• Home
  • Unterhaltung
  • Musik
  • Die ├ärzte ├╝ber die Krise: "Habe mich bem├╝ht in Kontakt zu bleiben"


Interview
Unsere Interview-Regel

Der Gespr├Ąchspartner muss auf jede unserer Fragen antworten. Anschlie├čend bekommt er seine Antworten vorgelegt und kann sie autorisieren.

Bela B ├╝ber Krise: "Habe mich sehr bem├╝ht, in Kontakt zu bleiben"

Von Sebastian Berning

Aktualisiert am 21.10.2020Lesedauer: 6 Min.
Melden sich nach langer Pause zurück: Die Ärzte.
Melden sich nach langer Pause zur├╝ck: Die ├ärzte. (Quelle: J├Ârg Steinmetz)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild f├╝r einen TextTrump erw├Ągt wohl BlitzkandidaturSymbolbild f├╝r einen TextEx-"Bild"-Chef startet "Meinungs-Show"Symbolbild f├╝r einen TextSportmoderatorin stirbt mit 47 JahrenSymbolbild f├╝r einen TextTour: Belgier siegt im Gelben TrikotSymbolbild f├╝r einen TextSprengstoffanschlag auf Parteib├╝roSymbolbild f├╝r einen TextDax st├╝rzt abSymbolbild f├╝r ein VideoHier zieht die Front ├╝ber DeutschlandSymbolbild f├╝r einen TextDrei Transfernews bei Schalke 04Symbolbild f├╝r ein VideoMerkel spricht ├╝ber DarmbakterienSymbolbild f├╝r einen TextHerzogin Kate verzaubert WimbledonSymbolbild f├╝r einen TextFrau uriniert neben Gleis: Hand gebrochenSymbolbild f├╝r einen Watson TeaserOliver Pocher attackiert InfluencerinSymbolbild f├╝r einen TextSpielen Sie das Spiel der K├Ânige

Die ├ärzte bringen nach acht Jahren ein neues Album heraus. Punk-Ikone Bela B spricht mit t-online ├╝ber die Bandkrise sowie Musik, und verr├Ąt auch, was Farin Urlaub an ihm richtig nervig findet.

Mit "auch" erschien 2012 das letzte Album von Die Ärzte, mit "Hell" legen die Punk Rocker endlich nach. Damit Sie nicht lange auf's Interview warten müssen, sparen wir uns das lange Intro über die "beste Band der Welt".


Die Legenden der Rockmusik

Ray Charles: Er war das Allround-Genie, das es verstand, Perfektion mit Seele zu verbinden.
Ike & Tina Turner: Das Paar war in den Sechzigern und fr├╝hen Siebzigern als Duo erfolgreich. Ende der Siebziger verlie├č Tina Turner ihren Mann, der ihr gewaltt├Ątig war. 1978 wurde die Ehe geschieden. Die S├Ąngerin feierte sp├Ąter als Solok├╝nstlerin riesige Erfolge. Ike Turner starb 2007.
+36

t-online: Das hier m├╝sste einer Ihrer letzten Interviewtermine zum neuen Album "Hell" sein, oder?

Bela B: Vor den Herbstferien f├╝r Bandmitglieder, f├╝r die das Wort Herbstferien auch was bedeutet. (lacht) F├╝r mich ist das jetzt f├╝r gut zwei Wochen echt das letzte Interview.

Wie viele Interviews mussten Sie da geben? Das Interesse an Die Ärzte aktuell ist ja sehr hoch.

Ach, ich will mich da gar nicht beschweren. Interviews sind ja auch Austausch. Ich hatte au├čerdem gerade erst einen angenehmen Termin im Podcast von The BossHoss. Das war halb Arbeit, halb Party. Die Jungs sind gute Gastgeber.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Spektakel auf Court Nr.1 ÔÇô Maria steht im Halbfinale
Tatjana Maria: Die Oberschw├Ąbin steht im Halbfinale von Wimbledon.


Ja, die trinken gerne dabeiÔÇŽ

Das erwartete Trinkspiel, wo ich mich zwischen Whisky und Vodka entscheiden musste. Es wurde ├╝ppig eingeschenkt, aber ich war der Erste, der ausgetrunken hatte. (lacht)

Bela B: Der Drummer von Die ├ärzte ├Ąu├čert sich im t-online-Interview auch zu politischen Themen.
Bela B: Der Drummer von Die ├ärzte ├Ąu├čert sich im t-online-Interview auch zu politischen Themen. (Quelle: J├Ârg Steinmetz)

Was war denn bei den ganzen Interviews die h├Ąufigste Frage, die Sie gestellt bekommen haben?
Ganz klar: "Was habt ihr in den letzten acht Jahren gemacht?"

W├╝rde ich nat├╝rlich nie fragen. Aber aus Interesse: Was haben Sie darauf geantwortet?

Haha, also bei der letzten Platte war ein bisschen der Wurm drin. Wir haben viele Entscheidungen aus diplomatischen Gr├╝nden getroffen. Wir hatten so viele Songs wie noch nie geschrieben und uns dazu entschieden, dass von jedem gleich viele Songs auf das Album kommen sollten, damit es keine Animosit├Ąten gibt. Das hat aber zu genau solchen gef├╝hrt. Wir wussten, dass wir mit ÔÇ×Jazz ist andersÔÇť unsere bis dato erfolgreichste Platte gemacht haben, was an unserem entspannten Umgang miteinander lag. Aber konnten den Spirit nicht mit zum n├Ąchsten Album nehmen. Nach der dazugeh├Ârigen Tour brauchten wir dringend eine Pause voneinander.

Inwiefern?

Die Tour endete mit einem gelinde gesagt nicht so guten Konzert in der Schweiz. Ich kann mich im Zusammenhang mit Die ├ärzte an keinen lustloseren Auftritt erinnern. Aufgestauter ├ärger, viel Unausgesprochenes. Und wir konnten das nicht mal wegrocken. Man muss dazu sagen, dass in der Schweiz Konzerte nur in Zimmerlautst├Ąrke gespielt werden d├╝rfen. Die achten da unten schon sehr auf ihre B├╝rger. Das ist f├╝r Rockmusiker eher nicht so sch├Ân. (lacht) Einen Tinnitus kann man sich ja auch freiwillig verdienen.

Hat die Pause dann l├Ąnger gedauert als gedacht?

Wir hatten ein paar gewollte Zusammentreffen und hielten immer den Kontakt, aber es ging nie darum, wieder auf Tour zu gehen oder neue Musik aufzunehmen. Wir waren noch nicht soweit. Im Umfeld der Band wurde dann mal der aktuelle Marktwert ermittelt und geschaut, ob Lust besteht, uns zu buchen.

Und dann waren Sie Headliner bei Rock am Ring und Rock im Park.

Genau, aber wir wollten vorher definitiv eine kleine Tour spielen. Die fand aus territorialen Gr├╝nden im Ausland statt. Auf Tour merkten wir, dass wir uns und die Band vermisst haben. Die Jahre ohne die Band m├╝ssen wir jetzt aufholen.

War diese "Miles & More"-Tour also der ausschlaggebende Punkt f├╝r die neue Platte?

Bei uns war intern die Ansage, wenn uns diese Konzerte so viel Spa├č machen, wie wir es uns erhofften, dann w├╝rden wir auch ein neues Album wagen. Es war ein Test, wie es uns geht, aber auch wie der harte Kern der Fans auf uns reagiert. Es war absolut nicht luxuri├Âs. In Zagreb war die B├╝hne derma├čen niedrig, dass wir fast auf Augenh├Âhe mit dem Publikum spielten. Das war genau, was wir gebraucht hatten.

Klingt so, als w├Ąre bei Die ├ärzte einiges ungewiss gewesen. Gab es da also ein paar Gewitterw├Âlkchen?

Das stimmt. Ich habe mich sehr bem├╝ht, Rod und Farin dazu zu kriegen, dass wir in Kontakt bleiben. Es kam dann einmal im Jahr zu einem Treffen. Eigentlich normal. Farin Urlaub und ich kennen uns seit wir 17 sind. Wir sind wie ein altes Ehepaar. Essger├Ąusche des Anderen k├Ânnen einen auf die Palme bringen. Ich nerve sicherlich mit meinem ewigen Zusp├Ątkommen. Aber ich bessere mich. Mittlerweile sind es vielleicht f├╝nf bis zehn Minuten, fr├╝her war es eine Stunde. (lacht) Das sind Kleinigkeiten, aber es muss einen guten Grund geben, dass man diese Kleinigkeiten wieder ertragen will. Jetzt erleben wir unseren vierten Fr├╝hling.

Haben wieder gut Lachen: Farin Urlaub, Rodrigo González und Bela B.
Haben wieder gut Lachen: Farin Urlaub, Rodrigo Gonz├ílez und Bela B. (Quelle: J├Ârg Steinmetz)

Als ich mir das neue Album anh├Âren konnte, hatte ich auch Gelegenheit, im recht ├╝ppigen Booklet zu st├Âbern. Auf den Fotos sehen Sie alle recht enthusiastisch aus, albern miteinander rum. Ist das ein neues Hoch was die Bandchemie betrifft?

Absolut. Den Spirit hatten wir zuletzt 2006, aber jetzt haben wir eine Aufbruchstimmung, wie schon lange nicht mehr. Das fehlte beim letzten Album. Diese Fotos zeigen recht gut, wie die Aufnahmen waren. Der alte Zauber ist wieder da. Das, was die Band ausmacht, ist zur├╝ck. Au├čerdem haben wir in den letzten Jahren genug eigene Erfahrungen gesammelt. Rod war viel mit Abw├Ąrts unterwegs, Farin mit seinem Racing Team oder zum Fotografieren verreist und ich habe einen Roman geschrieben, mich als Synchronsprecher und Schauspieler bet├Ątigt. Wir waren damit nicht so erfolgreich, wie mit den ├ärzten, aber wir waren alle zufrieden.

Es geht Ihnen also jetzt auch nicht um den Erfolg?

Nein, nicht wirklich. Jedes Ärzte-Album kann mittlerweile das letzte sein. Kommerzieller Erfolg sollte nie der Motor sein. Es geht uns darum, dass wir diese Band sind. Die Ärzte kann es nur mit uns Dreien geben.

Loading...
Loading...
Loading...

Das Album kommt im Oktober. Der Entschluss, es zu machen, stand letzten Sommer fest. Wann haben Sie dann mit den Arbeiten begonnen?

Tats├Ąchlich haben wir f├╝r die Tour damals schon mal testweise zwei Songs aufgenommen. Wenn eine gro├če Band nach so viel Jahren der Pause wieder Konzerte spielt, dann kommt schnell der Verdacht auf, dass sie nur die Vergangenheit verwaltet. Wir wollen nicht wie Status Quo am Ende ihrer Karriere sein. (lacht) Farin hatte zwei Nummern in der Schublade, die wir in drei Tagen produziert haben. Das war so befriedigend f├╝r uns, dass uns klar war, dass die Zusammenarbeit gut laufen w├╝rde. Rod hatte sich eine lange Reise f├╝r Anfang diesen Jahres geplant, Farin und mich h├Ątte es aber frustriert, wenn wir so lange Pause gemacht h├Ątten, und wir wollten die Energie der Clubtour nicht verpuffen lassen, daher haben wir bereits im Oktober Songs aufgenommen.

Generell halten Sie vieles aus Ihrem Leben privat. Ich hatte neulich ein Interview mit Bill Kaulitz von Tokio Hotel. Der meinte, dass eine Band wie Die ├ärzte die beste Art Karriere h├Ątte, weil man ihr Privatleben in Ruhe l├Ąsst. Stimmen Sie dem zu?

Es ist manchmal anstrengend, aber jeder hat es selbst in der Hand, wie viel nach au├čen dringt. Der Unterschied zwischen Tokio Hotel und den ├ärzten ist, wir sind kein Produkt, in das die Industrie viel Geld gesteckt hat. Wir haben damals eine Band gegr├╝ndet, hatten ein Konzept und haben Songs geschrieben. Es gab nat├╝rlich auch Interesse an unseren Privatleben, aber wir haben da schnell dicht gemacht. Irgendwann hat die Presse das ignoriert. Wir waren trotzdem erfolgreich, 1988 die beliebteste Band in der "Bravo". Einer der ganz wenigen Preise, den wir pers├Ânlich angenommen haben. (lacht) Wir sind nie Anerkennung und Kommerz hinterhergerannt und haben uns auch die Missachtung diverser Presseorgane nicht zu Herzen genommen. Wir wurden angefeindet und indiziert, aber das war uns egal, weil wir in der Band gespielt haben, in der wir auch sein wollten. Bis heute ist das so. Nun, jetzt wieder mehr als vor acht Jahren.

Empfohlener externer Inhalt
Youtube

Wir ben├Âtigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Youtube-Inhalt anzuzeigen. Sie k├Ânnen diesen (und damit auch alle weiteren Youtube-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit k├Ânnen personenbezogene Daten an Drittplattformen ├╝bermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Was w├╝rden Sie denn einer jungen Band raten?

Wenn mich junge Musiker nach meiner Meinung fragen w├╝rden, dann w├╝rde ich erst mal wissen wollen, was ihr Konzept oder ihre Idee ist. Wenn es deren Vision ist, m├Âglichst viel Erfolg und m├Âglichst viele Geschlechtspartner zu generieren, dann ist das nicht ausreichend f├╝r eine Band. (lacht) Man muss schon Inhalte haben. Auch heutzutage, obwohl der Wert von Musik durch Castingshows oder andere Vermarktungswege deutlich reduziert ist.

Beliebteste Videos
1
Reporterlegende teilt Steffi Graf-Anekdote
Symbolbild f├╝r ein Video

Alle VideosPfeil nach rechts

Wenn die Leute heute vielleicht Musik machen, um m├Âglichst viele Geschlechtspartner kennenzulernen, braucht man Punk und Musik mit Inhalten heute umso mehr?

Ich denke, dass wir heute authentischere Musik brauchen und nichts vom Flie├čband. Aber rein digitale Musik wie Cloudrap oder Trap hat nat├╝rlich seine Berechtigung, weil es auch hier Musiker mit Visionen gibt. Mittlerweile lassen wir unsere Songs auch streamen, damit auch Leute unter 30 die M├Âglichkeit haben, uns zu entdecken. Ich finde es extrem bedenklich, dass irgendwelche Algorhythmen den Leuten in gewisser Weise einen bestimmten Geschmack diktieren. Ich schaffe es doch auch, mir an einem Tag die Kassierer, HO99O9, Valerie June oder BTS anzuh├Âren, und das kriege ich in meinem Herzen alles unter einen Hut. Das kann Spotify mir nicht bieten.

Erfahren Sie morgen im zweiten Teil des gro├čen Die-├ärzte-Interviews von t-online, wie Bela B zu Verschw├Ârungstheoretikern und der AfD steht. Und warum der Dialog mit Faschisten heute noch immer wichtig ist.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Von Sebastian Berning
  • Axel Kr├╝ger
Von Sebastian Berning, Axel Kr├╝ger
Schweiz
Musik

t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website