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WM 2022: Die eiskalten Endgegner in Katar – die Klimaanlagen erwischen jeden


Irgendwann erwischen sie jeden

Von Benjamin Zurmühl, Doha

Aktualisiert am 14.12.2022Lesedauer: 3 Min.
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Klimaanlagen im Education-City-Stadion von ar-Rayyan: Bei der WM wird selbst bei klar unter 30 Grad mächtig gekühlt.Vergrößern des Bildes
Klimaanlagen im Education-City-Stadion von ar-Rayyan: Bei der WM wird selbst bei klar unter 30 Grad mächtig gekühlt. (Quelle: IMAGO/Matthias Koch)

Weil die WM im Winter stattfindet, sind die Temperaturen in Katar erträglich. Trotzdem wird fast überall gekühlt. Die Folgen sind wenig überraschend.

Guten Morgen aus Doha,

bei mir hat es nicht einmal eine Woche gedauert, bis es soweit war. Es war der Tag des ersten Deutschland-Spiels bei dieser WM. Ich sollte zum Duell zwischen Spanien und Costa Rica, um für t-online von dort zu berichten. Doch schon morgens merkte ich, dass etwas nicht stimmte. Mir war kalt, zu kalt. Ich hoffte, dass es nur an der Müdigkeit lag. Als ich aber im Medienzentrum der Fifa das Deutschland-Spiel gegen Japan verfolgte und im Pullover einen Tee nach dem anderen trank, musste ich es einsehen: Ich war krank.

Ich sagte schweren Herzens das Spanien-Spiel ab und fuhr mit dem Taxi ins Hotel. Zwei Tage verbrachte ich mit Schüttelfrost, Schnupfen und Husten im Bett. Corona war es nicht. Das hier war eine Erkältung. Und die dafür Schuldigen kannte ich auch. Sie sind überall in Katar, in U-Bahnen, Bussen, Parks, Straßen, Supermärkten, Hotels – und auch in den Stadien: die Klimaanlagen.

Wo es nur geht, wird gekühlt. Ein gut gemeinter Service der WM-Gastgeber entpuppt sich als Gefahr für Fans und Journalisten. Zu Beginn des Turniers war es für mich auch zum Teil verständlich, die Klimaanlagen zu nutzen. Es waren tagsüber über 30 Grad, und bei permanenter Sonneneinstrahlung konnte es ziemlich heiß werden. Da habe ich die kühle Luft auch ab und zu genossen.

Doch mit dem Sonnenuntergang gegen 16 Uhr wurde es auch angenehmer, sodass die Klimaanlagen nicht mehr nötig waren. Trotzdem wurden sie voll aufgedreht, jedenfalls dem Gefühl nach. Ich saß also in Katar frierend im Stadion, auch wenn das Handy 27 Grad Außentemperatur anzeigte. Ich blickte neidisch auf die Journalisten, die bereits in den ersten Tagen immer einen Pullover dabei hatten. Mein einziger Schutz war neben einem T-Shirt ein Hemd.

Ich kann Ihnen sagen: Diesen Fehler mache ich seit einiger Zeit nicht mehr. Ich habe immer einen Pullover dabei, wenn ich das Hotel verlasse. Denn selbst jetzt, wenn in Katar die Höchsttemperatur teilweise unter 25 Grad liegt, laufen die Klimaanlagen fröhlich weiter. Auch jetzt gerade sitze ich beim Schreiben dieses Textes in einem frischen Medienzentrum, das fleißig gekühlt wird.

Die Huster der Kollegen im Raum kann ich kaum zählen. Manche Journalisten erkenne ich sogar an der Art des Hustens. Fast jeder, mit dem ich spreche, war in diesen fast vier WM-Wochen mindestens einmal krank. Meinen Kollegen Noah Platschko hat es gestern erwischt (gute Besserung). Irgendwann bekommen sie eben jeden, diese Klimaanlagen.

WM-Anekdote

Der "Souq Waqif" ist ein Markt in Doha, der sich über mehrere Plätze und Gassen erstreckt. Hier können Einwohner und Touristen Katars unter anderem Gewürze, Düfte, Süßigkeiten und selbst Vögel und Hasen kaufen. Es gibt aber natürlich auch einige Dinge, die ohne die WM nicht da wären.

Zum Beispiel eine Kunstausstellung mit Gemälden von den größten Stars der einzelnen Mannschaften. Präzise gemalt werden Lionel Messi, Cristiano Ronaldo oder Kylian Mbappé in den Trikots ihrer Nationalteams feilgeboten. Auch die deutsche Mannschaft ist vertreten. Wollen Sie raten, mit wem?

Nein, es sind nicht Manuel Neuer, Joshua Kimmich oder Antonio Rüdiger. Die katarischen Künstler entschieden sich für Toni Kroos.

Heutige WM-Spiele

20:00 Uhr, Halbfinale: Marokko gegen Frankreich

Weitere Hinweise

Für einige Marokkaner ist das Halbfinale heute ein besonderes Spiel. Sofiane Boufal, Romain Saiss und auch Trainer Walid Regragui sind in Frankreich geboren, vier weitere Akteure spielen zudem in der Ligue 1.

Für Marokko ist das aber keine unbekannte Situation bei dieser WM. Mit Belgien und Spanien besiegten die "Atlaslöwen" bereits zwei Geburtsländer mehrerer Spieler.

Verwendete Quellen
  • Eigene Beobachtungen
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