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Joachim Löw vor WM 2014: "Lamentieren heißt Verlieren"


Einstellung ist entscheidend
Löw: "Lamentieren heißt Verlieren"

Von t-online, dpa
Aktualisiert am 03.12.2013Lesedauer: 3 Min.
Joachim Löw hat bereits ein Auge auf den WM-Pokal geworfen.Vergrößern des BildesJoachim Löw hat bereits ein Auge auf den WM-Pokal geworfen. (Quelle: dpa-bilder)
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Endlich wird es konkret für Joachim Löw. Mit dem Flug nach Salvador do Bahia an der brasilianischen Atlantikküste hat für den Chef der DFB-Titelmission 2014 die nächste heiße Phase begonnen. Für Löw ist zwar Gastgeber Brasilien der Topfavorit bei der 20. Fußball-WM im kommenden Sommer. Sein Team werde aber alles daran setzen, nach 18 Jahren wieder einen Titel nach Deutschland zu holen, betonte der noch entspannt wirkende Bundestrainer vor der WM-Gruppenauslosung am Freitag in Costa do Sauípe, rund 75 Kilometer von Salvador entfernt. "Die Spieler kämpfen verbissen darum. Sie sind ehrgeizig, das zu erreichen. Aber Weltmeister zu werden, ist nicht gerade das Einfachste auf der Welt", sagte Löw.

Das Mitentscheidende für den Bundestrainer: Die Spieler müssen die Bedingungen in Brasilien ohne zu Murren annehmen: "Lamentieren heißt Verlieren. Es werden viele Dinge kommen, die wir nicht gewohnt sind. Wenn man da mit dem Schicksal hadert, sich ärgert und das vielleicht aufs Spielfeld überträgt, dann hat man schon verloren. Mit einer solchen Einstellung kann man nicht Weltmeister werden."

"Wenn jemand denkt, wir Deutschen müssen nur an den Zuckerhut fliegen und einfach den WM-Pokal abholen, diese Leute verkennen die Situation", warnte der DFB-Chefcoach vor Fehleinschätzungen zum Kräfteverhältnis bei der fünften Weltmeisterschaft in Südamerika. "Es muss alles passen", betonte Löw: "Die Spieler müssen in einer hervorragenden Form sein. Wir müssen es schaffen, dass wir uns in den drei, vier Wochen Vorbereitung richtig einspielen. Dann müssen wir von Verletzungen verschont bleiben in den Monaten davor. Dazu braucht man das Quäntchen Glück." Die intensive Vorbereitung auf die Gegner soll unmittelbar nach der Auslosung beginnen.

Schwere Gruppe kann auch ein Vorteil sein

Schon in der Vorrunde hält Löw eine Supergruppe für möglich. "Aber es ist wie 2012 bei der EM, als wir auch drei starke Gegner in der Vorrunde hatten. Manchmal ist es auch ein Vorteil, wenn du von Anfang an gleich in dem Turnier voll drin bist und die Konzentration hochfährst", erklärte der 53-Jährige vor seiner Dienstreise, bei der er auch das WM-Stammquartier der deutschen Nationalmannschaft festlegen will. "Anders als vor acht oder zwölf Jahren macht man sich keine Illusionen mehr, dass man in der WM-Vorrunde zwei oder sogar drei relativ einfache Gegner bekommen könnte", sagte Löw.

"Man kann es sich eh nicht aussuchen", bemerkte Thomas Müller vom FC Bayern, Torschützenkönig der WM 2010 in Südafrika, zu drohenden Vorrunden-Gegnern wie Italien, Niederlande oder England sowie unbequemen Kontrahenten wie der Elfenbeinküste, Chile oder der USA mit Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann als Chefcoach. Mit dem Setzen und Losen am Freitag rückt auch für die deutschen Spieler das Abenteuer Brasilien ein großes Stück näher. "Eine WM steht für einen Spieler über allem anderen. Es ist eine nationale Angelegenheit", unterstrich Löw. Und natürlich wisse man, "dass ein Titel immer etwas ganz Besonderes ist".

Brasiliens Stil nicht auf deutsche Spielweise übertragbar

Mit dem Heimvorteil sind die Gastgeber für Löw erster Anwärter auf die WM-Krone im kommenden Sommer: "Zuletzt hat mich Brasilien beim Confed Cup sehr beeindruckt. Gute Defensivarbeit, Ordnung, Organisation - das sieht man neben aller individuellen Klasse. Dazu bringen die Brasilianer im Vergleich zu den vorangegangen Jahren auch eine sehr gute Physis mit." Der Freiburger, der vor seinem vierten Turnier als Bundestrainer steht, freut sich auf eine hochemotionale WM in einem Fußball-Traumland: "Es wird nirgendwo Fußball intensiver gelebt und geliebt als in Brasilien."

Schon 1970, als die Selecao zum dritten Mal Weltmeister wurde, war Löw als zehnjähriger Junge beim Bolzen auf der Straße angesteckt vom brasilianischen Fußball-Virus. "Pelé war zu unserer Zeit sicher eines unserer Idole wie hier im Land Franz Beckenbauer", berichtete der Bundestrainer: "Diese brasilianischen Ballzauberer, die haben wir schon gekannt und bewundert." Auch als Trainer habe er sich von dieser Fußballschule inspiriert gefühlt, auch wenn der Stil "nicht unbedingt eins zu eins auf unsere Spielweise zu übertragen" sei.

Löw: Eine WM macht Spieler unsterblich

"Brasilien hat ja eine riesengroße Fußballgeschichte. Schon die fünf Titelgewinne sprechen eine klare Sprache. Man kennt ja die Bilder im Fernsehen, wenn die Kinder dort sozusagen mit dem Ball am Fuß aufwachsen", schwärmte Löw über die Brasilianer: "Fußball hat bei den Menschen wahrscheinlich den höchsten Stellenwert nach der Religion." Und eine Weltmeisterschaft setzt dem noch die Krone auf.

"Die ganz großen Spieler, die unvergessen bleiben, haben Weltmeisterschaften ihren Stempel aufgedrückt. Das bleibt für immer haften", erklärte Löw das Besondere der WM: "1966, 1974 - da wissen die Leute noch heute, wer in welcher Minute die Tore erzielt hat. Gerd Müller, Günter Netzer, später Lothar Matthäus, Jürgen Klinsmann, Rudi Völler - sie bleiben wegen der WM im Gedächtnis." Spieler wie Lahm, Schweinsteiger, Reus, Klose, Neuer und Özil würden mit einem Triumph im kommenden Sommer in diese Galerie aufsteigen.

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