmittel zum Alltag. (Quelle: picture alliance / dpa-tmn./dpa)
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Eine Dokumentation ĂŒber Schmerzmittelmissbrauch im Fußball zeigt MissstĂ€nde in der Bundesliga und den Spielklassen darunter. DFB-PrĂ€sident Keller ist von den Ergebnissen schockiert.

Im Profi- und Amateurfußball wird gefĂ€hrlich oft zu Schmerzmitteln gegriffen. "Was ich in den letzten 14 Jahren mitbekommen habe – Ibuprofen wird wie Smarties gegessen", sagte Neven Subotic, Bundesligaspieler vom 1. FC Union Berlin in der ARD-Dokumentation "Hau rein die Pille". Der in Kooperation mit dem Recherchezentrum "Correctiv" entstandene Film wird am Dienstagabend ausgestrahlt.


Im Google-Ranking: Das sind die beliebtesten Stadien Deutschlands

Die Informationsplattform "Wettbasis" hat 285.000 Google-Bewertungen aller Stadien der 1. und 2. Bundesliga ausgewertet. Herausgekommen ist ein positives Ergebnis: Die Erstligastadien erhielten im Schnitt 4,4 von 5 Sternen, die Zweitligaarenen 4,3. Den Titel des beliebtesten Stadions Deutschlands teilen sich zwei Bundesliga-HeimstÀtten mit einem Schnitt von je 4,7: Zum einen der Dortmunder Signal-Iduna-Park...
...zum anderen Union Berlins Stadion an der Alten Försterei. Die HeimstĂ€tte der Köpenicker wird von Fußballfans weltweit fĂŒr seine Stehplatztraversen geschĂ€tzt, die gut drei Viertel des Stadions einnehmen.
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"Keine große AufklĂ€rungsarbeit"

"Von den Vereinen gibt es da auch nach meinem Wissen keine große AufklĂ€rungsarbeit, weil sie eben auch unter Druck stehen, den Spieler so schnell wie möglich fit zu kriegen", sagt Subotic. Der Profi spricht von einem System, das "einfach eine Weitergabe von Druck" sei: "Der gibt's auf den NĂ€chsten, auf den NĂ€chsten und den NĂ€chsten. Und am Ende hat der den meisten Druck, der am meisten zu verlieren hat."

Neven Subotic
Neven Subotic (Quelle: Poolfoto/imago-images-bilder)
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Schmerzen betĂ€uben, EntzĂŒndungen bekĂ€mpfen, um auf Teufel komm' raus spielen zu können. "Du kannst mir neun Mal sagen: 'Du nimmst zu viel Schmerzmittel, lass es!' Ich höre neun Mal weg", bekannte Jonas Hummels, Bruder von BVB-Verteidiger Mats Hummels, der bis 2016 in der 3. Liga in Unterhaching spielte. Auch Dani Schahin, der unter anderen bei Fortuna DĂŒsseldorf aktiv war und im vergangenen Sommer seine Karriere beendete, offenbarte in der ARD-Doku: "Die letzten drei, vier Jahre ging eigentlich gar nichts mehr ohne Schmerzmittel."

Schmerzmittel gelten nicht als Doping

Toni Graf-Baumann prangert seit vielen Jahren diesen alarmierenden Missbrauch an, zu dem auch die vorbeugende Einnahme von Mitteln zĂ€hlt. "Da lĂ€ufst Du gegen Mauern", sagte der Ex-Berater des Weltverbandes FIFA und Mitglied der Anti-Doping-Kommission des Deutschen Fußball-Bundes. "Da spielen das Geld, die Sponsoren, die ausufernden GehĂ€lter und auch die Medien eine viel grĂ¶ĂŸere Rolle fĂŒr die SportverbĂ€nde als die medizinische Vernunft."

Schmerzmittel zu nehmen, ist im Sport nicht untersagt und steht nicht auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur. Dabei erfĂŒllen die Mittel zwei Kriterien, die fĂŒr eine Aufnahme in die Liste sprechen. "Die Kriterien Leistungssteigerung und GesundheitsgefĂ€hrdung sind erfĂŒllt", urteilte Hans Geyer, Biochemiker im Doping-Analyselabor in Köln. "Nach meiner Auffassung widerspricht es auch der Ethik des Sports, wenn man nur mit Schmerzmitteln Sport treiben kann."

Geld spielt bei Konsum untergeordnete Rolle

Eine nicht reprĂ€sentative Umfrage zum Schmerzmittelkonsum im Amateurfußball unter 1.142 Fußballspielern von "Correctiv" zeigt, dass nicht unbedingt das große Geld eine Rolle spielt. Von den Befragten gaben 47 Prozent an, mehrfach in einer Saison zu Schmerzmitteln zu greifen; 21 Prozent nahmen sie einmal pro Monat oder öfter.

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"Schockierend ist, dass es auch im Amateurfußball passiert", sagte DFB-PrĂ€sident Fritz Keller der ARD. "Ich wusste, dass das Problem besteht, aber das prĂ€ventiv einzunehmen, ist einfach Dummheit." Er wolle nun ĂŒber die LandesverbĂ€nde und ĂŒber die Trainer eine Sensibilisierung schaffen. Denn der Sport im Amateurbereich sei "zur Gesunderhaltung gedacht und nicht dafĂŒr, dass man sich kaputt macht, betonte Keller.

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