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Iranischer Judo-Weltmeister beantragt Asyl in Deutschland

Saeid Mollaei  

Judo-Weltmeister beantragt offenbar Asyl in Deutschland

01.09.2019, 21:30 Uhr | sid

Iranischer Judo-Weltmeister beantragt Asyl in Deutschland. Weltklasse-Judoka: Saeid Mollaei hat unter anderem bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen gekämpft. (Quelle: imago images)

Weltklasse-Judoka: Saeid Mollaei hat unter anderem bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen gekämpft. (Quelle: imago images)

Irans Judo-Star Saeid Mollaei ist offenbar nach Deutschland geflogen und hat dort Asyl beantragt. Der iranische Verband soll den Weltmeister zuvor dazu gezwungen haben, zu verlieren.   

Der iranische Judo-Weltmeister Saeid Mollaei hat nach seiner Flucht nach Berlin offenbar in Deutschland Asyl beantragt. Dies teilte Marius Vizer, der Präsident des Judo-Weltverbandes IJF, der japanischen Zeitung "Asahi Shimbun" am Rande der Weltmeisterschaften in Tokio mit. Das Bundesinnenministerium verweigerte auf Anfrage der französischen Nachrichtenagentur AFP einen Kommentar.

Mollaei ist offenbar in Deutschland

Mollaei hält sich offenbar in Deutschland auf. "Ich hatte ein deutsches Visum, und ich bin in Deutschland, um mich von den Gerüchten fernzuhalten", sagte Mollaei dem in London beheimateten TV-Sender Iran International.

Wie Mollaei, der 2018 bei der WM in der Klasse bis 81 kg Gold gewonnen hatte, berichtete, sei er in Tokio von seinem Verband gezwungen worden, im Halbfinale absichtlich gegen den Belgier Matthias Casse zu verlieren, um in einem möglichen Finale nicht gegen den Israeli Sagi Muki antreten zu müssen. Beide Länder sind politisch verfeindet.

Familie soll von politischer Seite bedroht worden sein

Vizer stellte sich hinter den Athleten und gab ihm die Möglichkeit in Aussicht, bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio antreten zu können. "Es ist unsere Aufgabe, die Sportler zu schützen. Das ist ganz klar", sagte der Österreicher, der die IJF seit 2007 anführt. Vizer werde sich beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) dafür einsetzen, dass Mollaei im Flüchtlingsteam starten dürfe.

"Aber es gibt noch andere Optionen", sagte Vizer, der eine offizielle Erklärung für Montag ankündigte, "wir werden alles dafür tun, dass der Athlet seine Karriere fortsetzen kann." Der Weltverband werde in der kommenden Woche zudem untersuchen, inwieweit Mollaei und dessen in Teheran lebende Familie von politischer Seite bedroht worden seien.


Dann werde man auch entscheiden, ob der iranische Judo-Verband sanktioniert werde. "Wir haben Regeln. Alles muss im Einklang mit den Statuten des internationalen Verbandes und mit der Olympischen Charta geschehen", sagte Vizer. Manche Länder hätten andere Regeln, diese könnten sie in ihren Ländern auch anwenden, "aber nicht bei einem internationalen Sportereignis", so Vizer.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur sid

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