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French-Open-Finale in Paris: Zverev spricht über die Fehlentscheidung


French Open
Fehlentscheidung im Finale – Jetzt spricht Zverev

Von t-online, cc

Aktualisiert am 10.06.2024Lesedauer: 4 Min.
Alexander Zverev
French Open: Hier sehen Sie die Highlights des spannenden Finales. (Quelle: Glomex)
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Es hätte ein Triumph werden können, stattdessen schlich Alexander Zverev in Paris enttäuscht vom Platz. Zum Aufreger des Spiels äußerte sich der Deutsche hinterher.

Der Sonntag hätte zum Festtag für Alexander Zverev werden können. Endlich wollte der deutsche Tennisstar in Paris ein Grand-Slam-Finale gewinnen. Nach starken Leistungen in den Spielen zuvor und einer für ihn guten Nachricht aus der Heimat, wo ein Gericht am Freitag das Verfahren wegen Körperverletzung gegen den 27-Jährigen eingestellt hatte, griff Zverev im Finale der French Open gegen Carlos Alcaraz nach seinem ersten großen Titel.

Doch daraus wurde nichts. Er verlor das Match mit 3:6, 6:2, 7:5, 1:6, 2:6. Einen wesentlichen Anteil an der Niederlage hatte wohl eine Fehlentscheidung im fünften Satz, als Zverev sich beim Stand von 1:2 und 40:15 zwei Chancen auf das Re-Break boten. Alcaraz hatte Aufschlag – und drosch den Ball ins Aus. So sah es jedenfalls der Linienrichter. Stuhlschiedsrichter Renaud Lichtenstein sah es anders, er kam sogar von seinem Stuhl herunter und sah sich den Ballabdruck auf dem Sand im Court Philippe Chatrier an. Zverev versuchte vergeblich, Lichtenstein umzustimmen, redete auf den Unparteiischen ein. Doch der blieb dabei und korrigierte die Entscheidung des Linienrichters.

Wie die Hawk-Eye-Bilder später bewiesen, handelte es sich tatsächlich um eine Fehlentscheidung. Der Ball hatte die Linie minimal verfehlt. Zverev verlor danach die Balance im Spiel und schließlich auch das Match. Er konnte es nicht fassen. Nach dem Matchball saß er an der Seitenlinie und starrte ins Leere. Tränen in den Augen ob der vergebenen Chance.

Hawk-Eye in Paris erst ab dem kommenden Jahr

Nach dem Finale reagierte der Deutsche gefasst auf den Fauxpas. Es sei zwar "frustrierend" gewesen, "am Ende des Tages ist es natürlich ein Riesenunterschied, ob du 1:3 im fünften Satz hinten bist oder es 2:2 steht und dann das Match nochmal offen ist. Aber es ist, wie es ist. Schiedsrichter sind auch nur Menschen – und die machen Fehler". Er betonte aber auch: "In Situationen wie dieser hofft man, dass es keine Fehler gibt."

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Doppelt ärgerlich: Lichtenstein standen die Hawk-Eye-Bilder nicht zur Verfügung. Anders als bei den anderen Grand-Slam-Turnieren werden bei den French Open technische Hilfsmittel zur Ballverfolgung (noch) nicht benutzt. Bei den US Open, Australien Open und in Wimbledon und vielen anderen Turnieren hat das sogenannte Electronic Line Calling die Linienrichter bereits abgelöst, der Aus-Ruf ertönt automatisiert. Das System soll auf der ATP-Tour ab 2025 flächendeckend eingesetzt werden. Dann auch in Paris.

Für Zverev hätten die French Open ein anderes Ende nehmen können, wäre die Technologie schon im Einsatz gewesen. Es habe "viele unglückliche Momente" gegeben, sagte der in Monaco lebende Deutsche nach dem Spiel in Roland Garros. "Wenn ich das Break mache, dann kann der fünfte Satz ganz anders verlaufen". Allerdings wollte er die Fehlentscheidung nicht als Ausrede für die Niederlage nutzen: "Carlos hat fantastisches Tennis gespielt. Er hat im vierten und fünften Satz besser gespielt. Ich finde auch, dass er verdient gewonnen hat."

Zverev: "Eine sehr wichtige Person, die ich sehen will."

Bei den meisten Nutzern in den sozialen Netzwerken rief die Entscheidung des Stuhlschiedsrichters hingegen Empörung hervor. "Roland Garros muss die Linientechnologie endlich einführen. Das ist unentschuldbar." Ein anderer schrieb bei X: "Brutal. Das hat das Match entschieden". Und wieder ein anderer meinte: "Zverev wurde bestohlen. RG [Roland Garros] sollte es besser können."

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Zverev gab eine andere Erklärung für die Niederlage ab. Demnach hätte es ihm gegen Ende des Matches gegen Alcaraz an den körperlichen Voraussetzungen gemangelt. "Ich hätte den vierten Satz anders anfangen müssen, aber da haben mir die Beine gefehlt, die Kraft beim Aufschlag. Meine Lehre ist, dass ich physisch noch mal auf ein ganz anderes Niveau muss."

Über die bittere Finalniederlage hinwegtrösten, kann ihn bald seine Freundin Sophia Thomalla. Zverev kündigte an, am Montag erst in die Schweiz und dann weiter nach Berlin zu fliegen, wo Thomalla lebt. In der deutschen Hauptstadt gebe es "eine sehr wichtige Person, die ich sehen will. Und danach werden wir schauen", erklärte der 27-Jährige am Sonntagabend in Paris. Ein paar Tage Pause wolle er auch machen.

Absage für das Turnier in Stuttgart

Die Veranstalter des Tennisturniers in Stuttgart werden das wohl nicht gerne hören. Denn dort ist Zverev für das am Montag beginnende Rasenturnier gemeldet, steht sogar als Topgesetzter im Teilnehmerfeld. Und obwohl er dank eines Freiloses erst Mitte der Woche im Achtelfinale ins Turnier hätte einsteigen müssen, wird er bei dem Rasenturnier wohl nicht an den Start gehen. Das sei "in etwa so wahrscheinlich, wie dass ich jetzt nochmal rausgehe und das Finale gewinne", scherzte er.

In die kurze Rasensaison mit dem Höhepunkt Wimbledon (1. Juli bis 14. Juli) will der Olympiasieger stattdessen erst in Halle/Westfalen (17. bis 23. Juni) einsteigen. Kurz nach Wimbledon geht es für ihn dann schon wieder nach Paris: Vom 27. Juli bis zum 4. August findet auf der Anlage von Roland Garros das olympische Tennisturnier statt. Davor steht in seiner Heimatstadt Hamburg das ATP-500-Sandplatzturnier an, bei dem er Titelverteidiger ist.

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