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HomeSportFußballZweikampf der Woche

Muss Marco Reus den BVB verlassen und wie steht es um seine Zukunft?


Zukunft von Marco Reus
Für alle überraschend


Aktualisiert am 26.01.2023Lesedauer: 2 Min.
Interview
Was ist ein Pro & Kontra?

Die subjektive Sicht zweier Autoren auf ein Thema. Niemand muss diese Meinungen übernehmen, aber sie können zum Nachdenken anregen.

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Marco Reus: Ist seit vielen Jahren eine wichtige Stütze im Dortmunder Spiel. (Quelle: t-online)

Der Nationalspieler spielt seit 2012 für Borussia Dortmund. Doch sein Vertrag beim BVB läuft im Sommer aus, und andere Vereine sollen Interesse an ihm haben. Sollte der 33-jährige Reus also noch mal ein neues Abenteuer wagen?

Beim Dortmunder 4:3-Sieg gegen den FC Augsburg am vergangenen Sonntag konnte BVB-Kapitän Marco Reus nicht mitwirken, weil er unter der Woche aufgrund einer Erkrankung nicht trainierte. Auch beim 2:1-Erfolg gegen Mainz am Mittwoch fehlte er. Und trotzdem wird dieser Tage viel über ihn berichtet. Denn es mehren sich die Gerüchte um einen möglichen Wechsel des 33-Jährigen im kommenden Sommer: Sein Vertrag läuft dann aus. Im Winter-Trainingslager blieb er vage, sagte: "Man wird sehen, was die Zukunft bringt. Ich bin hier, um fit zu werden und die Mannschaft weiter anzutreiben, weil wir einiges aufzuholen haben. Darauf liegt mein Fokus."

Hintergrund: Die BVB-Bosse sollen aktuell noch, wenn es um die Zukunft von Reus geht, zögern. Das wiederum dürfte dem Dortmunder Topverdiener (er kassiert beim BVB ungefähr 12 Millionen Euro pro Jahr) nicht gefallen.

Reus-Berater zu Gast in Leipzig

Die "Bild" berichtet zudem davon, dass sich RB Leipzig mit einer Verpflichtung des Nationalspielers beschäftigt. Reus-Berater Dirk Hebel soll am Freitag beim Leipziger 1:1 gegen die Bayern auf der Tribüne gesessen und mit dem neuen RB-Manager Max Eberl gesprochen haben. Etwa über Reus? Eberl und Reus kennen sich bestens aus gemeinsamen Gladbacher Zeiten. Am Dienstag sagte Eberl gegenüber Sky nun, dass es tatsächlich einen Austausch mit Reus-Berater Hebel gab, der Spieler aber kein Thema für die neue Saison sei. "Es stimmt, dass wir uns getroffen haben. Jeder kennt meine Verbindung zu Marco. Es ist aber nichts dran, dass wir ihn ablösefrei holen", so Eberl. Ist das wirklich so? Oder ist es nur ein gekonntes Ablenkungsmanöver?

Und auch mit Manchester United und Ronaldo-Klub Al-Nassr wurde der Offensivspieler zuletzt in Verbindung gebracht.

Reus selbst hat in der Vergangenheit immer wieder betont, dass er seine Karriere grundsätzlich gerne bei seinem Heimatverein Borussia Dortmund beenden möchte. Doch gerade deshalb drängt sich nun die Frage auf:

Sollte Marco Reus den BVB verlassen?

Pro
Robert HiersemannBereichsleiter Entwicklung

Ja, Reus sollte in Dortmund einen Schlussstrich ziehen

Marco Reus sollte sich nicht mehr um eine Vertragsverlängerung in Dortmund bemühen, sondern sich im Sommer mit dann 34 Jahren in ein neues Abenteuer stürzen. Denn einen langfristigen Vertrag wird er beim BVB wohl nicht mehr bekommen. Ein kurzfristiger, leistungsbezogener Kontrakt hingegen ist ein Glücksspiel – gerade für verletzungsanfällige Fußballer wie Reus. Und damit keine gute Option. Außerdem sollte er beim BVB auch einen Schlussstrich ziehen, um Platz für junge Offensivspieler zu machen.

Nach Leipzig sollte er aber nicht gehen. Zum einen würden ihm das die BVB-Fans niemals verzeihen, denn RB ist bei vielen Anhängern verhasst. Zum anderen passt er sportlich nicht dorthin. Leipzig setzt vor allem auf junge, entwicklungsfähige Spieler. Reus ist ein Fußball-Oldie.

Am sinnvollsten wäre ein Wechsel ins Ausland. Allerdings nicht zu einem europäischen Topklub wie Manchester United. Sondern besser in eine schwächere Liga. Dort könnte er das Spiel im hohen Fußballeralter mitbestimmen, Spaß haben und nebenbei viel Geld verdienen. Ein Wechsel in die USA wäre ideal oder aber nach Saudi-Arabien zum Ronaldo-Klub Al-Nassr. Das wäre für alle überraschend, aber auch sinnvoll.

Und wer nun sagt, dass Reus dann keine Chance auf die Heim-EM 2024 hat, der hat damit recht. Die hat er aber auch so nicht. Dafür gibt es inzwischen zu viele gute, neue, deutsche Offensivspieler.

Kontra
Melanie MuschongMelanie MuschongSportredakteurin

Nein, er kann in Dortmund zur Legende werden

Marco Reus hat schon so einige Phasen beim BVB durchlebt. Zwei Mal wurde er mit dem Team Pokalsieger. Er ist Publikumsliebling und Leader. Und der Dortmunder Kapitän hat bereits in der Vergangenheit gesagt, dass er seine Karriere beim BVB beenden möchte. Dabei sollte er bleiben und sich um einen neuen Vertrag bemühen. Für sich und den Verein.

Denn: Er kann zur Legende werden. In der Stadt, in der er geboren wurde und aufgewachsen ist. Bei dem Klub, für den er auch schon in der Jugend bis zur U17 gespielt hat. Sebastian Kehl hat es als verdienter Spieler doch bereits bewiesen, wie es laufen kann. Vom treuen Fußballer zum Leiter Lizenzbereich und dann zum Sportdirektor. Auch Reus würde beim BVB irgendwann sicher einen guten Funktionär abgeben. Oder vielleicht sogar einen guten Cheftrainer. Wer weiß.

Er ist aktuell 33 Jahre alt und seine Verletzungshistorie ist bekannt. Einen neuen Klub sollte er sich nicht mehr antun, sondern sein bisheriges Standing nutzen. Bei einem neuen Topverein wäre Reus nur einer von vielen. Und weniger als ein Topklub passt nicht zu Reus.

Die bessere Lösung: Einen neuen Vertrag, egal ob kurz- oder langfristig, in Dortmund unterschreiben, als BVB-Anführer weiter junge Spieler wie Moukoko anleiten. Und zeigen, wie wertvoll er für diesen besonderen Klub ist.

Wer hat recht?

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