Sie sind hier: Home > Sport > Mehr Sport > Handball >

Handball-WM 2015: Katar wegen "Einkaufspolitik" am Pranger

...

Vor Viertelfinale gegen Deutschland  

Katars "Einkaufspolitik" sorgt für harte Kritik

27.01.2015, 14:24 Uhr | sid

Handball-WM 2015: Katar wegen "Einkaufspolitik" am Pranger. Goran Stojanovic (re.) spielte schon für Jugoslawien und Montenegro, bevor er für Katar auflief. (Quelle: dpa)

Goran Stojanovic (re.) spielte schon für Jugoslawien und Montenegro, bevor er für Katar auflief. (Quelle: dpa)

Trotz seines historisch erfolgreichen Abschneidens steht Gastgeber Katar bei seiner Heim-WM im Kreuzfeuer der Kritik. Vor dem Viertelfinale gegen die deutsche Mannschaft (am Mittwoch ab 16.15 Uhr im t-online.de Live-Ticker) kocht die Debatte um die skurrile "Einkaufspolitik" der mit zahlreichen internationalen Stars gespickten katarischen Mannschaft hoch. Experten und Spieler fordern eine Änderung des Reglements.

"Wenn man ein A-Länderspiel für eine Nation absolviert hat, sollte man den Verband nicht mehr wechseln dürfen", sagte der frühere Welthandballer Daniel Stephan: "Die bestehende Regel muss vom Weltverband geändert werden. Da wäre der Fußball ein gutes Vorbild."

"Mehr als grenzwertig"

Die aktuellen Statuten der Internationalen Handballföderation IHF, nach denen jeder Spieler nach drei Jahren ohne Länderspiel den Verband wechseln kann, hält der Europameister von 2004 für "mehr als grenzwertig". Deswegen hätten die Erfolge der mit zahlreichen internationalen Stars gespickten katarischen Nationalmannschaft einen "faden Beigeschmack".

Gerade mal vier Spieler im Kader des Asienmeisters sind echte Einheimische, der Rest wurde in den vergangenen Jahren aus Frankreich, den Balkanländern oder Nordafrika zusammengekauft. "Es tut mir im Handballherzen weh, dass so etwas möglich ist", sagte Schwedens Kapitän Tobias Karlsson im schwedischen Fernsehen.

Fußball als Vorbild?

Spaniens EM-Torschützenkönig Joan Canellas vom THW Kiel pflichtete ihm bei: "Das Problem ist, dass es keine Regel gibt, die so etwas verbietet." Und während sich der Deutsche Handballbund (DHB) vor der brisanten Partie mit einer öffentlichen Stellungnahme zurückhielt, würde es auch der Österreicher Viktor Szilagyi "gut heißen, wenn es dort eine Änderung gäbe." Da könne der Fußball ein großes Vorbild sein, findet der langjährige Bundesliga-Profi.

UMFRAGE
Die deutschen Handballer spielen bei der WM groß auf. Wie weit geht es für das DHB-Team?

Im Fußball gilt die Regel, dass ein Spieler A-Länderspiele nur für eine Nationalmannschaft absolvieren darf. Sofern er schon in einem Junioren-Länderspiel eingesetzt worden ist, muss er sich laut FIFA-Statuten bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres für ein Land entscheiden.

Stojanovic: "Müssen versuchen, so viel wie möglich zu verdienen"

Torhüter Goran Stojanovic steht beispielhaft für das Heer der vielen kurzfristig eingebürgerten Spitzenkräfte, die das katarische Handball-Märchen überhaupt erst möglich machen. Der langjährige Bundesliga-Profi und gebürtige Montenegriner hat mit der von vielen als "Söldnertum" verspotteten Praxis kein Problem. "Handball ist unser Job. Wir müssen versuchen, so viel wie möglich damit zu verdienen", sagt der 37-Jährige.

Seine Aussagen verwundern kaum, denn nach der WM werden Stojanovic und seine Kollegen wohl ausgesorgt haben. So sollen die Spieler, die überwiegend bei katarischen Klubs unter Vertrag stehen, neben ihrem fürstlichen Grundgehalt von monatlich über 30.000 Euro eine Siegprämie von 100.000 Euro für jeden WM-Erfolg einstreichen. Pro Mann, versteht sich.

Bisherige Vorstöße, der höchst umstrittenen Verfahrensweise einen Riegel vorzuschieben, scheiterten. "Die Europäische Handball-Föderation und ich haben im Herbst 2013 einen Antrag eingereicht, dass Spieler nach dem 21. Lebensjahr nicht mehr die Nationalmannschaft wechseln dürfen. Der sollte bearbeitet werden", klagte der schwedische Spitzenfunktionär Arne Elovsson jüngst in der Tageszeitung "Aftonbladet", "aber seitdem haben wir nichts mehr gehört".

Liebe Leserinnen und Leser, leider können wir Ihnen nicht unter allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Wir wollen alle Debatten auf t-online.de schnell und sorgfältig moderieren - und können deswegen aus der Vielzahl unserer Artikel nur einzelne Themen für Leserdebatten gezielt auswählen. Dabei ist uns wichtig, dass sich das Thema für eine konstruktive Debatte eignet und es keine thematischen Dopplungen in den Diskussionen gibt. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Wir freuen uns auf angeregte und kontroverse Diskussionen. Eine Liste der aktuellen Leserdebatten finden Sie auf unserer Übersichtsseite. Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Sexy Bademode: die Hingucker an Strand und Badesee
gefunden auf otto.de
Anzeige
Nur noch heute: Gutschein im Wert von bis zu 40,- €
jetzt sichern bei MADELEINE
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018