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Tokio Hotel – Bill Kaulitz über den Rummel: "Das kann privat scheiße sein"

INTERVIEWBill Kaulitz  

"Das kann für einen privat scheiße sein"

Von Sebastian Berning

09.10.2020, 15:23 Uhr
Tokio Hotel – Bill Kaulitz über den Rummel: "Das kann privat scheiße sein". Bill Kaulitz: Er wurde als Sänger der Band Tokio Hotel bekannt und ist mittlerweile auch Designer und Moderator. (Quelle: imago images / Future Image)

Bill Kaulitz: Er wurde als Sänger der Band Tokio Hotel bekannt und ist mittlerweile auch Designer und Moderator. (Quelle: imago images / Future Image)

Mit der Neuaufnahme von "Durch den Monsun" sind Tokio Hotel wieder in aller Munde und Ohren. Sänger Bill Kaulitz spricht mit t-online über das Video, Fans und wie er das Leben einiger Menschen verändern konnte.

2005 wurden die Bandmitglieder von Tokio Hotel durch die Single "Durch den Monsun" über Nacht zu Stars. Aktuell feiert die Band um die Zwillingsbrüder Bill und Tom Kaulitz den 15. Geburtstag des Hits. Jetzt gibt es auch ein neues und nostalgisches Musikvideo zur Neuaufnahme des Songs, welches Sie weiter unten sehen können. Von dem damaligen Interesse an seiner Person ist Sänger Bill Kaulitz noch heute nicht ganz begeistert. Dankbar für seine treuen Anhänger ist er trotzdem.

t-online: Lieber Herr Kaulitz, der Rummel von Fans und Medien war Ihnenimmer mal wieder zu viel. Hat man da, wenn auch nur zwischenzeitlich, ein etwas ambivalentes Verhältnis zu den eigenen Fans?

Bill Kaulitz: Wir sind unseren Fans unfassbar dankbar dafür, was mit unserer Band alles passiert ist. Natürlich war das gerade bei unserer Karriere ganz, ganz Fan-lastig. Wir haben so viele Awards und Preise gewonnen, so krasse Shows gehabt und konnten als deutsche Band in so viele verschiedene Länder reisen. Aber natürlich war das bei uns verrückter als bei anderen Bands. Das hat es aber auch besonders gemacht. Tokio Hotel war damals ein Lifestyle und Lebensgefühl. Die Fans haben da wirklich viel Herzblut reingesteckt.

Ihr Privatleben hat dennoch viele interessiert.

Das kann für einen privat auch mal scheiße sein. Das ist eben so. Ich glaube, man muss eine gesunde Einstellung haben und sein Privatleben kreieren. Da gehört auch Planung und Heimlichtuerei zu. Wir sind mit dem Rummel aufgewachsen und können uns eigentlich auch kein anderes Leben mehr vorstellen.

Auch wenn da viel Hype um Sie als Personen war, die Fans sind der Grund, warum man den Traum als Musiker leben kann, oder?

Die wirklich bewegenden Momente mit den Fans sind die, wenn man wirklich das Gefühl hat, dass man zu einem Leben etwas beisteuern konnte. Das ist das größte Kompliment, das man als Musiker bekommen kann, wenn man der Soundtrack eines Lebens war.

Können Sie sich an ein besonders schönes oder emotionales Zusammentreffen mit Fans erinnern?

Es gab eine Begegnung mit einem Fan in Russland, der schwul ist und gerne extravagante Klamotten trägt. Das kann er aber nicht in seiner Heimatstadt, weil es dort sehr homophob ist. Schwule werden dort beschimpft und bespuckt. Er ist immer zu unseren Konzerten gekommen und hat an diesen Tagen seine Outfits rausgeholt. Er hat mir mal gesagt, dass unsere Konzerte der einzige Moment im Jahr wären, wo er wirklich er selbst sein kann und das gebe ihm viel Kraft. Unsere Konzerte und Musik ließen ihn den Rest des Jahres überstehen. Das sind Momente, wo man wirklich merkt, wie schön es ist oben auf einer Bühne zu stehen.

Das Original-Video lief damals bei MTV und Viva rauf und runter. Die Sender gibt es ja heute nicht mehr in der Form. Ist es schade, dass der Clip nun ein YouTube-Video ist?

Wir vermissen auf jeden Fall Musiksender wie MTV und Viva. Das waren geile Zeiten, als es noch Musiksender gab. Die Welt ist jetzt aber anders. Deswegen sind Musikvideos aber nicht weniger wichtig. Wir haben gestern eine Live-Premiere vom neuen Clip bei YouTube gemacht und das war fast so aufregend, wie in den alten Zeiten.

Was wollten Sie mit dem neuen Video ausdrücken?

Wir haben versucht mit dem Video das gleiche zu machen, wie mit der Neuaufnahme des Songs. Es ist recht nostalgisch. Wir haben noch einmal unsere größten Momente Revue passieren lassen und versucht diese ins Hier und Jetzt zu holen. Trotzdem eröffnen wir sozusagen eine neue Welt in dem Video und haben den Lyrics eine ganz neue Bedeutung gegeben. Es geht um die Welt und wie sie heute ist. Wir stecken 2020 ja alle in dem gleichen Schlamassel. Trotzdem gibt es die Hoffnung, dass am Ende doch alles gut wird.

Verwendete Quellen:
  • Eigenes Interview mit Bill Kaulitz
  • Instagram-Profil von Bill Kaulitz
  • YouTube-Kanal von Tokio Hotel
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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