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Maite Kelly spricht über Roland Kaiser, Schlager und Helene Fischer

Interview mit Maite Kelly  

Schlagerkarriere wegen schlechter Suppe

10.10.2016, 10:52 Uhr | Lars Schmidt, t-online.de

Maite Kelly spricht über Roland Kaiser, Schlager und Helene Fischer. Maite Kelly (Quelle: Christian Barz)

Maite Kelly (Quelle: Christian Barz)

Maite Kelly hat eine erstaunliche Wandlung vollzogen. Von der Hippie-Musik der Kelly Family ist sie über das Musical zum Schlager gekommen. Nicht ganz unschuldig daran war eine schlechte Suppe bei Carmen Nebel, wie sie im Interview mit t-online.de erzählt.

Doch das Faible für den Schlager hängt auch mit ihrer Liebe für die deutsche Sprache zusammen. "Ich fühle mich sehr deutsch. Ich lebe gern hier. Deshalb singe ich auch auf Deutsch", sagt die 36-Jährige. Außerdem verrät sie, was sie von Helene Fischer hält, wie sie ihre drei Kinder erzieht und wie sie zu einer Reunion der Kelly Family steht.

Die Musik, die die ehemaligen Kellys heute machen, könnte unterschiedlicher kaum sein. Sie setzen auf deutschen Schlager. Wieso?

Ich schreibe seit sechs Jahren auf Deutsch und so lange kokettiere ich auch mit den Themen Pop und Schlager. Die deutsche Sprache wurde durch meine Rolle im Musical "Hairspray" zu meiner. Und dann habe ich eine Entscheidung getroffen: Ich lebe hier in Deutschland, ich habe meine Kinder hier. Vielleicht ist es Zeit, dass ich mich integriere und mit der deutschen Sprache so befasse, dass sie zu meiner Natur wird. Durch die Zusammenarbeit mit Roland Kaiser habe ich gemerkt, dass da schon immer etwas in mir drin war. Ich bin mit den großen Stars des Schlagers aufgewachsen. Auch wenn die Kellys eine Hippie-Band waren und Folk gemacht haben. Für mich ist Schlager Folklore, eingebettet in moderne Beats. 

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Roland Kaiser?

Das war Schicksal. Er hatte gerade seine Krankheit überstanden und ich hatte einen Song geschrieben und dabei an ihn gedacht. Wir haben uns auch bei vielen Veranstaltungen getroffen, aber ich habe mich nie getraut ihn anzusprechen. Irgendwann haben wir im Backstagebereich der "Carmen Nebel Show" die schrecklichste Minestrone aller Zeiten gegessen. Da sagte ich "Herr Kaiser, es schmeckt hervorragend" und er antwortete "Frau Kelly, es ist vorzüglich". Da war das Eis gebrochen. Und dann haben wir zusammen den Song "Warum hast du nicht nein gesagt" gemacht.

Und der wurde ein Hit...

Aber das kann man nicht beeinflussen. Das entscheiden die Menschen. Aber guter Schlager kann die Umarmung der Generationen sein. Und das soll auch mein Album tun. Stars wie Roland eine dicke, fette Umarmung geben.

Die Deutschen haben ja ein sehr ambivalentes Verhältnis zum Schlager. Die einen finden ihn gut, andere hassen ihn, wieder andere mögen ihn, geben es aber nicht zu.

Und es gibt die, die Schlager nur besoffen hören. Und dann jeden Text kennen...

Wie sehen Sie als in Deutschland geborene Frau mit irisch-amerikanischen Wurzeln dieses Verhältnis?

Ich selber habe ein total entspanntes Verhältnis zum Schlager. Ich glaube, das ist die Generation der zwischen 25- und 35-Jährigen, die den Schlager doof findet. Weil man sich in diesem Alter von allem emanzipiert, was bisher war. Danach wird man wieder entspannter.   

Was sagen Ihre Geschwister zu Ihrer neuen musikalischen Vorliebe?

Die finden das super. Die sagen: "Maite macht jetzt Hits". Mein Vater hat immer gesagt, man braucht 100 Lieder, um einen Hit zu landen. Und so bin ich an mein Album rangegangen. Das heißt aber nicht, dass ich berechnend bin und unbedingt einen Hit will. Ich mache das zu allererst mit dem Herzen.

Ist das ein Angriff auf die Dominanz von Helene Fischer?

Nein. Sie macht doch einen super Job. Es ist doch schön, dass wir eine neue Generation guter Entertainer haben. Helene Fischer, Andreas Gabalier – das sind Herz-Entertainer, die für gute Familienunterhaltung sorgen.

Wie stehen Sie einer Kelly Reunion gegenüber?

So viele Leute zusammenzutrommeln ist gar nicht so einfach. Jeder hat seine eigene Karriere. Und jeder hat ein erfülltes Leben nach der Kelly Family. Man muss nicht zusammen sein, um eine Familie zu sein.

Was macht Joey jetzt eigentlich, wo es keine Sportevents mit Stefan Raab mehr gibt?

Joey ist auf der ganzen Welt unterwegs und gibt sehr viele Seminare. Der ist hauptberuflich Sportler.

Wie viel Zeit bleibt Ihnen für die Familie, wo sie neben der Schlagermusik auch noch Mode und Kinderbücher sowie Kinderlieder machen?

Ich bin zuerst Mutter. Aus dem Muttersein schöpfte ich meine Kraft. 80 Prozent meiner Arbeit, besonders die kreative, mache ich zuhause. Kinder verstehen Kreativität und lassen sich inspirieren. Ich bin keine Karrierefrau. Danach strebe ich nicht. Ich habe eine Berufung. Und meine Kraft ist mein Zuhause.

Sie haben drei Kinder. Was für eine Art Mutter sind Sie?

Ich bin eine gute Mischung zwischen streng und locker. Wichtig ist mir, meinen Kindern Werte zu vermitteln. Respekt vor anderen Menschen zu haben. Empathie zu empfinden, Toleranz, Mitgefühl, wachsam zu sein. Fehler zu machen ist okay, das machen wir alle. Aber wenn einer unfair ist, dann schreite ich ein.

Welches Bild haben Sie momentan von Deutschland?

Natürlich gibt es gerade die Debatte um die AfD. Aber die Deutschen sind so gute Menschen. Sie sind wegen ihrer Geschichte so traumatisiert und haben solche Angst, dass so etwas wieder geschehen könnte, dass sie bei so einer Bewegung natürlich erstmal hochschrecken. Aber Rassismus gibt es in jedem Land. Die Menschen haben noch einen langen Weg vor sich, um zu lernen, dass Rassismus nichts bringt. Weil wir alle eins sind. Wir haben dieselben Wurzeln. Doch wenn die Dummheit regiert, kann Rassismus ein Feuer sein, das sich sehr schnell ausbreitet.   

Ihr Bruder Angelo ist nach Irland ausgewandert. Eine Option für Sie?

Nein. Ich fühle mich sehr deutsch. Ich lebe gern hier. Und ich liebe die Sprache. Deshalb singe ich auch auf Deutsch.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Lars Schmidt.

Das Album "Sieben Leben für dich" von Maite Kelly erscheint am 14. Oktober. 

 

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