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Erlöser Mourinho beschert Rom XXL-Partynacht

Von dpa
Aktualisiert am 26.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Roms Cheftrainer JosĂ© Mourinho kĂŒsst die TrophĂ€e nach dem Finale.
Roms Cheftrainer JosĂ© Mourinho kĂŒsst die TrophĂ€e nach dem Finale. (Quelle: Thanassis Stavrakis/AP/dpa./dpa)
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Tirana (dpa) - Eigentlich war JosĂ© Mourinho schon reif fĂŒr den Urlaub. Doch wĂ€hrend in der Heimat hunderttausende Fans der AS Rom den ersten europĂ€ischen Titelcoup seit 61 Jahren zelebrierten, hatten seine Conference-League-Champions noch eine letzte Überraschung fĂŒr ihn parat:

Sie stĂŒrmten den Pressekonferenzraum und ĂŒberschĂŒtteten den breit grinsenden Mourinho mit Bier. Der selbst ernannte "Special One" lĂ€chelte das obligatorische Zeremoniell nach seinem nĂ€chsten geschichtstrĂ€chtigen Sieg nicht nur souverĂ€n weg, sondern blĂŒhte nochmal richtig auf.

Kurz nach Mitternacht hĂŒpfte Mourinho plötzlich eifrig mit, bevor er spontan entschied, dass die Bierdusche seiner Titelmannschaft ein wĂŒrdiger Schlusspunkt fĂŒr das eigentlich noch laufende Frage-und-Antwort-Spiel ist. Mourinho war mit seiner Mannschaft einfach verschwunden.

1:0-Finalsieg gegen Rotterdam

"Wir haben Geschichte geschrieben. Dieser Titel bringt den Leuten Freude", hatte er zuvor nach dem 1:0-Finalsieg gegen Feyenoord Rotterdam, mit dem sich die Römer in Tirana zum ersten Gewinner der Conference League krönten, gesagt. Und wie! In der italienischen Heimat feierten allein 50.000 Menschen im Stadio Olimpico.

Dazu kamen Autokorsos, Hupkonzerte und Feuerwerke, die Tifosi lagen sich am Kolosseum und ĂŒberall in der Stadt in den Armen. Die XXL-Party bis zum Morgengrauen des Donnerstags erinnerte in ihren Ausmaßen an die ganz großen Erfolge von Europameister Italien.

Presse begeistert

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"Grazie Roma", titelte die "Gazzetta dello Sport", das römische Blatt "Corriere dello Sport" wÀhnte die Gelb-Roten gar "im Paradies". "Tuttosport" huldigte "Mou, dem König von Rom".

"Ich war zu 100 Prozent sicher, dass die Saison mit einem besonderen Ereignis enden wĂŒrde - und so ist es passiert", sagte der 59 Jahre alte Mourinho, der mit dem Triumph in Albanien mal wieder mehrere EintrĂ€ge im Fußball-Geschichtsbuch vollbrachte: erster Trainer, der alle drei aktuellen europĂ€ischen Wettbewerbe gewonnen hat; erster Trainer, der mit vier verschiedenen Clubs einen internationalen Titel gewonnen hat; und dazu eine europĂ€ische Endspielbilanz von 5:0.

Noch Fragen? Mourinho sagte: "Wir haben unseren Job erfĂŒllt. Heute haben wir Geschichte geschrieben." Beinahe gönnerhaft konnte er in diesem Zuge als Sechster der Serie A mitteilen, dass das Team nicht fĂŒr die Qualifikation fĂŒr die Champions League gemacht war.

Doch das war Coach, Profis und vor allem AnhĂ€ngern in dieser lauen Sommernacht völlig egal. Nicht nur in Rom zelebrierten die Fans, sondern auch in Tirana, wo sich schon tagsĂŒber Zehntausende bei glĂŒhender Hitze auf die Finalpremiere eingestimmt haben.

Wilde Emotionen

"Roma ist Champion, das ist alles, was zĂ€hlt. Es ist unglaublich. Wir haben fĂŒr die Fans gewonnen", sagte Abwehrspieler Leonardo Spinazzola. SiegtorschĂŒtze Nicolo Zaniolo fĂŒgte an: "Das ist der wahr gewordene Traum meines jungen Lebens. Die TrophĂ€e ist fĂŒr die Fans."

Schon im - fĂŒr Final-VerhĂ€ltnisse - winzigen Stadion von Tirana hatte Mourinho nach Schlusspfiff wilde Emotionen gezeigt. Erst rannte er unkontrolliert ĂŒber den Rasen und weinte, spĂ€ter kĂŒsste er die TrophĂ€e noch vor der offiziellen Übergabe durch die UEFA-Delegation. "Jetzt fĂŒhle ich mich wie ein richtiger Römer", sagte er und stellte zu seiner Zukunft klar: "Ich bleibe, da gibt es keine Zweifel."

Doch geht es nach dem Portugiesen, hat er nach einer langen und krĂ€ftezehrenden Saison nicht mehr viel Power ĂŒbrig. "Es ist eine Schande, dass meine Spieler jetzt zum Nationalteam gehen - wenn sie die gleiche Energie haben wie ich, sollten sie direkt zum Strand gehen", sagte Mourinho.

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