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Beerbaum unter Druck - Verband: Das war kein "Touchieren"

Von dpa
Aktualisiert am 18.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Wehrt sich gegen die VorwĂŒrfe der TierquĂ€lerei: Ludger Beerbaum.
Wehrt sich gegen die VorwĂŒrfe der TierquĂ€lerei: Ludger Beerbaum. (Quelle: Friso Gentsch/dpa./dpa)
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Warendorf (dpa) - In der AffÀre um angebliches Barren von Springpferden auf dem Hof von Ludger Beerbaum setzt eine Stellungnahme der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) den viermaligen Olympiasieger weiter unter Druck.

Nach der Ansicht eines mehrminĂŒtigen Zusammenschnittes verschiedener Videosequenzen von RTL sagte FN-GeneralsekretĂ€r Soenke Lauterbach, "dass Teile der dokumentierten VorgĂ€nge eindeutig nicht unserer Beschreibung des Touchierens entsprechen".

Touchieren ist erlaubt, Barren hingegen nicht - und der GeneralsekretĂ€r sagte zu den von RTL zur VerfĂŒgung gestellten Aufnahmen: "Zum Beispiel ist eine Ausholbewegung zu sehen, bevor die Touchierstange die Pferdebeine berĂŒhrt." Die FN-Regularien sehen unter anderem vor, dass beim Touchieren die Stange ein glattes Rundholz sein muss, nicht mehr als drei Meter lang und nicht schwerer als zwei Kilo.

Beerbaum wehrt sich in Stellungsnahme

Der TV-Sender hatte dem Weltklasse-Springreiter eine Woche zuvor in einem Beitrag bei "RTL Extra" TierquÀlerei vorgeworfen. Der 58-JÀhrige soll nach RTL-EinschÀtzung die unerlaubte Trainingsmethode des Barrens bei seinen Springpferden angewandt haben - was der Reiter bestreitet.

Beerbaum begrĂŒĂŸte die "erste Einordnung der FN". In Lauterbachs Aussage werde "deutlich, dass sich die deutsche FN sehr differenziert mit den Originalaufnahmen auseinandersetzt und auf das nach meiner festen Überzeugung zu sehende Touchieren eingeht". Der Reiter kĂŒndigte an, er werde "aktiv auf unseren Fachverband zugehen, um auch von unserer Seite die Videoaufnahmen zu erlĂ€utern und zu den VorwĂŒrfen Stellung zu nehmen. Hierzu ist es notwendig, dass wir die Originalaufnahmen sichten können und nicht ĂŒber redaktionell bearbeitete Szenen sprechen."

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In einer ersten Stellungnahme hatte sich Beerbaum vehement gegen die Anschuldigungen gewehrt. "Der Beitrag von 'RTL extra' ist in vielen Punkten nachweislich falsch, verleumderisch und ehrverletzend", schrieb er am und kĂŒndigte juristische Schritte an.

Vor einer Woche standen der FN nur wenige Sekunden verpixelter Szenen zur VerfĂŒgung. Jetzt untersucht die Reiterliche Vereinigung nach eigenen Angaben anhand der ausfĂŒhrlichen Bilder, ob ordnungswidrige Handlungen vorliegen und wer die handelnden Personen sind. FĂŒr Ordnungsverfahren ist die Disziplinarkommission der FN zustĂ€ndig.

Ermittlungen nicht ausgeschlossen

UnabhĂ€ngig vom Ordnungsverfahren sind staatliche Verfahren durch die Staatsanwaltschaft oder VeterinĂ€rbehörden wegen einer möglichen Verletzung des Tierschutzgesetzes möglich. Die FN hat die Staatsanwaltschaft bereits in der Vorwoche auf den Fernsehbeitrag hingewiesen. Die Staatsanwaltschaft MĂŒnster hĂ€lt Ermittlungen im Fall Beerbaum nicht fĂŒr ausgeschlossen. "Wir haben ein Auge drauf", hatte ein Sprecher erklĂ€rt.

RTL hatte in der Sendung vom 11. Januar heimlich von einer Informantin aufgenommene Videos gezeigt. Eine Journalistin hatte sich zudem zur Recherche fĂŒr einige Zeit als angebliche Praktikantin auf der Anlage einstellen lassen. "Die im Beitrag gezeigten Szenen auf dem Reitplatz haben mit Barren nichts zu tun. Es handelt sich dabei um erlaubtes Touchieren, das von einem erfahrenen, routinierten Pferdefachmann durchgefĂŒhrt wurde", beteuerte Beerbaum und betonte, "dass diese erlaubte Trainingsmethode bei uns nur sehr selten angewendet wird und nicht Bestandteil der tĂ€glichen Arbeit ist".

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