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Fußball-MĂ€rchen im Revier: Schalke und BVB rocken Europa

Von dpa
Aktualisiert am 21.05.2022Lesedauer: 2 Min.
Borussia Dortmund gewann das Champions-League-Finale 1997 gegen Juventus Turin mit 3:1.
Borussia Dortmund gewann das Champions-League-Finale 1997 gegen Juventus Turin mit 3:1. (Quelle: picture alliance / Achim Scheidemann/dpa./dpa)
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DĂŒsseldorf (dpa) - Erst das "Wunder von Mailand", dann der "Coup von MĂŒnchen" - der Mai 1997 ging in die Geschichte des Deutschen Fußballs ein.

Mit Finalsiegen im UEFA-Cup und in der Champions League binnen einer Woche sorgten der FC Schalke 04 und Borussia Dortmund fĂŒr internationales Aufsehen und verhalfen der vom Strukturwandel gebeutelten Region zu mehr SelbstwertgefĂŒhl. Zumindest fĂŒr kurze Zeit wich die Konkurrenz der beiden Erzrivalen einem stolzen Wir-GefĂŒhl. Befeuert vom damaligen Kampf der Bergleute um ihre ArbeitsplĂ€tze hallten "Ruhrpott"-Rufe durch die Stadien im Westen.

Der Blick zurĂŒck versetzt alle Beteiligten auch 25 Jahre spĂ€ter in Hochstimmung. "Wann immer ich diese Szene sehe, kommt mir ein wohliger Schauer ĂŒber den RĂŒcken", sagte Lars Ricken der Deutschen Presse-Agentur mit Bezug auf seinen inzwischen von den BVB-Fans zum Jahrhunderttreffer gekĂŒrten Heber zum 3:1 der Dortmunder am 28. Mai 1997 im Königsklassen-Finale von MĂŒnchen ĂŒber den hohen Favoriten Juventus Turin.

Stevens: "Das war eine Sensation"

FĂŒr eine noch grĂ¶ĂŸere Überraschung sorgte der FC Schalke sieben Tage zuvor. Nicht nur fĂŒr die Fans, sondern auch fĂŒr den damaligen Coach Huub Stevens wurde ein Fußball-MĂ€rchen wahr: "Das war eine Sensation. Gerade im Finale waren wir die absoluten Außenseiter gegen Inter Mailand, diese Truppe mit lauter Topstars war eigentlich eine Nummer zu groß fĂŒr uns."

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Die runden JubilĂ€en nach dem Happy End im Elfmeter-Drama sind auf Schalke mittlerweile Feiertage. Dass die aktuelle Mannschaft ausgerechnet beim Wiedersehen des damaligen Teams zum 25. Jahrestag vor knapp zwei Wochen in Gelsenkirchen mit dem 3:2 ĂŒber St. Pauli die Bundesliga-RĂŒckkehr perfekt machte, gab der Party mĂ€chtig Schub. Zur Freude von Stevens bewiesen viele Ehemalige Ă€hnliches Stehvermögen wie in der magischen Nacht von Mailand: "Das war ein superschöner Tag, und der Rahmen mit dem Aufstieg hĂ€tte nicht besser sein können. Ich habe aber auch an Rudi Assauer denken mĂŒssen, der so viel fĂŒr Schalke getan hat und leider nicht mehr unter uns ist."

Die "Eurofighter" wurden geboren

Der von unbĂ€ndigem Einsatz getragene Siegeszug der Schalker durch den Wettbewerb brachte ihnen den Namen "Eurofighter" ein. Selbst die damals hochgehandelten MailĂ€nder scheiterten im Giuseppe-Meazza- Stadion am königsblauen Teamgeist und unterlagen im Final-RĂŒckspiel mit 1:4 im Elfmeterschießen. Olaf Thon erinnert sich vor allem an die anschließende Ekstase der Fans. "So viele MĂ€nner heulen zu sehen, das war wirklich atemberaubend", sagte der damalige KapitĂ€n dem "Kicker".

Ähnlich wie das UEFA-Cup-Finale versetzte auch der Showdown der Champions League zwischen Borussia Dortmund und Juventus Turin die Fachwelt ins Staunen. Als die Italiener im MĂŒnchner Olympiastadion nach frĂŒhen Toren des BVB-Angreifers Karl-Heinz Riedle und dem Anschlusstreffer durch Alessandro del Piero auf den Ausgleich drĂ€ngten, sorgte der erst kurz zuvor eingewechselte Ricken mit einem Heber fĂŒr die Vorentscheidung.

Seither genießt der heutige Direktor des BVB- Nachwuchsleistungszentrums bei den Dortmunder Fans Kultstatus. Die Glorifizierung seines Treffers hĂ€lt unvermindert an. "Witzig, fast mit jedem Jahr kommt ein Meter hinzu", kommentierte Ricken schmunzelnd. "Viele Leute sagen mir, wie du den Ball von kurz hinter der Mittellinie reingehauen hast, war klasse. Dabei waren es nur 25 Meter."

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