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Wie das DEB-Team "vom hässlichen Entlein zum Schwan" wurde

Von t-online, dpa, sid, flv

Aktualisiert am 10.02.2022Lesedauer: 3 Min.
Moritz Müller führt die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft als Kapitän bei Olympia an. Das Ziel ist eine Medaille.
Moritz Müller führt die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft als Kapitän bei Olympia an. Das Ziel ist eine Medaille. (Quelle: ActionPictures/imago-images-bilder)
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Vor vier Jahren feierte das deutsche Eishockeyteam sensationell Silber. Diesmal soll es Gold werden. Warum das trotz namhafter Konkurrenz kein vermessenes Ziel ist.

Die Kabine sieht schon wieder aus wie 2018, und auch in ihrer WhatsApp-Gruppe haben Deutschlands Eishockey-Cracks schon vor dem Start ins Olympia-Turnier die Medaillen im Visier.

Nur vier Jahre nach dem Silber-Coup von Pyeongchang soll es in Peking diesmal Gold werden. "Olympia 2022. Aber mit ganz vielen Goldmedaillen drin", berichtet Stürmer Marcel Noebels vom Titel der diesjährigen WhatsApp-Gruppe, die den Spielern den Weg weisen soll. 2018 hieß die Gruppe "Mission Gold" – damals noch nicht ganz ernst gemeint.

Silber vor vier Jahren war eine Sensation und wäre in diesem Jahr maximal noch eine Überraschung. "Diese Position haben wir uns erarbeitet", sagt Kapitän Moritz Müller, der wie Noebels und acht andere Spieler im deutschen Kader schon in Südkorea dabei war.

"Für mich ist das eine neue Reise, ein neuer Weg. Es geht von vorne los", so Müller, der beim Gang in die Kabine in Peking aber immer wieder an Olympia-Silber 2018 erinnert wird. Wie damals hängt der Team-Slogan "Glaube, Wille, Leidenschaft" an der Kabinenwand.

Vom "hässlichen Entlein zum kleinen Schwan"

Das neue Selbstverständnis im deutschen Eishockey erklärt Müller in der Sport Bild so: "Jahrzehntelang waren wir komplexbehaftet. Wir waren das hässliche Entlein und wollten gegen die Großen nicht zu hoch verlieren. Jetzt sind wir ein kleiner Schwan geworden."

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"Es fühlt sich wirklich ähnlich an wie 2018, was die Mannschaft betrifft", sagte auch Angreifer David Wolf. In der Vorrunde gegen Kanada (hier geht's zum Liveticker), am Samstag (9.40 Uhr) gegen Gastgeber China und am Sonntag (14.10 Uhr) gegen die USA soll nun der Spirit entstehen, der schon vor vier Jahren ins Olympia-Finale und im vergangenen Jahr ins WM-Halbfinale führte.

Deutschland ist eingespielt – die Konkurrenz nicht

"Die Reise ist noch nicht zu Ende", sagte der damalige Bundestrainer Marco Sturm bei Eurosport mit Blick auf den Weg zu Silber und das Turnier in Peking: "Es sind immer noch viele erfahrene Spieler von 2018 in der Mannschaft. Diesen Vorteil muss man jetzt nützen gegen zusammengewürfelte Mannschaften wie Kanada und USA. Wir sind in unserer Gruppe schon einer der Favoriten."

Jubeln ohne Grenzen: Die deutschen Eishockeystars feiern ihren Finaleinzug bei Olympia 2018 nach einem sensationellen Sieg gegen Olympia-Rekordsieger Kanada.
Jubeln ohne Grenzen: Die deutschen Eishockeystars feiern ihren Finaleinzug bei Olympia 2018 nach einem sensationellen Sieg gegen Olympia-Rekordsieger Kanada. (Quelle: Laci Perenyi/imago-images-bilder)

In der Tat ist für den WM-Vierten von 2021 der Vorrundensieg und damit die direkte Viertelfinal-Qualifikation eine realistische Option. Zunächst aber wird Rekord-Olympiasieger Kanada auf Revanche für das deutsche "Jahrhundertspiel" im Olympia-Halbfinale 2018 aus sein, als Deutschland das Eishockey-Mutterland beim 4:3 teilweise vorführte. Auch bei der WM im Vorjahr in Riga gewann Deutschland 3:1 gegen ein kanadisches Team, das da noch fast ausschließlich aus NHL-Spielern bestand. "Die Erwartungshaltung außerhalb ist auf jeden Fall ein Sieg. Und das ist auch die Erwartungshaltung von uns", sagte Kapitän Müller.

NHL-Stars fehlen den Top-Teams

Wie schon vor vier Jahren sollte Deutschland die Abwesenheit der weltbesten Spieler aus der NHL zugute kommen. Vor allem die Nordamerikaner trifft dies wieder besonders hart. Die USA treten in Peking gar fast nur mit College-Spielern an, da die Liga auf eine Pause verzichtet und viele wegen der Corona-Pandemie ausgefallene Spiele nun während Olympia nachholt. "Wir können sehr optimistisch sein", sagte Bundestrainer Toni Söderholm. "Die Jungs sind bereit für den nächsten Schritt, um etwas Großes zu erreichen."

Unter dem 43 Jahre alten Finnen ist das deutsche Team in den vergangenen Jahren auch spielerisch noch stärker geworden und gehört als Weltranglisten-Fünfter zum erweiterten Favoritenkreis. Auch ohne die eigenen NHL-Stars ist das deutsche Team im Gegensatz zu den anderen Top-Nationen eingespielt.

Der Finne Toni Söderholm (hinten) übernahm das Amt des Bundestrainers von Marco Sturm im Januar 2019.
Der Finne Toni Söderholm (hinten) übernahm das Amt des Bundestrainers von Marco Sturm im Januar 2019. (Quelle: ActionPictures/imago-images-bilder)

"Haben eine super Truppe hier"

"Es sind viele Jungs von der WM dabei und viele von 2018. Die wissen, wie man gewinnt und wie man erfolgreich spielen muss", sagte der langjährige NHL-Verteidiger Korbinian Holzer, und der zweimalige Stanley-Cup-Sieger Tom Kühnhackl verkündete forsch: "Drin ist alles, wenn man sich die letzten Weltmeisterschaften anschaut und das, was vor vier Jahren passiert ist. Wir haben eine super Truppe hier."

All das lässt Müller und seine Mannschaftskollegen von einer Wiederholung der Silber-Sensation träumen. Müller sagt: "Bei uns herrscht wieder die besondere Magie". Die Aussichten, dass diese wieder zu einer Medaille führt, sind nicht die schlechtesten.

Hier sehen Sie alle Video-Highlights der Winterspiele in Peking.

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