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Politik schnürt Hilfspaket für deutsche Profiligen

Von sid
Aktualisiert am 30.06.2020Lesedauer: 2 Min.
Leere Ränge beim Finalturnier der BBL: Um unter anderem fehlende Zuschauereinnahmen zu kompensieren, hat der Bund ein Hilfspaket für deutsche Profi-Ligen beschlossen.
Leere Ränge beim Finalturnier der BBL: Um unter anderem fehlende Zuschauereinnahmen zu kompensieren, hat der Bund ein Hilfspaket für deutsche Profi-Ligen beschlossen. (Quelle: Matthias Balk/dpa-bilder)
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Wegen der Corona-Pandemie ist der deutsche Profisport finanziell in Schieflage geraten. Hilfe kommt jetzt von Seiten der Politik: Mit 200 Millionen Euro soll den angeschlagenen Klubs aus der Krise geholfen werden.

Der erhoffte Geldsegen aus der Politik kommt, die von der Coronakrise finanziell gebeutelten Klubs können etwas durchatmen: Mit einem 200-Millionen-Euro-Paket will der Bund im Rahmen des milliardenschweren Konjunkturpakets die Profiligen unterstützen, Insolvenzen verhindern und traditionsreiche Standorte bewahren. Doch auch die vermeintlichen Randsportarten sollen profitieren.

"Ein wahnsinnig wichtiger Beitrag"

"Es ist ein existenziell wichtiger Beitrag, um vernünftige Wettbewerbe, einen vernünftigen Spielbetrieb und ein vernünftiges Lizenzverfahren in den kommenden zwölf Monaten zu ermöglichen", sagte CDU-Sportpolitiker Frank Steffel dem SID am Dienstag: "Es ist ein wahnsinnig wichtiger Beitrag, um Hunderten von Vereinen die Existenz zu retten."

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Eine entsprechende Beschlussvorlage muss in den kommenden Tagen noch von den entsprechenden Institutionen wie dem Haushaltsausschuss und dem Bundestag beschlossen werden. Dies gilt aber nur als Formalie.

Fehlende Zuschauereinnahmen

In erster Linie werden die Klubs der großen Profiligen profitieren, die aufgrund der geltenden Regeln zur Eindämmung der Pandemie fehlende Zuschauereinnahmen zu verzeichnen haben. Dazu zählen etwa die Vereine aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL), der Basketball Bundesliga (BBL) oder der Handball Bundesliga (HBL), aber auch aus der 3. Fußball-Liga und der Frauenfußball-Bundesliga.

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Ein zentrales Kriterium für die Verteilung der Gelder sind die Zuschauereinnahmen. Die fehlenden Einnahmen der Monate April bis Dezember können laut Steffel "bis zu 80 Prozent netto" erstattet werden. Der Höchstsatz liegt aufgrund der EU-Beihilfeverordnung bei 800.000 Euro.

Nicht nur große Ligen haben Anspruch

Insbesondere der Frauensport partizipiere, auch für den ländlichen Raum seien die Hilfen wichtig. "Es sind ganz, ganz viele kleine Orte, wo die Vereine gerade auch im Frauenbereich eine ganz große Tradition haben", sagte der Bundestagsabgeordnete Steffel, der zugleich Präsident des Handball-Bundesligisten Füchse Berlin ist.

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Anspruch auf Hilfen haben allerdings nicht nur die Vereine der großen Profiligen, sondern laut Steffel "die 1. und 2. Ligen aller Sportarten": "Im Grundsatz betrifft es genauso das Ringen. Es gibt Orte, da gehen Tausend Leute zum Ringen. Es gibt Orte, da gehen 300 Leute zum Wasserball oder zu einem Schützenwettbewerb. Das soll ausdrücklich mit drin sein. Wenn die Zuschauereinnahmen wegfallen, gibt es auch hier, wenn die Veranstaltung stattfindet, eine entsprechende Unterstützung."

HBL-Geschäftsführer sorgt sich wegen fehlender Zuschauer

Auch Verbände seien ausdrücklich erwähnt, "da muss man aber sehr genau gucken, wie dann die Rahmenbedingungen sind."

Die staatlichen Hilfen werden die wirtschaftlichen Schäden für die Vereine zumindest mildern. Aufatmen dürften sie allerdings erst, wenn wieder Spiele vor Publikum möglich sind. Wann das sein wird, ist angesichts behördlicher Beschränkungen und wieder gestiegener Infektionszahlen unklar.

Ohne Zuschauer, das betonte HBL-Geschäftsführers Frank Bohmann zuletzt, "ist diese Sportart auf Dauer finanziell nicht durchführbar". Da hilft auch kein Konjunkturpaket.

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Von Kim Steinke
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