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"Ich spiele den Dirk Nowitzki des eSports"

  • T-Online
Von Alexander Kohne

Aktualisiert am 09.10.2018Lesedauer: 5 Min.
Zwei Deutsche bei den Mavs: Jannis Neumann spielt in Dallas' eSport-Team, Dirk Nowitzki (r.) bei den NBA-Basketballern.
Zwei Deutsche bei den Mavs: Jannis Neumann spielt in Dallas' eSport-Team, Dirk Nowitzki (r.) bei den NBA-Basketballern. (Quelle: NBA 2K League/imago-images-bilder)
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22 Jahre alt, wurfstark, Team-Player: Jannis Neumann ist eines der grĂ¶ĂŸten Talente der Dallas Mavericks – allerdings nicht auf dem Court, sondern an der Konsole beim Sportspiel NBA 2K. Er ist der einzige Deutsche in der neuen US-Profi-Liga – und vieles an seiner Geschichte erinnert an Dirk Nowitzki.

Millionen Jugendliche und junge Erwachsene zocken weltweit die Sportsimulation "NBA 2K". Geld verdienen damit allerdings die Allerwenigsten. Zu ihnen gehört der 22-jĂ€hrige gebĂŒrtige Dinslakener Jannis Neumann. Er spielt seit FrĂŒhjahr in der "NBA 2K League", der neuen eSport-Liga der NBA – und zwar ausgerechnet bei den Dallas Mavericks, dem Team der deutschen NBA-Legende Dirk Nowitzki.

t-online.de: Herr Neumann, was haben Ihre Eltern gesagt, als Sie ihnen erklÀrt haben, mit eSport Ihr Geld verdienen und in die USA ziehen zu wollen?

Jannis Neumann (22): Die standen komplett hinter mir und haben das unterstĂŒtzt. Denn sie verfolgen das bei mir schon lĂ€nger, haben mich NBA 2K zuvor mehrere Jahre spielen sehen und wussten, worum es sich handelt. Viele Jahre war das ein Hobby fĂŒr mich, aber als bekannt wurde, dass in den USA die "NBA 2K League" gegrĂŒndet werden soll und man damit sein Geld verdienen kann, wollte ich dort sofort mitmachen.


Das ist Ihnen gelungen. Im FrĂŒhjahr hat die Liga den Spielbetrieb aufgenommen – und Sie waren einer der ersten 102 Spieler. Wie haben Sie das geschafft?

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Ich spiele NBA 2K seit knapp acht Jahren, war in Ranglisten immer oben dabei und habe – ehrlich gesagt – auch immer sehr viel Zeit investiert, um mich zu verbessern. Ich bin die ganze Sache also bereits sehr seriös angegangen, bevor damit Geld zu verdienen war. Um mich fĂŒr einen der 102 PlĂ€tze zu qualifizieren, gab es im Internet Vorausscheidungen, bei denen ich erfolgreich war. Dann habe ich im vergangenen Februar in etwa vier Wochen rund 82 Spiele gemacht und mich dabei gegen rund 72.000 Konkurrenten durchgesetzt.

NBA 2K League Die professionelle eSport-Liga von NBA und Softwarehersteller Take-Two Interactive wurde 2018 gegrĂŒndet. Gespielt wird die Basketball-Simulation NBA 2K im 5-gegen-5-Modus in einer Mischung aus regulĂ€ren Spielen, Turnieren und Playoffs. Erster Meister wurde Knicks Gaming, der eSport-Ableger der New York Knicks.

Das fĂŒhrte dazu, dass der eSport-Ableger der Dallas Mavericks, der Mavs Gaming heißt, Sie verpflichtete und Sie nach Texas zogen. Haben Sie eigentlich schon mit Dirk Nowitzki gezockt?

(lacht) Gezockt leider noch nicht, wir haben ein bisschen gequatscht, z. B. ĂŒber unsere Liga, die NBA 2K League – die ja noch sehr neu ist. Er wusste davon logischerweise noch nicht so viel.

Spielt Nowitzki denn selbst Videospiele?

Nein, er selbst spielt nicht so viel. Aus dem Alter ist er etwas raus, sagt er selber. Aber vielleicht wird das bald wieder mehr, denn er hat ja drei Kinder, die so langsam auch in das Alter kommen.

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Im eSport-Team der Mavs spielen Sie einen Big Man der sehr gut werfen kann – Ă€hnlich wie der echte Nowitzki. Sind Sie also der Nowitzki des eSports?

Ja, der Vergleich wird oft gezogen. Es gibt natĂŒrlich ein paar Sachen, die Ă€hnlich sind. Aber Nowitzki ist eine Legende, mit der man sich nicht vergleichen kann. Es ist natĂŒrlich schön, dass das gesagt wird, aber da fehlt noch eine ganz Menge, einige Titel (lacht). Nowitzki kann sich jeder Mensch als Vorbild nehmen. Der hat alles erreicht in der NBA und ist trotzdem sehr bodenstĂ€ndig geblieben.

Kann man denn zumindest sagen, dass Sie den Nowitzki des eSports spielen?

Ja, das schon. NatĂŒrlich auch weil ich bei den Mavs spiele, der einzige Deutsche in der Liga bin und der Spielstil Ă€hnlich ist.

Wie sieht ein normaler Tag in Ihrem Leben als eSportler aus?

An einem Trainingstag treffen wir uns um zehn Uhr zu einem etwa 30-minĂŒtigen Team-Meeting. Danach folgen zwei bis drei Trainingsblöcke Ă  zwei bis drei Stunden. Dabei spielen wir gegen andere Teams aus der Liga wie Miami oder Boston. Danach analysieren wir diese Partien und tĂŒfteln beispielsweise an einzelnen SpielzĂŒgen. Das geht dann meistens bis 18 oder 19 Uhr.

Das hört sich nach einem Fulltime-Job an. Gibt es spezielle Trainer?

Ja, wir haben fĂŒr sechs Spieler drei Trainer: einen Headcoach, seinen Assistenten und noch einen Mentaltrainer.

Was macht denn dieser Mentaltrainer?

ESport ist vor allem eine mentale Belastung. Deshalb ist Entspannung ganz wichtig. Dazu erlernen wir bestimmte Techniken. Dazu kommen so Dinge wie AtemĂŒbungen. Und im Spiel geht es darum, besonders in hektischen Situationen ruhig zu bleiben – das ist bei uns nicht anders als im normalen Basketball. In einer knappen Schlussphase muss man einen klaren Kopf bewahren. Auch das trainieren wir.

Körperliches Training steht allerdings auch auf dem Plan


Genau, um uns richtig auszupowern, gehen wir nach dem Training auf den Basketball-Court, in unsere eigene Halle. Die ist auch noch mit einem Fitness-Studio verbunden. Denn von körperlicher Fitness profitiert man auch im eSport. Zu Beginn einer Saison sind wir schon mal eine bis eineinhalb Stunden pro Tag im Fitness-Studio.

Haben Sie aktiv Basketball gespielt?

Klar, in der fĂŒnften Klasse habe ich richtig mit Basketball angefangen – vor allem in der Schulmannschaft. Da habe ich auch oft mit meinem besten Freund gespielt, der in der Jugend-Basketball-Bundesliga (JBBL) aktiv war, und wir waren jeden Tag auf dem Freiplatz.

Ist man ein besserer eSportler, wenn man realen Basketball gespielt hat?

Absolut. Wenn man den Schritt in den professionellen eSport geht, ist es vorteilhaft, sich auch im echten Basketball auszukennen. Ich schaue selbst viele NBA-Spiele – was sich absolut auszahlt. Außerdem bin ich bei den Mavs manchmal in der Halle.

Jannis Neumann (3. v. l.) mit seinen Kollegen von von Mavs Gaming beim Liga-Start Anfang Mai.
Jannis Neumann (3. v. l.) mit seinen Kollegen von von Mavs Gaming beim Liga-Start Anfang Mai. (Quelle: NBA 2K League)

Aktuell gibt es eine heiße Diskussion darĂŒber, ob eSport olympisch werden sollte. Wie stehen Sie dazu?

NatĂŒrlich wĂ€re es schön, wenn eSport olympisch wird. Wobei dann natĂŒrlich spannend wĂ€re, welche Spiele genau dabei wĂ€ren. Klar ist, dass das Ganze immer grĂ¶ĂŸer wird. Nehmen wir beispielsweise League of Legends (ein populĂ€res Strategiespiel, Anm. d. Red.). Bei deren Finals holen sie mehr Zuschauer raus als bei den NBA-Finals.

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Hat es der eSport aufgrund seiner steigenden globalen Bedeutung letztendlich also gar nicht nötig, olympisch zu werden?

Ich glaube nicht, dass der eSport das nötig hat, so riesig wie er in den letzten Jahren gewachsen ist. Zumal Internet-Streaming immer grĂ¶ĂŸer wird und dadurch immer mehr Menschen auf einfachem Weg erreicht werden können. Aber natĂŒrlich wĂ€re das trotzdem eine super Sache. Doch es wird wahrscheinlich noch ein paar Jahre dauern.

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