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Australian Open – Nicolas Kiefer: So schafft es Alexander Zverev ins Finale

Australian Open  

Kiefer: So schafft es Zverev ins Finale der Australian Open

30.01.2020, 21:23 Uhr
Australian Open – Nicolas Kiefer: So schafft es Alexander Zverev ins Finale. In der Erfolgsspur: Zum ersten Mal in seiner Karriere hat Alexander Zverev bei einem Grand-Slam-Turnier das Halbfinale erreicht. (Quelle: imago images)

In der Erfolgsspur: Zum ersten Mal in seiner Karriere hat Alexander Zverev bei einem Grand-Slam-Turnier das Halbfinale erreicht. (Quelle: imago images)

Der frühere deutsche Spitzenspieler spricht über die Chancen von Alexander Zverev im Halbfinale gegen Dominic Thiem – und erklärt, warum der 22-Jährige stabiler wirkt als in der Vergangenheit. 

Es ist der größte Erfolg in der noch jungen Karriere von Alexander Zverev bei einem Grand-Slam-Turnier: Der 22-jährige Hamburger steht zum ersten Mal im Halbfinale eines der "großen Vier" des Tennis. Am Freitag trifft der aktuell beste deutsche Tennisspieler bei den Australian Open in Melbourne auf den Österreicher Dominic Thiem. Der aktuelle Weltranglisten-Siebte gegen den Weltranglisten-Fünften. Beide Spieler gehen mit Selbstvertrauen ins Match: Zverev siegte im Viertelfinale gegen den dreimaligen Grand-Slam-Sieger Stan Wawrinka (1:6, 6:3, 6:4, 6:2), Thiem warf überraschend Superstar Rafael Nadal aus dem Turnier, schlug den Spanier 7:6 (7:3), 7:6 (7:4), 4:6, 7:6 (8:6).

Das frühere deutsche Tennis-Ass Nicolas Kiefer sieht Zverev nun besonders gefordert. "So komisch es auch klingt, aber ich war vorher der festen Überzeugung: Gegen Nadal hätte Zverev bessere Chancen gehabt als gegen Thiem,“ meint der 42-Jährige, der 2006 selbst im Halbfinale von Melbourne stand, im Interview mit t-online.de. "Thiems Spiel lag Sascha in der Vergangenheit nicht. Er bringt unheimlich viele Bälle zurück und hat ihm immer Probleme bereitet." Tatsächlich konnte Zverev in bisher acht Duellen nur zwei Siege gegen Thiem einfahren, den letzten gab es beim ATP Masters in Madrid 2018.

Auch nach dem Karriereende dem Tennis verbunden: Aktuell berät Nicolas Kiefer den traditionsreichen SCC Berlin. Für den Reiseveranstalter Robinson ist er als Experte tätig und hat unter "NK #kiwifash" sein eigenes Modelabel. (Quelle: Foto: Nicolas Kiefer)Auch nach dem Karriereende dem Tennis verbunden: Aktuell berät Nicolas Kiefer den traditionsreichen SCC Berlin. Für den Reiseveranstalter Robinson ist er als Experte tätig und hat unter "NK #kiwifash" sein eigenes Modelabel. (Quelle: Foto: Nicolas Kiefer)

"Sascha darf sich nicht auf lange Ballwechsel einlassen. Bei der Fitness sehe ich Thiem stärker", warnt Kiefer – und erklärt, was für den Deutschen spricht: "Spielerisch ist es unglaublich ausgeglichen. Aber: Sascha hat klare Vorteile beim Aufschlag und kann auch aggressiver spielen. Das muss er nutzen." Nur einen weiteren wichtigen Aspekt sieht der 42-Jährige beim Österreicher: "Thiem hat den Vorteil, dass er schon mal im Halbfinale eines Grand Slams war und diese Erfahrungswerte hat." 2018 und 2019 stand der 26-Jährige sogar im Finale der French Open, verlor beide Male gegen Sandplatzkönig Nadal. Im Duell mit Zverev erwartet Kiefer nun, dass es ein "offener Schlagabtausch“ wird.

Das Auftreten des zuletzt kriselnden Zverev in Melbourne hat den Olympia-Silbermedaillengewinner im Doppel von 2004 beeindruckt: "Man merkt Sascha aktuell das Selbstvertrauen an, das er sich angespielt hat. Die ersten Runden hat er souverän gewonnen. Gegen Wawrinka dann hat er den ersten Satz zu schnell abgegeben, da hat er einfach nicht aufgepasst. Aber dabei war etwas besonders wichtig: Er hat sich danach wieder gefangen. Das hätte vor drei, vier Wochen vielleicht noch anders ausgesehen." In der Vergangenheit schien Zverevs Spiel fehleranfällig, besonders eine Vielzahl an Doppelfehlern und mangelnde Konstanz verhinderten bis jetzt den ganz großen Durchbruch des Riesentalents.

Gefährlicher Gegner: Dominic Thiem warf überraschend Rafael Nadal aus dem Turnier. (Quelle: imago images)Gefährlicher Gegner: Dominic Thiem warf überraschend Rafael Nadal aus dem Turnier. (Quelle: imago images)

Bei den Australian Open aber präsentiere sich ein verbesserter Zverev, meint Kiefer: "Er hat es geschafft, sich schnell wieder auf seine Stärken zu besinnen. Sascha hat aggressiv gespielt, und in den besten Momenten seine besten Schläge ausgepackt – und dann völlig verdient gewonnen." Auf dem 22-Jährigen habe Druck von Außen gelastet. "Vor dem Turnier hieß es, er würde es nicht schaffen, und wenn man jetzt die Schlagzeilen liest, dann steht da, er hätte es gepackt. Das ist für ihn auch nicht einfach." Zverev habe die richtige Reaktion gefunden und mit den Siegen ein Zeichen gesetzt. Kiefer: "Ihm ist ganz klar ein großer Stein vom Herzen gefallen. Dass er es jetzt so weit geschafft hat, muss für ihn eine große Genugtuung sein im Hinblick auf die Berichterstattung zuvor."

Geht es so weiter, könne sich Zverev endgültig in der Weltspitze etablieren und ihm "endgültig die Türen offenstehen, dass er ein regelmäßiger Kandidat für Halbfinals und auch Endspiele bei den großen Turnieren ist – und irgendwann wird er dann auch den ganz großen Erfolg feiern."

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