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"Black Friday": Rassismusvorw├╝rfe gegen Corriere dello Sport

Von dpa
Aktualisiert am 05.12.2019Lesedauer: 2 Min.
Trifft mit Inter Mailand auf AS Rom: Romelu Lukaku.
Trifft mit Inter Mailand auf AS Rom: Romelu Lukaku. (Quelle: Marco Alpozzi/Lapresse via ZUMA Press/dpa./dpa)
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Rom (dpa) - Die beiden dunkelh├Ąutigen Fu├čballer Romelu Lukaku und Chris Smalling links und rechts, zwischen ihnen in Versalien die Schlagzeile "Black Friday": Mit einer rassistisch anmutenden Titelseite hat die italienische Tageszeitung "Corriere dello Sport" f├╝r Emp├Ârung gesorgt.

Vor dem Spitzenspiel der Serie A zwischen Tabellenf├╝hrer Inter Mailand und dem AS Rom k├Ąmpft der italienische Fu├čball mit altbekannten Problemen. Die Zeitung hob zwar hervor, dass Inter-St├╝rmer Lukaku und Roma-Verteidiger Smalling vor ihren Wechseln nach Italien in dieser Saison bei Manchester United zusammengespielt haben, sich sehr sch├Ątzten und sich immer entschieden gegen Rassismus im Fu├čball engagiert h├Ątten. Dennoch war der Aufschrei gro├č.

Lukaku schrieb bei Instagram von der "d├╝mmsten ├ťberschrift, die ich in meiner Karriere je gesehe habe. Ihr Typen befeuert das Negative und das Thema Rassismus." Smalling twitterte, das Titelblatt der Zeitung sei "falsch und h├Âchst taktlos". Inters Stadtrivale AC Mailand schrieb bei Twitter: "Diese Oberfl├Ąchlichkeit und Ignoranz gegen├╝ber Rassismus sind absolut nicht mehr hinnehmbar." Auch die betroffenen Vereine Inter und Roma sowie der AC Florenz reagierten emp├Ârt. Milan und Roma teilten in einer gemeinsamen Erkl├Ąrung dar├╝ber hinaus mit, Reportern des "Corriere dello Sport" bis zum Ende des Kalenderjahres den Zutritt zu ihren Vereingel├Ąnde zu verwehren.

"Als Italiener sch├Ąme ich mich, so eine ├ťberschrift zu lesen", sagte Lukakus Manager Federico Pastorello bei "Sky Sports". Auch die Antirassismus-Organisation Fare kritisierte das Titelbild. "Die Medien n├Ąhren den Rassismus jeden Tag", schrieb Fare auf Twitter.

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Als Reaktion auf den Aufschrei vor allem im Internet ver├Âffentlichte der Chefredakteur des "Corriere dello Sport" ein bemerkenswertes Statement. Der Ausdruck "Black Friday" sei "eine Lobpreisung auf das Anderssein, der Stolz des Andersseins, der gro├čartige Reichtum des Andersseins", schrieb Ivan Zazzaroni. Eine "unschuldige ├ťberschrift" werde "von jenen vergiftet, die Gift in sich haben". Der Begriff "Black Friday" ("Schwarzer Freitag") stammt aus den USA und kennzeichnet den Startschuss f├╝r die Weihnachtseink├Ąufe.

In dem urspr├╝nglichen Artikel, dem selbst Kritiker zugute halten, dass er eigentlich antirassistische Botschaften enthalte, schrieb der "Corriere": "Angesichts der Idioten, die "buu" rufen, m├╝ssen wir morgen alle "oooh" rufen (wie die Kinder). Es wird ein gro├čer Black Friday gespielt, aber es sind keine Saisonschlussrabatte, wenn, dann eher St├╝cke eines Meistertitels, die die ganze Saison halten." Lukaku und Smalling bezeichnete der Text als "zwei farbige Gr├Â├čen".

Der italienische Fu├čball hat seit Jahren ein Rassismus-Problem, immer wieder kommt es zu Vorf├Ąllen und Sprechch├Âren auf den Trib├╝nen. Neben dem Belgier Lukaku ist der fr├╝here italienische Nationalspieler Mario Balotelli (Brescia Calcio) h├Ąufige Zielscheibe der Attacken.

In diesem Zusammenhang machte Serie-A-Direktor Luigi De Siervo in dieser Woche Schlagzeilen. Die Zeitung "La Repubblica" ver├Âffentlichte einen Audio-Mitschnitt, auf dem De Siervo w├Ąhrend einer Besprechung vorschlug, die Mikrofone im Stadion abzuschalten, damit die Affenlaute nicht im Fernsehen zu h├Âren w├Ąren.

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