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In der VerlÀngerung: Joker bringen Italien ins Viertelfinale

Von dpa
Aktualisiert am 27.06.2021Lesedauer: 3 Min.
Die Italiener um TorschĂŒtze Federico Chiesa (M.
Die Italiener um TorschĂŒtze Federico Chiesa (M.) gewannen gegen Österreich nach VerlĂ€ngerung. (Quelle: Ben Stansall/Pool AFP/AP/dpa./dpa)
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London (dpa) - Österreichs KapitĂ€n David Alaba hockte alleine und voller EnttĂ€uschung auf dem Wembley-Rasen, nur wenige Meter von ihm entfernt feierten zahlreiche italienische AnhĂ€nger ihr Rekordteam.

Dank zweier Joker-Tore hat Italien mit viel MĂŒhe seinen Siegeszug durch die Fußball-Europameisterschaft fortgesetzt. Mit einem 2:1 (0:0, 0:0) nach VerlĂ€ngerung im Achtelfinale gegen Österreich machte die Squadra Azzurra am Samstag den Einzug in die Runde der besten acht Teams sowie gleich zwei Bestmarken perfekt. Die Tore fĂŒr Italien vor 18.910 Zuschauern in London erzielten die eingewechselten Federico Chiesa (95. Minute) und Matteo Pessina (105.). Stuttgarts Sasa Kalajdzic (114.) konnte fĂŒr Österreich nur noch verkĂŒrzen.

Kalajdzic: "Grausamste Spiel in meiner Karriere"

"Wir haben gewonnen dank der Spieler, die mit der richtigen Einstellung reingekommen sind und das Spiel entschieden haben", sagte Italiens Trainer Roberto Mancini. "Ich glaube, das ist nicht nur das grausamste Spiel in meiner Karriere, sondern auch in der gesamten österreichischen Fußball-Geschichte", haderte hingegen Österreichs StĂŒrmer Kalajdzic. "Absolut bitter und unverdient" sei die Niederlage seiner Mannschaft gewesen, auf die "jeder einzelne Österreicher stolz sein" könne. "Das in Worte zu fassen, ist im Moment gerade wirklich nicht einfach", sagte sein Teamkollege Alaba.

Als erste italienische Mannschaft ĂŒberhaupt ist das Team von Trainer Mancini nun seit 31 Spielen unbesiegt. Zudem ĂŒberbot es in der 89. Minute die bisherige italienische Bestmarke von Ex-TorhĂŒter Dino Zoff, der zwischen 1972 und 1974 insgesamt 1143 Minuten ohne Gegentor geblieben war. Im Viertelfinale am kommenden Freitag in MĂŒnchen treffen die Italiener nun auf Portugal oder Belgien.

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FĂŒr die vom deutschen Coach Franco Foda trainierten Österreicher endet das Turnier indes vorzeitig. Das von KapitĂ€n Alaba angefĂŒhrte Team hatte sich erstmals ĂŒberhaupt fĂŒr die K.o.-Runde einer EM qualifiziert und wehrte sich tapfer - letztlich aber vergeblich.

Italien ohne KapitÀn Chiellini

Die Italiener, die erneut auf ihren am Oberschenkel lĂ€dierten KapitĂ€n Giorgio Chiellini verzichten mussten, knĂŒpften zunĂ€chst nahtlos an die starken Leistungen aus der Vorrunde an. Auf die AtmosphĂ€re, die sie in der Gruppenphase im heimischen Rom zu drei Siegen getragen hatte, mussten sie erstmals bei diesem Turnier verzichten. Das schien die SchĂŒtzlinge von Nationalcoach Mancini erst nicht zu stören. Je lĂ€nger das Spiel dauerte, wurde es allerdings zur Zitterpartie.

Die erste Halbzeit gehörte klar den Azzurri. Einen Flachschuss von Mittelfeldspieler Nicolo Barella wehrte Österreichs Keeper Daniel Bachmann gerade noch mit dem Fuß ab (17.). FĂŒr die ÖFB-Elf, die zunĂ€chst sehr tief stand, gab es abgesehen von einem deutlich zu hoch angesetzten Weitschuss von Marko Arnautovic (20.) in der ersten HĂ€lfte wenig Entlastung. Ciro Immobile hatte zwei gute Chancen, Italien in FĂŒhrung zu bringen. Erst wurde der Ex-Dortmunder aber noch entscheidend vom langjĂ€hrigen Bayern-Profi Alaba gestört (25.), dann hĂ€mmerte er den Ball aus gut 20 Metern an den linken Pfosten (33.).

Auch Spinazzola schaffte es zwei Minuten vor der Pause mit einem weiteren Versuch von der linken Seite nicht, den Europameister von 1968 fĂŒr seine Überlegenheit zu belohnen.

Österreich in der zweiten Halbzeit mutiger

Und ihre vergebenen Chancen schienen die Italiener zunehmend zu beschĂ€ftigen. Nach dem Seitenwechsel wirkte ihr Spiel zerfahrener, Österreich hingegen immer mutiger. Erst hĂ€tte Alaba mit einem knapp ĂŒber das Tor geschlenzten Freistoß fast fĂŒr die FĂŒhrung des Außenseiters gesorgt (52.). Dann flog ein Kopfball von Arnautovic von der Unterkante der Latte ins Netz (65.). Der frĂŒhere Bremer hatte bei Alabas Vorarbeit aber knapp im Abseits gestanden - der Treffer wurde lange vom Videoassistenten ĂŒberprĂŒft und zĂ€hlte letztlich nicht.

In der VerlĂ€ngerung erwischten die Italiener dann wieder den besseren Start - und schlugen anders als zuvor auch mit der ersten richtigen Chance zu. Der von Mancini erst in der 84. Minute gebrachte Chiesa nahm eine Flanke von Spinazzola am zweiten Pfosten schön herunter und traf per Volley zum 1:0. Kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit der VerlĂ€ngerung sorgte Pessina mit dem zweiten Joker-Tor des Abends aus wenigen Metern fĂŒr die Vorentscheidung. Der ebenfalls eingewechselte Kalajdzic machte es mit seinem Treffer nach einer Ecke nochmal spannend, letztlich brachte Italien den Sieg aber ĂŒber die Zeit.

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