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Fritz zur Handball-WM: Darum ist Deutschland heute Favorit gegen Norwegen


Darum ist Deutschland heute der Favorit

Eine Kolumne von Henning Fritz

Aktualisiert am 25.01.2019Lesedauer: 3 Min.
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Hat das Finale im Blick: Uwe Gensheimer. (Quelle: imago-images-bilder)
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Das letzte Mal bei der WM spielt die deutsche Handball-Nationalmannschaft vor heimischer Kulisse. Die Euphorie vor dem Showdown gegen Norwegen ist groß. Und das DHB-Team ist der Favorit, meint Handball-Legende Henning Fritz in seiner Kolumne.

Die letzten Tage der Handball-WM stehen an. Viele Teams sind bereits wieder in der Heimat. Die deutsche Mannschaft ist jedoch noch im Rennen um den Titel und trifft nun im Halbfinale auf Norwegen. Die Skandinavier zählen völlig verdient zu den besten vier Teams des Turniers.

Ein herausragender Torwart

Deutschland bekommt es mit einer spielstarken Mannschaft zu tun, die eine große Qualität hat. Das Team ist sehr jung und flexibel und hat gute Schützen aus dem Rückraum. Uns erwartet ein anderes Spiel als gegen Spanien oder Frankreich. Das waren zwei Teams, die individuell sehr gut besetzt sind, aber kein so hohes Tempo spielen. Das ist bei Norwegen anders.

Mit Torbjörn Bergerud steht ein herausragender Torhüter zwischen den Pfosten, der in den letzten Jahren in Flensburg gezeigt hat, dass er zu den besten seines Fachs gehört. Espen Christensen als Ersatz ist ebenfalls stark. An das deutsche Torhüterduo kommen sie aber nicht heran. Andi Wolff zeigt auch in diesem Turnier wieder, was er alles kann. Dazu hat Silvio Heinevetter gegen Serbien und Spanien bewiesen, dass er ein toller Ersatz ist. Er muss sich in ein Spiel reinbeißen, das macht ihn stark.

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So stoppt Deutschland Sagosen

Der Star der Norweger spielt aber nicht im Tor, sondern im Rückraum. Sander Sagosen ist der Anführer des Teams und kaum zu stoppen, weil er viele Fähigkeiten mitbringt. Er hat die Physis, sich gegen starke Abwehrreihen durchzusetzen. Dazu hat er eine gute Übersicht und einen starken Wurfarm. Sagosen bringt alles mit, was ein Spieler auf Weltklasse-Niveau haben muss. Mit ihm hat das Team einen Kopf, den es braucht, um sich im Halbfinale zu behaupten.

Liest die gegnerische Abwehr sehr gut: Sander Sagosen.
Liest die gegnerische Abwehr sehr gut: Sander Sagosen. (Quelle: Bildbyran/imago-images-bilder)

Neben ihm gibt es viele talentierte und spielstarke Akteure, wie Magnus Abelvik Röd von Flensburg-Handewitt, die unseren Jungs alles abverlangen werden. Um die Norweger zu stoppen, müssen wir mit einer 5-1-Abwehr spielen. Das heißt, dass fünf Spieler am Kreis stehen und einer etwas weiter vorne agiert und den ballführenden Gegner früh stört. Das hat Hendrik Pekeler in diesem Turnier sehr gut gemacht. Gegen Sander Sagosen könnte das helfen, den Norwegern den Spielfluss zu nehmen.

Wiencek wird das Zentrum zumachen

Generell muss die deutsche Mannschaft die gegnerischen Angriffe früh unterbrechen. Sei es durch Fouls oder Dopplungen. Tempogegenstöße darf man gegen dieses Team nicht zulassen. Norwegen spielt einen unglaublich schnellen Ball, was schwer zu verteidigen ist. Vielleicht sollten wir dafür sorgen, dass sie meist nur über die Außen abschließen können.

Da sind die Norweger zwar auch gut besetzt, aber in erster Linie müssen unsere Verteidiger ihren Rückraum in Bedrängnis bringen, denn der ist unheimlich stark. An dieser Stelle will ich auch Patrick Wiencek noch mal hervorheben, der eine tolle WM spielt und das Publikum mitnimmt. Er wird das Zentrum mit seinen Nebenmännern zumachen.

Wenn Patrick Wiencek (l.) verteidigt, gibt es kein Durchkommen.
Wenn Patrick Wiencek (l.) verteidigt, gibt es kein Durchkommen. (Quelle: Agentur 54 Grad/imago-images-bilder)

Wir brauchen mehrere Schützen

In unserem eigenen Offensivspiel haben wir viele Optionen. Das hat auch das Spanien-Spiel wieder gezeigt, wo der Bundestrainer viel rotierte. Es freut mich, dass Tim Suton sich so schnell ins Team einreihen konnte. Dieses Beispiel zeigt: Die deutsche Offensive ist sehr breit aufgestellt.


Ob Fabian Wiede, Kai Häfner, Paul Drux oder Fabian Böhm, wir haben einige Asse im Ärmel. Dazu hat Kapitän Uwe Gensheimer gegen Spanien eine längere Pause bekommen. Wichtig ist nur, dass sich Norwegen nicht auf einen Spieler fokussieren kann. Wir brauchen dringend mehrere Schützen, um es der skandinavischen Abwehr schwer zu machen.

Mein Wunschgegner für ein mögliches Finale

Die Euphorie im Land ist groß, aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir dank Brasilien in der Hauptrunde eine so gute Ausgangsposition hatten. Trotzdem geht Deutschland als Favorit ins Spiel. Wir sind Gruppensieger und spielen vor heimischer Kulisse. Das Publikum in Hamburg ist auf unserer Seite.


Sollte das deutsche Team tatsächlich ins Finale kommen, würde ich mir als Gegner Dänemark wünschen. Wenn am Ende beide Ausrichter im Finale stehen, wäre das ein tolles Endspiel mit großartiger Stimmung.

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