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An alldem ist nur einer schuld

  • David Digili
Von David Digili

Aktualisiert am 16.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Traurige Gestalt: Novak Djokovic ist der erste große Verlierer des Sportjahres 2022.
Traurige Gestalt: Novak Djokovic ist der erste große Verlierer des Sportjahres 2022. (Quelle: Loren Elliott/Reuters-bilder)
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Der beste Tennisspieler der Welt wird von Australien aus dem Land geworfen. Zu Recht. Jetzt droht Novak Djokovic noch viel mehr Ungemach – denn seine Selbstdemontage setzt neue MaßstĂ€be.

Die Australian Open 2022 finden ohne den aktuell besten Tennisspieler der Welt statt. Der Einspruch von Novak Djokovic gegen die Entziehung des Visums durch den australischen Einwanderungsminister wurde abgewiesen, Djokovic hat das Land bereits verlassen, im Flieger Richtung Dubai. Es ist der Schlusspunkt einer unwĂŒrdigen, teilweise skurrilen Posse, die in den letzten Tagen nicht nur die Sportwelt in Atem gehalten hat.

Mehr noch: Es ist die einzig richtige Entscheidung. Zu viel schien zuletzt einfach nicht zusammenzupassen in den ErklÀrungen des 34-JÀhrigen, der das Turnier in Melbourne bisher neunmal gewonnen hat, so oft wie kein anderer Spieler der Tennisgeschichte.

Djokovic hat kein VerstÀndnis mehr verdient

Statt vor seinem zehnten Triumph steht der "Djoker" plötzlich sogar vor den Scherben einer Karriere, die bis vor wenigen Wochen noch die allergrĂ¶ĂŸte seines Sports hĂ€tte werden können. Jetzt aber wird ĂŒber Djokovic stets mit einem "aber ..." gesprochen werden.

Denn die elf Tage seit Djokovics versuchter Einreise nach Australien werden nachwirken – es ist einfach zu viel zusammengekommen, als dass gnĂ€dig darĂŒber hinweggesehen werden könnte. Denn dieser Novak Djokovic hat das VerstĂ€ndnis, die Nachsicht der Tenniswelt, des Sports, der Weltöffentlichkeit nicht mehr verdient. Er hat sie verspielt.

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Novak Djokovic hat – eventuell sogar mutwillig – falsche Angaben in seinem Einreiseantrag gemacht. Vielleicht hat er sogar gelogen. Und: Nicht nur hinter seinem Verhalten als positiv auf das Coronavirus Getesteter steht ein großes Fragezeichen, sondern mittlerweile auch hinter ebenjenem Test selbst. Und Djokovic? Äußerte sich zur immer erdrĂŒckenderen Beweislast in einer langen Instagram-Nachricht – und verdeutlichte in seinem Drang nachzuweisen, nicht wirklich viel falsch gemacht zu haben, aber nur, dass er eben doch wirklich viel falsch gemacht hat.

Vielleicht steht auch Djokovics ganze Karriere infrage

Ein Weltsportler, ein AushĂ€ngeschild milliardenschwerer Konzerne, hat seine Karriere aufs Spiel gesetzt, weil er sich einer Impfung verweigert. Und: Er hat verloren. Die "Wir gegen die ganze Welt"-Töne aus Djokovics Heimat Serbien, die ihren Helden zum Opfer einer ganz großen konstruierten Ungerechtigkeit gegen ihn und das ganze Land verklĂ€ren, sind aktuell nicht nur wenig hilfreich, sondern kontraproduktiv. Denn fĂŒr den Niedergang von Novak Djokovic ist nur einer verantwortlich: Novak Djokovic selbst.

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