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EM-Analyse: Muss Jogi Löw das Herzstück seines Teams verändern?


Nach der Pleite gegen Frankreich  

Löw hat für das Portugal-Spiel zwei Optionen

Von Constantin Eckner

16.06.2021, 10:39 Uhr
EM-Analyse: Muss Jogi Löw das Herzstück seines Teams verändern?. Joachim Löw: Der Bundestrainer wird nach der Pleite gegen Frankreich Anpassungen vornehmen müssen. (Quelle: imago images/Sven Simon)

Joachim Löw: Der Bundestrainer wird nach der Pleite gegen Frankreich Anpassungen vornehmen müssen. (Quelle: Sven Simon/imago images)

Gegen Frankreich legte Deutschland einen couragierten Auftritt hin. Trotzdem gelang der DFB-Elf in 98 Minuten kein Treffer. Bundestrainer Löw wird besonders im Zentrum Änderungen vornehmen müssen.

Der Auftakt der Europameisterschaft hätte für die deutsche Mannschaft gewiss besser verlaufen können. 98 Minuten genügten gegen Frankreich nicht, um ein Tor zu erzielen. So musste sich die DFB-Auswahl mit einer 0:1-Niederlage abfinden. In der unmittelbaren Fehleranalyse bescheinigte Bundestrainer Joachim Löw seinem Team vollen Einsatz. Allerdings reicht Einsatzbereitschaft allein bei solch einem Turnier nicht aus.

Fragen nach der personellen Besetzung der Startaufstellung wurden schnell laut. Löw hatte sich dafür entschieden, Joshua Kimmich auf die rechte Seite zu stellen und das Mittelfeldzentrum mit Toni Kroos und Ilkay Gündoğan zu besetzen. Die beiden Routiniers agierten ihrerseits mit hoher Intensität und waren gerade in der Anfangsphase der Partie immer zur Stelle, wenn es darum ging, einen entscheidenden Defensivzweikampf zu gewinnen.

Unterzahl gegen Frankreichs Zentrum

Jedoch konnten Kroos und Gündoğan, die eigentlich vor allem als Kreativspieler bekannt sind, nach dem Treffer der Franzosen in der 20. Minuten nur selten Akzente nach vorn setzen. Kroos schaltete sich in seiner typischen Art sehr tief ein und verteilte die Bälle von ganz hinten, während Gündoğan zwischen den Linien pendelte. Dass das deutsche Spiel durch die Mitte oftmals erlahmte, lag natürlich nicht ausschließlich an den zwei Routiniers.

Immerhin mussten sie sich einer Überzahl der Franzosen stellen, die mit drei Mittelfeldakteuren spielten. Deutschland fehlte es an einem zentralen Zielspieler weiter vorn, mit dem Kroos und Gündoğan ins Kombinationsspiel kommen konnten. Das 3-4-3-System von Bundestrainer Löw sieht nun einmal vor, dass die zwei zentralen Mittelfeldspieler dafür zuständig sind, die Räume hin zu den Stürmern zu überbrücken.

 In diesen Grundformationen spielten Deutschland und Frankreich. (Quelle: Constantin Eckner)In diesen Grundformationen spielten Deutschland und Frankreich. (Quelle: Constantin Eckner) 

Löw hat nun für das nächste Spiel gegen Portugal am Samstag zwei Optionen: Er könnte die Formation seines Teams umstellen und einen zusätzlichen zentralen Mittelfeldspieler integrieren. Dafür müsste er aber eine Offensivkraft opfern, sofern er nicht von der Dreierabwehr abrücken möchte. Einen Kandidaten für die zentrale Zehnerposition hat Löw bis auf den 18-jährigen Jamal Musiala eigentlich nicht im Kader.

Goretzka als Alternative im Zentrum

Die andere Möglichkeit bestünde darin, entweder Kroos oder Gündoğan rauszunehmen und durch einen dynamischeren Spieler zu ersetzen, der die Räume mit schnellen Vorstößen läuferisch überbrücken kann. Leon Goretzka, der aufgrund einer Verletzung nicht im 23er-Kader gegen Frankreich stand, könnte dieser Spieler sein. Löw erwähnte im Nachgang des gestrigen Spiels bereits, dass Goretzka eine "gute Option im Laufe des Spiels" sein könnte.

Vielleicht beginnt Löw also gegen Portugal noch einmal mit Kroos und Gündoğan in der Mitte und reagiert dann, wenn er merkt, dass die beiden Strategen nicht die notwendigen offensiven Akzente setzen können. Immerhin mangelt es dem Bundestrainer an taktischen und personellen Optionen nicht.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Beobachtung

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