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Tuchel und der FC Bayern: Der größte Streitpunkt ist schon klar


Der größte Streitpunkt ist jetzt schon klar


27.03.2023Lesedauer: 1 Min.
Interview
Was ist ein Pro & Kontra?

Die subjektive Sicht zweier Autoren auf ein Thema. Niemand muss diese Meinungen übernehmen, aber sie können zum Nachdenken anregen.

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Nach Trainer-Beben: Wird der Coach-Wechsel die ersehnte Wende bringen? (Quelle: t-online)

Der FC Bayern hat sieben Trainer in sieben Jahren verschlissen. Wird der Verein mit dem neuen Trainer Thomas Tuchel nun langfristig Erfolg haben?

Jetzt legt Thomas Tuchel los – und peilt mit dem FC Bayern nicht weniger als das Triple an. Am kommenden Wochenende kann der neue Trainer im direkten Duell Borussia Dortmund wieder von der Tabellenspitze der Bundesliga verdrängen. Anschließend trifft er im Viertelfinale des DFB-Pokals auf den SC Freiburg, daraufhin im Viertelfinale der Champions League auf Manchester City. Das ist die Ausgangslage, die ihm der freigestellte Ex-Trainer Julian Nagelsmann hinterlassen hat.

Drei Titel in nur drei Monaten Amtszeit? Oder drei Enttäuschungen, wenn alles schiefgeht?

Tuchel bei seiner Vorstellung: "Natürlich gibt es eine Risikoabwägung. Wenn's passiert, dann werden wir Verantwortung dafür übernehmen und versuchen, es besser zu machen. Aber jetzt gilt es, das Selbstvertrauen zu haben, offenen Auges da reinzugehen. Wir werden mit allem, was wir haben, versuchen, diese drei Titel zu holen."

Der neue Trainer hat bei Bayern einen Vertrag bis 2025 unterschrieben, also für etwas mehr als zwei Jahre. Damit ist das Arbeitspapier ein Jahr kürzer gültig als das von Nagelsmann. Bedeutet das, dass sich der FC Bayern von Langzeitprojekten auf der Trainerbank verabschiedet hat? Tuchel fühle sich "extrem wohl" mit der Laufzeit, bezeichnete sie als "perfekt". "Wenn sich alle wohlfühlen, werden wir versuchen, die Zusammenarbeit zu verlängern." Aber:

Werden Thomas Tuchel und der FC Bayern langfristig Erfolg haben?

Pro
Robert HiersemannBereichsleiter Entwicklung

Ja, denn auch Tuchel hat dazugelernt

Thomas Tuchel ist ein absoluter Fachmann. Er hat Weltklasseteams in Paris und London trainiert, kennt sich auch in der Bundesliga bestens aus. In den vergangenen Jahren hat er gelernt, mit echten Superstars richtig umzugehen. Er ist extrem erfahren, krisenerprobt und wird aufgrund seiner Erfolge von jedem Spieler dieses Planeten respektiert. All das hat er Julian Nagelsmann voraus, und es wird ihm nun dabei helfen, lange als Trainer in München zu arbeiten.

Zudem verbindet ihn auch privat viel mit der Stadt. Das schafft zusätzliche Identifikation mit der Aufgabe und dem Verein. Tuchel besitzt seit Jahren eine Wohnung in München, seine Kinder sind der Nähe. Er selbst wurde in Bayern geboren. Bei seiner Vorstellung sagte er, dass er aus beruflichen und privaten Gründen zum FC Bayern gekommen sei.

Und Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic kennen auch all die negativen Geschichten vom aufbrausenden Tuchel. Sie werden darüber offen und ehrlich mit ihm gesprochen haben. Beide Seiten wären niemals zusammengekommen, wenn sie sich nicht zu 100 Prozent sicher gewesen wären, dass es wirklich passt. Außerdem lernen nicht nur Spieler, sondern auch Trainer dazu. Tuchel kehrt nach mehr als fünf Jahren im Ausland zurück in die Bundesliga. Die Zeit hat ihn geprägt und weiser gemacht.

Mit ihm beginnt nun eine neue, große Zeit des FC Bayern.

Kontra
Florian WichertStellvertretender Chefredakteur

Nein, die Trennung ist vorprogrammiert

Mit Chelsea hat Tuchel fünf Monate nach seinem Antritt die Champions League gewonnen. Bei Bayern ist sogar das Triple drin. Innerhalb von nur drei Monaten. Der große kurzfristige Erfolg – er ist diesem Spitzentrainer zuzutrauen.

Für eine Ära allerdings ist Tuchel der Falsche.

Bayern hat zuletzt in sieben Jahren sieben Trainer verschlissen. Tuchels Amtszeiten dauerten weder in Dortmund noch in Paris oder bei Chelsea länger als zweieinhalb Jahre. Bei allen Klubs endete das Engagement im Streit, bei allen war das Verhältnis zu seinen Vorgesetzten zerrüttet.

Folgerichtig und in weiser Voraussicht hat Bayern Tuchel nur mit einem Zwei-Jahres-Vertrag ausgestattet. Das Thema Langzeitprojekt haben sie mit Nagelsmanns Freistellung ohnehin beerdigt. Tuchel und die Bayern-Verantwortlichen: Das kann gar nicht gut gehen.

Der größte Streitpunkt ist schon jetzt klar. Der selbstbewusste Tuchel beansprucht die Deutungshoheit über Leistungen nach Spielen für sich. Die Bayern-Bosse werden sich die allerdings nicht nehmen lassen. Sie legen öffentlich den Finger in die Wunde, wenn ihnen die Performance nicht passt und lassen sich nicht von einem aufmüpfigen Trainer auf der Nase herumtanzen.

Bayern und Tuchel: Kurzfristig ist Erfolg vorprogrammiert. Mittelfristig Streit. Langfristig nur eines: die Trennung.

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  • Im „Zweikampf der Woche“ kommentieren wir wöchentlich ein aktuelles Fußballthema. Sehen Sie den Schlagabtausch auch im Video — am Montag ab 19.30 Uhr im Rahmen der „Sport 1 News“ bei Sport 1 oder ab Montagnachmittag hier oben im Artikel.
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