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FC Bayern München und Robert Lewandowski: Es gehört mehr zur Wahrheit


So geht man nicht mit einem Weltfußballer um

Von Robert Hiersemann und Florian Wichert

Aktualisiert am 19.07.2022Lesedauer: 2 Min.
Interview
Was ist ein Pro & Kontra?

Die subjektive Sicht zweier Autoren auf ein Thema. Niemand muss diese Meinungen übernehmen, aber sie können zum Nachdenken anregen.

Robert Lewandowski: Schießt ab der kommenden Saison für den FC Barcelona Tore.Vergrößern des Bildes
Robert Lewandowski: Schießt ab der kommenden Saison für den FC Barcelona Tore. (Quelle: t-online)

Nach Provokationen und Lustlos-Auftritten: Der Superstar bekommt seinen Willen und wechselt nach Spanien. Wie sehr schaden die vergangenen Wochen seinem Image?

Nach einem langen Poker ist die große Zeit von Robert Lewandowski beim FC Bayern München zu Ende. Erst bestätigte der deutsche Rekordmeister den Wechsel des Weltfußballers, dann auch sein neuer Verein. "Der FC Barcelona und Bayern München haben eine Grundsatzeinigung über den Wechsel von Robert Lewandowski erzielt. Sie hängt noch davon ab, dass der Spieler den Medizincheck absolviert und die Verträge unterzeichnet werden", teilten die Katalanen am Samstag mit. Nach übereinstimmenden deutschen und spanischen Medienberichten einigten sich beide Seiten auf eine Ablöse in Höhe von 45 Millionen Euro sowie bis zu 5 Millionen Euro an Bonuszahlungen.

Besonders interessant sind außerdem die aktuellen Äußerungen der Führungsspitze des FC Bayern. Denn bis zuletzt hieß es, dass man den Polen nicht vorzeitig aus seinem bis Sommer 2023 laufenden Vertrag in München herauslassen würde. Klubchef Oliver Kahn hat die plötzliche Trennung vom Torjäger nun auch mit der Verpflichtung von Sadio Mané begründet. "Vor ein paar Wochen hatten wir weder ein Angebot für Robert noch die Möglichkeit, einen Spieler seiner Qualität zu finden", sagte er. Aus diesem Grunde habe er mit seinem "Basta" einen Verkauf des Spielers zunächst abgelehnt.

Am Ende hat sich also doch Lewandowski durchgesetzt. Und sowohl seine Äußerung von Anfang Juni ("Meine Geschichte mit Bayern ist vorbei") als auch die lustlosen Auftritte zum Saisonauftakt der Bayern dürften wohl dazu beigetragen haben, dass er den Verein doch verlassen durfte. Der Superstar hat seinen Willen bekommen. Doch gerade deshalb muss folgende Frage gestellt werden:

Hat das Wechseltheater Robert Lewandowski geschadet?

Pro
Florian WichertStellvertretender Chefredakteur

Ja, er hat endlich sein wahres Gesicht gezeigt

Bayern bekommt bis zu 50 Mio. für einen fast 34-Jährigen, Trainer Nagelsmann ist einen Störenfried los, Barcelona verstärkt sich mit einem Weltfußballer und Lewandowski erfüllt sich seinen Wunsch.

Gibt es etwa nur Gewinner bei der Transferposse um den Polen? Nein. Im Gegenteil! Denn zur Wahrheit gehört mehr.

Die Bayern-Bosse haben allesamt ihr Wort gebrochen (z. B. Kahn: "Er hat einen Vertrag bis 2023, diesen Vertrag wird er erfüllen. Basta!"). Die Aufregung hält sich lediglich in Grenzen, weil im Fußball eh niemand mehr etwas auf ein Versprechen gibt und sich alle an die Wendehals-Mentalität gewöhnt haben. Nagelsmann muss eine Tormaschine ersetzen und am schlimmsten steht Lewandowski da. Der hat sich endgültig als Egoist entlarvt und sein Denkmal bei Bayern eingerissen.

Von wegen untadeliger Sportsmann! Über Wochen hat er sich weggeekelt. Erst mit deplatzierten Kommentaren ("Das Kapitel Bayern ist beendet"), dann mit Undiszipliniertheiten und Lustlosigkeit. Lewandowski hat endlich sein wahres Gesicht gezeigt – und die Fußballfans weltweit haben es gesehen. Schlimm, dass Barcelona da mitmacht, so einen Spieler holt und das Verhalten auch noch gutheißt.

Auf einer Stufe mit Gerd Müller steht Lewandowski bei Bayern nun sicher nicht.

Kontra
Robert HiersemannBereichsleiter Entwicklung

Nein, denn die Fehler haben andere gemacht

Robert Lewandowski wird in Spanien viele Tore schießen und weiterhin der Topfußballer sein, der er nun mal ist. Einen Imageschaden braucht er auf gar keinen Fall zu befürchten. Denn einem Ausnahmespieler wie ihm verzeiht man fast alles.

Er hat ja auch gar nichts falsch gemacht. Im Gegenteil. Lewandowski hat in acht Jahren für den FC Bayern sensationelle 344 Tore erzielt und 18 Vereinstitel gewonnen. Er ist ein Klubheld, an dessen sportliche Heldentaten sich die Bayern-Fans bestimmt noch in 50 Jahren erinnern werden.

Fehler haben zuletzt nur die Bayern-Bosse gemacht, weil sie ihn nicht früher nach Barcelona ziehen, sondern lieber noch zum Saisonauftakt an der Säbener Straße antanzen ließen. So geht man doch nicht mit einem Weltfußballer um.

Lewandowski unterschreibt in Spanien einen langfristigen Vertrag und spätestens, wenn er die ersten Partien für den großen FC Barcelona gewonnen hat, spricht kein Mensch mehr davon, dass er ein- oder zweimal zu spät zu seinen letzten Bayern-Trainings gekommen ist und öffentlich seinen Wechsel gefordert hat. Da gibt es einige Fußballer in Europa, die sich viel mehr geleistet haben und bis heute trotzdem ein Topimage genießen.

Wer hat recht?

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  • Im „Zweikampf der Woche“ kommentieren wir wöchentlich ein aktuelles Fußballthema. Sehen Sie den Schlagabtausch auch im Video — am Montag ab 19.30 Uhr im Rahmen der „Sport 1 News“ bei Sport 1 oder ab Montagnachmittag hier oben im Artikel.
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