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N├Âte von Trainer H├╝tter und Gladbach werden gr├Â├čer

Von dpa
Aktualisiert am 23.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Braucht mit Gladbach verwertbare Ergebnisse: Trainer Adi H├╝tter steht am Spielfeldrand.
Braucht mit Gladbach verwertbare Ergebnisse: Trainer Adi H├╝tter steht am Spielfeldrand. (Quelle: Swen Pf├Ârtner/dpa./dpa)
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M├Ânchengladbach (dpa) - Im vergangenen Fr├╝hjahr war Max Eberl fest davon ├╝berzeugt, den "passendsten Trainer f├╝r Borussia M├Ânchengladbach" gefunden zu haben.

So deklarierte Gladbachs Sportchef den soeben f├╝r satte 7,5 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt verpflichteten Adi H├╝tter. Viele Zweifler daran gab es damals nicht, gut sieben Monate nach H├╝tters Amtsantritt schon.

Ob Eberl von seiner einstigen Einsch├Ątzung noch ├╝berzeugt ist, ist derzeit nicht zu kl├Ąren. Der 48 Jahre alte Sportchef ist laut Verein krank und sah auch das 1:2 (1:1) gegen Union Berlin - die siebte Gladbacher Niederlage aus den vergangenen neun Pflichtspielen - am Samstag nicht im Stadion. Ebenso wenig das deutlich verheerendere 0:3 im DFB-Pokal drei Tage zuvor, als der Champions-League-Achtelfinalist des Vorsaison vom Zweitligisten Hannover 96 vorgef├╝hrt worden war.

Die Spieler demonstrierten Unterst├╝tzung

Insofern war der k├Ąmpferisch und ansatzweise auch spielerisch ├╝berzeugende Auftritt bei der unverdienten erneuten Niederlage ein Fortschritt. "Meine Mannschaft hat heute sicher ein ganz anderes Gesicht gezeigt als in Hannover", sagte H├╝tter, der davon ├╝berzeugt ist, auch am 5. Februar bei Arminia Bielefeld noch im Amt zu sein. "Ja", lautete seine knappe, aber entschiedene Einsch├Ątzung dazu.

Anzeichen, dass H├╝tter die Mannschaft verloren habe, gibt es wenige. Sowohl auf dem Platz als auch hernach bei den Statements zum Spiel demonstrierten die Spieler Unterst├╝tzung. "Er versucht alles, macht immer eine richtig gute Vorbereitung auf die Spiele", urteilte Abwehrspieler Nico Elvedi, und R├╝ckkehrer Jonas Hofmann attestierte dem angeschlagenen Coach "noch die richtigen Ideen und L├Âsungen".

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Gr├╝nde f├╝r eine Trennung g├Ąbe es

Die Zeit f├╝r eine Trennung scheint (noch) nicht gekommen. Bereits vor dem Spiel gegen Union sagte H├╝tter, die Verantwortlichen h├Ątten ihm weitere R├╝ckendeckung versichert. Bereits vor gut einem Monat, als die Borussia nach dem 1:4 im Derby in K├Âln und dem 0:6 gegen Freiburg einen noch ├╝bleren Eindruck als aktuell vermittelte, stand Eberl zu seinem teuer eingekauften Coach. Als "absurd" bezeichnete Eberl Diskussionen ├╝ber H├╝tter, der mit dem in Teilen phlegmatisch, aber hoch veranlagten Kader viel probiert, aber wenig erreicht hat.

Gr├╝nde f├╝r eine Trennung g├Ąbe es dennoch. Die mangelnde Konstanz, die schon seinen Vorg├Ąnger Marco Rose in die Verzweiflung trieb, bekam auch H├╝tter nicht in den Griff. Der ├ľsterreicher ├Ąndert noch immer oft System und Personal. Vor allem eine offensive durchg├Ąngige Spielidee ist nicht zu erkennen. Auch mit dem Ziel, die Gladbacher Abwehr zu stabilisieren, scheiterte der 51-J├Ąhrige bislang krachend. 37 Gegentore nach 20 Spielen ist der drittschlechteste Wert der Liga.

Auch widerspr├╝chliche Aussagen H├╝tters sorgten f├╝r Verwirrung. Im Dezember hatte der Trainer einen Zusammenhang zwischen Laufleistung seines Teams und verheerenden Resultaten noch geleugnet. Nach der Weihnachtspause verk├╝ndete H├╝tter dann, dass die Laufleistung unbedingt besser werden m├╝sse. Die Analyse der Hinserie habe ergeben, dass eben doch eine Zusammenhang bestehe.

Gr├╝nde f├╝r eine Weiterbesch├Ąftigung gibt es auch

Gr├╝nde f├╝r eine Weiterbesch├Ąftigung gibt es indes auch. Dass in dem seit anderthalb Jahren coronabedingt nur punktuell ver├Ąnderten Kader einige Spieler zu scheinbarer Gleichg├╝ltigkeit neigen, ist nicht H├╝tters Schuld. Dass immer wieder wichtige Spieler ausfallen, ebenso wenig. Dass Profis wie Marcus Thuram, Matthias Ginter und Denis Zakaria eher mit der eigenen Zukunft als mit der Gegenwart besch├Ąftigt zu sein scheinen, hat H├╝tter auch nicht zu verantworten.

Vieles davon kann nur Sportchef Eberl l├Âsen. Gelingt es ihm bis zum Ende der Wechselfrist am 31. Januar, Problemf├Ąlle im Kader noch f├╝r einige Millionen Euro zu transferieren und im besten Fall gleich durch frische, unbelastete Kr├Ąfte zu ersetzen, dann k├Ânnte H├╝tter unter neuen Voraussetzungen in den Saisonendspurt starten.

In den n├Ąchsten beiden Spielen geht es nach Bielefeld und gegen Augsburg. "Das sind Spiele gegen unmittelbare Konkurrenten, in denen wir punkten m├╝ssen", urteilte selbst H├╝tter. Gibt es dort weitere R├╝ckschl├Ąge, w├Ąre H├╝tter nicht mehr zu halten. Und die Aussage, er sei "der passendste Trainer" f├╝r Borussia, auch nicht mehr.

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