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Pogacar souverÀn weiter vorn - Kuss gewinnt PyrenÀen-Etappe

Von dpa
Aktualisiert am 11.07.2021Lesedauer: 3 Min.
Der Slowene Tadej Pogacar bleibt weiter GesamtfĂŒhrender.
Der Slowene Tadej Pogacar bleibt weiter GesamtfĂŒhrender. (Quelle: Daniel Cole/AP/dpa./dpa)
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Andorra la Vella (dpa) - Schon Minuten nach dem heißen Ritt durch die PyrenĂ€en sah Tadej Pogacar wieder ganz entspannt aus. Abgezockt hatte der 22 Jahre junge Titelverteidiger zuvor alle Attacken abgewehrt und im Ziel im FĂŒrstentum Andorra nur einen kleinen Schluck Wasser zur Erfrischung gebraucht.

"Am wichtigsten war es fĂŒr mich, nicht die Nerven zu verlieren und einfach cool zu bleiben", sagte Pogacar, der nun wieder ĂŒber fĂŒnf Minuten vor der Konkurrenz liegt.

Bei Temperaturen von ĂŒber 30 Grad verzichtete der Slowene auf dem Weg in Europas höchstgelegene Hauptstadt auf eine Machtdemonstration wie in den Alpen, kontrollierte das Renngeschehen beim Sieg des Amerikaners Sepp Kuss aber souverĂ€n. Als hĂ€tte der fast 192 Kilometer lange Ritt durch das Hochgebirge keine Energie gekostet, radelte Pogacar direkt im Anschluss entspannt auf der Rolle aus.

Pogacar pariert alle Attacken

Wirklich zu schaffen machten dem Dominator weder die Hitze noch die stĂ€ndigen Attacken seiner drei Verfolger Rigoberto Uran (Kolumbien), Richard Carapaz (Ecuador) und Jonas Vingegaard (DĂ€nemark), die fortan wohl nur noch um Gesamtplatz zwei auf den Pariser Champs-ÉlysĂ©es kĂ€mpfen. "Ich habe mich gut gefĂŒhlt und ich habe mir keine Sorgen am letzten Berg gemacht", sagte Pogacar, der die kurze SchwĂ€che am Mont Ventoux vom Mittwoch mit dieser Leistung wieder vergessen machte und in der dritten Woche unantastbar bleiben dĂŒrfte. "Es war ein guter Tag. Es ist klasse, dass der Abstand weiter so groß ist"

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Auf dem Weg zum steilen Col de Beixalis, von dessen Gipfel es noch 15 Kilometer bergab ins Ziel ging, hatten es Uran, Carapaz und Vingegaard nach guter Vorbereitung des Ineos-Team immer wieder versucht - doch Pogacar war stets auf der Höhe und ließ sich auch ohne UnterstĂŒtzung seines eigenen UAE-Teams zu keinem Zeitpunkt abhĂ€ngen.

Hart erkĂ€mpfter Etappensieg fĂŒr Sepp Kuss

An der Spitze fuhr Jumbo-Visma-Profi Kuss derweil zum hart erkĂ€mpften Sieg, den auch der 41 Jahre alte Routinier Alejandro Valverde mit seinen KĂŒnsten in der Abfahrt nicht mehr verhindern konnte. Noch vor der ZielĂŒberfahrt warf Kuss vor Freude seine Sonnenbrille ins Publikum. "Das ist unglaublich. Um ehrlich zu sein, habe ich sehr viel leiden mĂŒssen bei dieser Tour. Ich habe mir diese Etappe frĂŒh ausgesucht. Ich bin so glĂŒcklich", sagte der Amerikaner, der eigentlich als Berghelfer von Pogacars Landsmann Primoz Roglic nach Frankreich gereist war.

Dass Pogacar und Co. diesmal nichts mit dem Tagessieg zu tun haben, wurde schon frĂŒh am Tag klar. In einer 32-köpfigen Spitzengruppe befanden sich zahlreiche Topteams und Spitzenfahrer wie Weltmeister Julian Alaphilippe und Allrounder Wout van Aert, aber kein einziger Gesamtklassement-Fahrer, der dem Gelb-TrĂ€ger bei zu viel Vorsprung hĂ€tte gefĂ€hrlich werden können.

Ebenfalls nicht vertreten waren die Deutschen, die nach dem furiosen Tagessieg von Nils Politt auf einen zweiten Coup hoffen. Der frĂŒhere Gesamtvierte Buchmann hatte schon morgens angekĂŒndigt, dass er auf dem Weg nach Andorra andere Ziele verfolge. "Ich hoffe, dass ich nach dem Ruhetag wieder richtig fit bin. Ich will so lange wie es geht an der Seite von Wilco sein", sagte Buchmann. Falls es das Leichtgewicht noch auf einen Tagessieg abgesehen hat, mĂŒsste dies in der Finalwoche gelingen. Eine gute Nachricht gab es: Der schwer gestĂŒrzte und noch immer lĂ€dierte Tony Martin nahm am Sonntag das Training wieder auf.

Nach der PyrenÀen-Etappe nun ein Ruhetag

Nach der turbulenten und heißen Auftakthatz in den PyrenĂ€en ist nun erst einmal Regeneration angesagt. Der Ruhetag in Andorra wird dem Peloton um Pogacar eine kurze Verschnaufpause einrĂ€umen, bevor es am Mittwoch und Donnerstag noch einmal richig schwer wird. Die beiden BergankĂŒnfte am Col du Portet und in Luz Ardiden zĂ€hlen zu den anspruchsvollsten Etappen der diesjĂ€hrigen 108. Ausgabe der Tour. Pogacars Vorsprung gepaart mit seiner extrem starken Verfassung dĂŒrften den Champion unangreifbar machen, doch auch die beiden PodestplĂ€tze in Paris bleiben heiß begehrt.

Am Samstag hatten sich die Favoriten auf dem Weg nach Quillan noch schonen können, das Profil war eher hĂŒgelig und fĂŒr Ausreißer gemacht. Der Mann des Tages wurde der NiederlĂ€nder Bauke Mollema, der ein Solo mit dem Sieg krönte. Rang zwei ging an den Österreicher Patrick Konrad, der Franzose Guillaume Martin hatte sich auf Gesamtrang zwei hinter Pogacar verbessert. Doch das hatte nicht lange Bestand, schon auf dem Weg nach Andorra verlor der Franzose die Position wieder.

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