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B├╝hne frei f├╝r "Barty Party": Historischer Triumph?

Von dpa
Aktualisiert am 27.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Die Australierin hat sich im Halbfinale der Australian Open mit 6:1, 6:3 gegen die US-Amerikanerin Madison Keys durchgesetzt.
Die Australierin hat sich im Halbfinale der Australian Open mit 6:1, 6:3 gegen die US-Amerikanerin Madison Keys durchgesetzt. (Quelle: Dave Hunt/AAP/dpa./dpa)
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Melbourne (dpa) - Mit einem L├Ącheln will Ashleigh Barty ihre historische Chance auf den Tennis-Triumph bei ihrem Heim-Grand-Slam ergreifen.

Abgekl├Ąrt und erstaunlich unaufgeregt geht die Nummer eins der Tennis-Welt bei den Australian Open mit ihrer Rolle als erster australischer Finalistin seit 42 Jahren um. Mit eben dieser Ruhe will Barty ihre zwei fantastischen Melbourne-Wochen kr├Ânen und am Samstag (9.30 Uhr deutscher Zeit/Eurosport) zur ersten australischen Siegerin seit Chris O'Neil vor 44 Jahren aufsteigen.

Barty vor historischer Chance

"Es ist unwirklich. Ehrlich, es ist einfach unglaublich", sagte Barty nach ihrem einseitigen 6:1, 6:3 im Halbfinale am Donnerstag gegen die fr├╝here US-Open-Finalistin Madison Keys. "Ich werde rauskommen am Samstag, es mit einem gro├čen Grinsen im Gesicht genie├čen und sehen, was passiert", sagte sie und schob schnell hinterher: "Let's do it."

So unantastbar, konzentriert und zugleich locker wie Barty bisher auftritt, spricht vieles daf├╝r, dass sie den gro├čen Erwartungen der sportverr├╝ckten Australier, die auf ihren schmalen Schultern lasten, auch im letzten Damen-Match dieses Grand-Slam-Turniers standh├Ąlt. Als Favoritin wird die 25-J├Ąhrige der ├ťberraschungsfinalistin Danielle Collins gegen├╝berstehen - auch wenn die Amerikanerin bei ihrem Comeback nach gesundheitlichen Problemen unerschrocken durchs Turnier marschiert. Mit dem klaren 6:4, 6:1 gegen die French-Open-Gewinnerin von 2020, die Polin Iga Swiatek, erreichte Collins erstmals ein so gro├čes Finale. "Gegen die Nummer eins der Welt in ihrem Land zu spielen - ich denke, das wird wirklich spektakul├Ąr", sagte sie.

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Der Unterst├╝tzung des Publikums in der Rod-Laver-Arena kann sich Barty gewiss sein, wenn die "Barty Party", wie es auf einem Plakat stand, ihren H├Âhepunkt erreichen soll. Ihre Popularit├Ąt beruht auch darauf, dass sie bodenst├Ąndig und nahbar geblieben ist.

Dabei f├╝hrt Barty mittlerweile seit mehr als zwei Jahren die Weltrangliste an. Sie k├╝rte sich 2019 zur French-Open-Siegerin und im vergangenen Jahr zur Wimbledon-Gewinnerin. Ein Triumph beim Heim-Grand-Slam nach den Jahren mit ihrer Tennis-Pause, mit dem Sportarten-Wechsel, ihrer R├╝ckkehr und Auszeiten w├Ąhrend der Corona-Pandemie h├Ątte noch mal eine andere Dimension.

Eine solch dominante Spielerin wie es Serena Williams einmal war, gibt es nicht mehr - und ist es auch Barty nicht. Bewundert wird die 25-J├Ąhrige aus dem australischen Bundesstaat Queensland f├╝r ihre Athletik, ihr vielseitiges Talent und ihr elegantes sowie variables Spiel. Mit ihrem unangenehmen R├╝ckhand-Slice nervte Barty auch die Amerikanerin Keys, der sie einen Klassenunterschied aufzeigte.

Nummer Eins der Welt ohne Satzverlust

Imposant, dass die nur 1,66 Meter gro├če Athletin weiter keinen Satz und nur ein Aufschlagspiel im Turnier verloren hat. Die Anfeuerungsrufe "Let's go Barty, Let's go!" h├Ątte sie angesichts des einseitigen Geschehens wohl gar nicht gebraucht. Richtig laut wurde es ohnehin erst, als die heimische Hoffnungstr├Ągerin und nun erste australische Finalistin seit Wendy Turnbull 1980 Matchball hatte.

Nicht immer im Laufe ihrer Karriere war Barty dem Druck gewachsen. Nach den US Open 2014 war sie ausgebrannt. Sie zog zu ihrer Familie in den Norden Australiens und ging zum Angeln anstatt auf Tennis-Turniere. Und sie schloss sich dem Kricket-Team der Brisbane Heat an. Ihre Kricket-Qualit├Ąten zeigen ein wenig auch ein Video, das in diesen Tagen ├╝ber den Twitter-Kanal der Australian Open die Runde machte. Abstand von der Tour gewann sie auch w├Ąhrend der Pandemie - ├╝ber Monate pausierte sie 2020, auch 2021 sammelte sie zuhause Kraft.

"Ich bin als Person gewachsen, ich bin als Spielerin gewachsen", sagte die zweimalige Grand-Slam-Turniersiegerin in den Tagen von Melbourne: "Ich habe das Gef├╝hl, ich bin eine komplettere Tennisspielerin. Ich liebe es absolut, hier zu spielen. Es hat viel Spa├č gemacht, und hoffentlich ist noch ein bisschen was ├╝brig."

Egal, wie ihr Endspiel ausgeht, einen Titel werden die Australier am Samstag in jedem Fall feiern. Im Doppel-Finale mit ausschlie├člich australischen Herren treffen die Publikumslieblinge Nick Kyrgios und Thanasi Kokkinakis am Samstag auf Matthew Ebden und Max Purcell. Die B├╝hne f├╝r einen australischen Tennis-Festtag ist bereitet.

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