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USA-Schweini: Bastian Schweinsteigers Traumstart in Chicago

Tor, Lob, Kabinenbesuch  

So fand Schweini sein Chicago-Debüt

03.04.2017, 08:24 Uhr | dpa, flo

USA-Schweini: Bastian Schweinsteigers Traumstart in Chicago. Schweinsteiger nach seinem Führungstor mit David Accam (2.v.l.) und Joao Meira (r.). (Quelle: imago images/Patrick Gorski)

Schweinsteiger nach seinem Führungstor mit David Accam (2.v.l.) und Joao Meira (r.). (Quelle: Patrick Gorski/imago images)

Ein frühes Tor, ein spätes Remis: Bastian Schweinsteiger hat in der Neuen Welt mit alten Tugenden geglänzt. Sein erster Treffer für Chicago Fire lässt die Fans jubeln. Für einen Heimsieg hat es trotzdem nicht gereicht. Nun spricht er über seinen Einstand.

Kabinenbesuche kannte Bastian Schweinsteiger bisher nur von Edel-Fan Angela Merkel. Nach dem Debüt für Chicago Fire kam aber nicht die Kanzlerin, diesmal stürmte eine Reporter-Meute in den Locker Room. In Amerikas Stadien ist das üblich. Und da stand der Fußball-Weltmeister nun im schwarzen Dress vor seinem roten Kabinenschrank und gab geduldig Antworten.

"Ich bin ein bisschen traurig"

"Es ist ein tolles Gefühl, gleich beim Einstand ein Tor zu schießen, obwohl ich natürlich lieber das Spiel gewonnen hätte. Ich bin ein bisschen traurig, denn ich wollte den Sieg unbedingt", sagte Schweinsteiger nach seinem starken Debüt in der Major League Soccer (MLS). Beim 2:2 (1:0) seines Klubs gegen Montreal Impact erwischte der 32-Jährige einen Traumstart – schon nach knapp 17 Minuten wuchtete der deutsche Altstar den Ball per Kopf ins Tor.

"Basti, Basti, Basti"-Rufe schallten durch den Toyota Park. Im Rund der 15 103 Fans jubelte auch Schweinsteigers Frau Ana Ivanovic, mit ihrem roten Schal war sie nicht zu übersehen. Schweinsteiger spielte die vollen 93 Minuten durch, er hängte sich rein und bekam vom Publikum oft Szenenapplaus. Typisch Amerika, auch wenn Soccer dort nur die Sportart Nummer 5 ist.

Trainer Paunovic ist begeistert von Schweinsteiger

Am Ende musste Chicago froh sein, zumindest einen Punkt gerettet zu haben, denn der Ausgleich fiel erst in der Nachspielzeit. "Es war ein großartiges Debüt. Ein Tor beim Debüt zu erzielen, ist etwas, von dem jeder träumt", lobte Fire-Coach Veljko Paunovic dennoch. "Er hat die Jungs mitgezogen. Alles, was wir uns von ihm wünschten, hat er gezeigt. In der zweiten Halbzeit haben wir seine Gewinnermentalität gesehen."

Man merkte Schweinsteiger jedoch an, dass die vergangenen zwei Spielzeiten, die er bei Manchester United vor allem auf Bank oder Tribüne verbrachte, Spuren hinterlassen haben. Noch fehlen Kondition, Fitness, Ausdauer. "Es gab Momente, in denen ich mich erschöpft gefühlt habe", gab er zu und versprach: "Ich werde sicherlich an meiner Fitness arbeiten, um der Mannschaft in Zukunft mehr Energie geben zu können."

"Mannschaft hat eine gute Mentalität"

Schweinsteiger weiß, dass auch er aus dem schlechtesten MLS-Team der vergangenen zwei Jahre nicht gleich eine Spitzenmannschaft zaubern kann, doch sein Debüt kann den früheren Kapitän der DFB-Auswahl zuversichtlich stimmen. "Die Mannschaft hat einen guten Charakter, eine gute Mentalität", lobte Schweinsteiger. "Das hat man auch gesehen, als wir dann zu zehnt gespielt haben." Chicago musste nach einer Gelb-Roten Karte für neun Minuten in Unterzahl spielen, auch die Gäste beendeten das Spiel mit neun Feldspielern.

Für Schweinsteiger heißt das Ziel für diese Saison: Playoffs. Nach vier Spielen hat Chicago fünf Punkte auf dem Konto, liegt damit auf dem siebten Platz in der Eastern Conference. Für die Playoffs qualifizieren sich die besten sechs Mannschaften jeder Conference. Schon am kommenden Samstag steht auch Schweinsteiger vor einer noch härteren Bewährungsrobe: Dann trifft Fire auf Columbus Crew, den Spitzenreiter im Osten.

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