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Olympia zwischen Protz und Nachhaltigkeit

Von dpa
Aktualisiert am 20.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Das Umspannwerk in Gonghui.
Das Umspannwerk in Gonghui. Von hier flie├čt der Strom zu den Olympia-St├Ątten. (Quelle: Andreas Landwehr/dpa./dpa)
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Zhangjiakou (dpa) - "Das Wetter hier ist wirklich gut zur Herstellung von Schnee", sagt Pierpaolo Salusso ├╝ber die h├╝gelige Gegend von Zhangjiakou und Yanqing vor den Toren Pekings, wo die Skiwettbewerbe der Olympischen Winterspiele stattfinden. "Es ist allgemein trocken und sehr kalt."

Der Italiener f├╝hrt durch die ├Ârtliche Werkshalle von TechnoAlpin und zeigt die neuesten Schneekanonen des S├╝dtiroler Herstellers. Der Weltmarktf├╝hrer f├╝r Beschneiungsanlagen wird daf├╝r sorgen, dass ausreichend und guter Schnee auf den Skipisten liegt, wenn vom 4. bis 20. Februar die Winterspiele stattfinden.

Ausgerechnet in einer der trockensten Regionen der Welt findet das olympische Schneespektakel statt. Peking ist die erste Stadt, in der sowohl Sommer- als auch Winterspiele stattfinden. Wie schon 2008 scheuen die chinesischen Olympia-Macher auch diesmal keine M├╝hen und Kosten. Umstritten sind die Spiele nicht nur wegen der weiter um sich greifenden Pandemie oder der Menschenrechtsverst├Â├če des repressiven Systems, sondern auch wegen der Kritik an mangelnder Nachhaltigkeit oder einem gewissen Gigantismus in China. Der sozialistische Staatsapparat wirft sein volles Gewicht hinter die Austragung.

Kritiker bem├Ąngeln Verschwendung von Wasser und Strom f├╝r die Schneeproduktion in Peking, wo es im Winter oft monatelang keine Niederschl├Ąge gibt. Aber Kunstschnee wird auf allen Pisten der Welt gebraucht, egal, ob es schneit oder nicht. "Kunstschnee ist kein Hilfsmittel im Notfall", sagt Yan Jiarong vom Organisationskomitee. "Es ist in Wirklichkeit eine objektive Notwendigkeit, um die Qualit├Ąt des Schnees f├╝r gro├če internationale Wettk├Ąmpfe zu garantieren." Auch sei nur ein kleiner Prozentsatz des lokalen Wasserkonsums n├Âtig.

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"Nachhaltigkeit bleibt ein tr├╝gerisches Konzept"

Der Strom f├╝r die Schneekanonen und die Olympia-St├Ątten flie├čt ├╝ber das Umspannwerk in Gonghui 75 Kilometer von Zhangjiakou. "Erstmals in der olympischen Geschichte werden die Austragungsorte mit 100 Prozent gr├╝ner Elektrizit├Ąt versorgt", sagt ein Elektriker und stellt die moderne Anlage vor. Windr├Ąder und Solarzellen seien in der Region installiert worden. "Das Versorgungsnetz kann den ganzen Bedarf der 26 St├Ątten decken." Vor allem aber die Heizungen der Hotels, Geb├Ąude und Wohnungen fressen im kalten Winter den Strom, schildern die Verantwortlichen. Und sollte es mal nicht reichen, k├Ânne auch das nationale Netz angezapft werden, r├Ąumen sie ein. Die landesweite Stromversorgung speist sich allerdings vor allem aus Kohlestrom.

"Kohlendioxidneutral" lautet das hehre Ziel: 85 Prozent der Olympia-Fahrzeuge sollen mit Strom oder Wasserstoff fahren. Zum Ausgleich f├╝r Emissionen wurden B├Ąume gepflanzt - sogar in Mali und Senegal. Aber wie gr├╝n werden die Spiele wirklich? "Nachhaltigkeit bleibt ein tr├╝gerisches Konzept in Olympischen Spielen und generell bei Mega-Veranstaltungen", fasst n├╝chtern eine Studie internationaler Forscher zusammen, die das Magazin "nature" ver├Âffentlichte. "Alle Olympischen Spiele geben vor, nachhaltig zu sein, aber schaffen es gleicherma├čen nicht, eine koh├Ąrente Definition oder ein Modell f├╝r eine unabh├Ąngige ├ťberpr├╝fung zu liefern."

Da wegen der Pandemie keine ausl├Ąndischen Zuschauer an den Spielen teilnehmen, ist der Ausfall der Flugreisen wahrscheinlich einer der gr├Â├čten Beitr├Ąge f├╝r einen ├Âkologischen CO2-Fu├čabdruck. Zum Thema Nachhaltigkeit heben Pekings Olympia-Macher auch hervor, dass Olympia-St├Ątten der Sommerspiele 2008 ja ein zweites Mal benutzt werden. Der "Wasserw├╝rfel" f├╝r die Schwimmwettbewerbe wurde zum "Eisw├╝rfel" f├╝r Curling. In der Wukesong-Basketball-Arena wird Eishockey gespielt. Und die Er├Âffnungs- und Schlussfeiern finden wie 2008 im "Vogelnest" statt. Dass das Nationalstadion in den 14 Jahren seither kaum f├╝r Veranstaltungen genutzt wurde, sondern ein Dasein vor allem als architektonische Attraktion fristet, bleibt unerw├Ąhnt.

Andreas Scheid: Aufwand "gigantisch"

Dass die Spiele "schlicht" ausfallen sollen, wie offiziell beteuert wird, steht gleichwohl im Widerspruch zum eigentlichen Aufwand. Pekings Olympia-Macher investierten Milliarden f├╝r den "Eisschleife" (Ice Ribbon) genannten Hallenneubau, die gro├če Skischanze oder die auch als "protzig" kritisierte Bob- und Rodelbahn - ganz zu schweigen von der Hochgeschwindigkeitsbahn zu den entfernt gelegenen St├Ątten vor den Toren Pekings. Und die Skipisten wurden ausgerechnet in das fr├╝here nationale Naturreservat Songshan gebaut, dessen Grenzen 2015 kurzerhand daf├╝r neu gezogen wurden, was Biologen emp├Ârte.

"Gigantisch" findet der Sportdirektor der deutschen Snowboarder, Andreas Scheid, den Aufwand. "Was hier an Beschneiungsanlagen, Liftanlagen und so weiter aus dem Boden gestampft wurde, ist der Wahnsinn", sagte der 49-J├Ąhrige. "F├╝r uns Europ├Ąer wirkt das in der heutigen Zeit etwas befremdlich."

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