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FC Bayern München: Der De-Ligt-Transfer ist absurd


Dieser Transfer ist absurd

  • Robert Hiersemann
  • Florian Wichert
Von Robert Hiersemann und Florian Wichert

11.07.2022Lesedauer: 3 Min.
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Matthijs de Ligt im optisch auffälligen Ausweichtrikot von Juventus Turin.
Matthijs de Ligt im optisch auffälligen Ausweichtrikot von Juventus Turin. (Quelle: NurPhoto/imago images)
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Der FC Bayern steht vor dem womöglich teuersten Transfer der Bundesliga-Geschichte. Aber passt der zum "klugen und effizienten Agieren", das Boss Kahn zuletzt angekündigt hatte?

Der niederländische Abwehrspieler Matthijs de Ligt will unbedingt zum FC Bayern. Und der Verein will ihn haben – um (fast) jeden Preis. Das berichten zumindest mehrere deutsche und italienische Medien übereinstimmend.

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Laut "Tuttosport" stehen am heutigen Montag weitere Verhandlungen zwischen den Bayern und Juventus Turin an, wo de Ligt noch bis 2024 unter Vertrag steht. Rafaela Pimenta, die Agentin von de Ligt, soll sich bereits in Turin befinden, um die Verantwortlichen von Juventus von dem Wechsel zu überzeugen.


Was diese ehemaligen Stars heute machen

t-online.de hat sich 20 ehemalige Spieler des deutschen Rekordmeisters herausgesucht und aufgeschrieben, was sie heute machen. Tobias Rau beispielsweise, 2003 bis 2005 im Verein, unterrichtet heute in der Nähe von Bielefeld an einer Gesamtschule Biologie und Sport.
Thomas Helmer (1992–1999): Jahrelang eine Bank in der Defensive des FC Bayern. Zuletzt moderierte der Europameister von 1996 die Sport1-Kultsendung "Doppelpass", im Sommer 2021 gab er sie jedoch an Florian König ab. Helmer ist dennoch weiterhin für Sport1 als Moderator im Einsatz, moderiert unter anderem den "Doppelpass on Tour", den Sport1-Fantalk oder auch die Spiele des DFB-Pokals.
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Das Problem: De Ligt wird teuer. Und zwar richtig. Sein Marktwert liegt laut "Transfermarkt.de" bei 70 Millionen Euro. Seine Ausstiegsklausel bei Juventus soll bei rund 120 Millionen Euro liegen. Eigentlich sind beide Summen viel beziehungsweise zu viel für Bayern.

"Spox" und "Goal" berichten allerdings, dass Bayern ein Angebot über 75 Millionen Euro unterbreiten wird. Dazu würden erfolgsabhängige Bonuszahlungen in Höhe von rund 15 Millionen Euro kommen. Das entspricht ungefähr den Angaben, die in italienischen Medien kursieren.

Wäre die Verpflichtung von Matthijs de Ligt ein Top-Transfer für den FC Bayern?

Ja, das ist ein Riesending für Bayern

Das Pro von Robert Hiersemann

Er ist extrem gut, hat einen großen Namen, zählte bei seinen bisherigen Vereinen zu den Fanlieblingen und möchte selbst unbedingt nach München wechseln. Beste Voraussetzungen!

Die Verpflichtung von Matthjis de Ligt wäre nicht nur gut, sie wäre herausragend. Ein Riesending!

Er hat das Zeug zum Bayern-Abwehrchef, und damit hätte der Rekordmeister für die nächsten Jahre in der Defensive ausgesorgt. Der Niederländer ist ja erst 22 Jahre alt und trotzdem erfahren. Bereits als 17-Jähriger führte er die neue Top-Generation von Ajax Amsterdam in der Champions League als Kapitän an, bis er zu Juventus Turin nach Italien wechselte und auch dort über drei Jahre zum Stammpersonal zählte.

Ein weiterer Pluspunkt: Er ist kopfballstark, traf in drei Jahren bei Juve achtmal, davon fünfmal per Kopf, bei Ajax siebenmal, davon sechsmal per Kopf. Und er denkt fast immer offensiv, was Bayern dringend braucht. Nur fünf Prozent seiner Pässe waren in der vergangenen Saison Rückpässe.

Mit seiner Verpflichtung würden die Bayern nach den bitteren Defensiv-Abgängen in den letzten beiden Jahren (Alaba und Süle) ein Zeichen setzen. Und genau das braucht der Verein jetzt.

Nein, dieser Transfer ist absurd

Das Kontra von Florian Wichert

Keine Frage, de Ligt ist ein riesiges Talent. Groß, passsicher, risikobereit und erst 22 Jahre alt.

Aber: Dieser Transfer hat so viele Haken, dass hier eher von einer Fehlinvestition die Rede sein muss, nicht von einem Top-Transfer.

Warum? Weil de Ligt sicher schon viele gute Spiele gemacht hat – allerdings auch viele schlechte. Nach seinem Wechsel zu Juventus hatte er Probleme mit dem Druck, fiel mit unglücklichen Aktionen auf. Bei der EM 2020 besiegelte sein Handspiel als letzter Mann in Verbindung mit der roten Karte das Aus für die Niederlande im Achtelfinale.

Der größte Haken: Mit Nachzahlungen soll de Ligt rund 90 Millionen Euro Ablöse kosten. Mindestens.

Zur Erinnerung: Bayern-Boss Kahn hat zuletzt nicht nur ein "erdrutschartiges Missverhältnis" bei TV-Einnahmen in Europas Topligen und entsprechend eine Chancenungleichheit zuungunsten der Bundesliga festgestellt. Er kündigte auch "ein kluges und effizientes Agieren" des FC Bayern auf dem Transfermarkt an, um diese Bedingungen zu kompensieren.

Wie das mit de Ligt zusammenpasst? Gar nicht. Wer Süle ablösefrei abgibt und einen Spieler auf dem gleichen Niveau für 90 Millionen Euro holt, handelt vielmehr unklug und ineffizient. Die Aussagen von Kahn sind daran gemessen absurd und geradezu lächerlich.

Wer hat recht?

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Hintergrund zum Beitrag

Im „ Zweikampf der Woche “ kommentieren wöchentlich Florian Wichert (Stellvertretender Chefredakteur bei t-online) und Robert Hiersemann (Stellvertretender Redaktionsleiter Regionales bei t-online) aktuelle Fußballthemen.

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