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MeToo-Bewegung feiert Weinstein-Verurteilung

Von dpa
Aktualisiert am 25.02.2020Lesedauer: 2 Min.
Harvey Weinstein trifft vor dem Gericht in Manhattan ein.
Harvey Weinstein trifft vor dem Gericht in Manhattan ein. (Quelle: Craig Ruttle/AP/dpa./dpa)
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New York (dpa) - Prominente Schauspielerinnen und Frauenrechtlerinnen haben den Schuldspruch gegen den frĂŒheren Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein wegen Sexualverbrechen als großen Erfolg gefeiert.

Damit sei eine "neue Ära der Justiz" eingeleitet worden, sagte Tina Tchen, PrĂ€sidentin der Stiftung "Time's Up", die gegen sexuelle BelĂ€stigung kĂ€mpft. "Heute ist ein starker Tag und ein großer Schritt vorwĂ€rts in unserer kollektiven Heilung", schrieb die Schauspielerin Rose McGowan in der Nacht zum Dienstag bei Twitter.

Selbst US-PrĂ€sident Donald Trump, dem von zahlreichen Frauen sexuelle Übergriffe vorgeworfen werden, bezeichnete das Urteil - einen Meilenstein der sogenannten MeToo-Bewegung - als "starke Botschaft". "Ich denke, dass es aus Sicht der Frauen eine großartige Sache war", sagte er am Dienstag in Neu Delhi bei einer Pressekonferenz.

Zahlreiche Beobachter forderten allerdings weitere Schritte - und kritisierten, dass Weinstein nicht in allen Anklagepunkten fĂŒr schuldig befunden worden war. Dem 67-JĂ€hrigen drohen nun gleichwohl bis zu 25 Jahre Haft. Das Strafmaß will Richter James Burke am 11. MĂ€rz verkĂŒnden.

Bis dahin muss Weinstein im GefĂ€ngnis bleiben. Er wurde nach dem Urteil aber zunĂ€chst einmal wegen Schmerzen in der Brust und hohen Blutdrucks in ein Krankenhaus gebracht. Das Urteil nahm der frĂŒhere Hollywood-Produzent Ă€ußerlich teilnahmslos hin. Seinem Anwalt Arthur Aidala zufolge sagte er: "Ich bin unschuldig. Wie kann so etwas in Amerika passieren?" Die AnwĂ€lte kĂŒndigten an, in Berufung gehen zu wollen.

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Seit 2017 haben mehr als 80 Frauen Weinstein sexuelle Übergriffe vorgeworfen. In dem aufsehenerregenden New Yorker Prozess ging es seit Januar aber vor allem um zwei VorwĂŒrfe: Weinstein soll 2006 die Produktionsassistentin Mimi Haleyi zum Oral-Sex gezwungen und die heutige Friseurin Jessica Mann 2013 vergewaltigt haben.

23 Frauen, die Weinstein sexuelle Übergriffe vorwerfen - darunter prominente Schauspielerinnen wie Ashley Judd und Rosanna Arquette - beklagten, dass Weinstein nicht in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen wurde. "Unser Kampf ist noch lange nicht vorbei".

Der New Yorker Bezirksstaatsanwalt Cyrus Vance sprach von einem "großen Tag". Die Zeuginnen der Anklage und die beiden StaatsanwĂ€ltinnen Joan Illuzzi und Meghan Hast hĂ€tten "den Lauf der Geschichte im Kampf gegen sexuelle Gewalt" geĂ€ndert.

Viele Beobachter wĂŒrdigten den Mut der Opfer - darunter auch der Journalist Ronan Farrow, dessen Berichterstattung ĂŒber Weinstein maßgeblich zum Start der MeToo-Bewegung beigetragen hatte: "Das heutige Urteil des New Yorker Prozesses gegen Harvey Weinstein ist das Ergebnis der Entscheidung mehrerer Frauen, sich mit hohen persönlichen Risiken an Journalisten und StaatsanwĂ€lte zu wenden."

Die Anschuldigungen gegen den Produzenten, im Herbst 2017 von der "New York Times" und dem Magazin "New Yorker" veröffentlicht, waren der Anfang der MeToo-Bewegung. Überall auf der Welt erkannten viele Frauen und auch einige MĂ€nner ihre eigenen Geschichten in denen der mutmaßlichen Weinstein-Opfer wieder - sie begannen, diese Geschichten unter dem Schlagwort "Me too" ("Ich auch") zu sammeln.

Die juristischen KĂ€mpfe sind fĂŒr Weinstein auch nach dem Verfahren in New York nicht zu Ende. In Los Angeles wurde er ebenfalls wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung angeklagt. Auch dort könnte es zum Prozess kommen. Davon abgesehen verhandeln seine AnwĂ€lte weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit zivilen KlĂ€gerinnen um EntschĂ€digungen.

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