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25. Todestag von Lady Diana: "Bin sicher, dass es zwei Dianas gab"


Prinz Harry nutzt Schicksal seiner Mutter als Vorwand


Aktualisiert am 31.08.2022Lesedauer: 4 Min.
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Unvergesslich: Kennen Sie noch diese bewegenden Lady Di-Szenen? (Quelle: t-online)

25 Jahre. Ein Vierteljahrhundert. So lange zurück liegt Prinzessin Dianas Todestag. Für die Royal Family ein Wendepunkt, wie es nie wieder einen gab.

Prinzessin Diana ging auf die Leute zu, unterhielt sich mit ihnen, zeigte sich nahbar wie kein Royal zuvor. Doch das reichte der Presse nicht. Sie wollte mehr, verfolgte Diana während ihrer Jahre als Mitglied des britischen Königshauses auf Schritt und Tritt. Letztlich starb sie am 31. August 1997 im Alter von nur 36 Jahren infolge eines Autounfalls in Paris – verfolgt von Paparazzi.

Bis heute hat Dianas Art Einfluss auf das Königshaus. Auch wenn sie sich laut Norbert Loh, der seit mehr als 50 Jahren als Royal-Reporter arbeitet und die Prinzessin auf vielen Reisen begleitete, öffentlich anders verhielt als im Privaten. "Ich bin ganz sicher, dass es zwei Dianas gab", erklärt er t-online: "Eine, die ich kannte, die die Presse kannte, und eine private Diana. Sie konnte das sehr gut unterscheiden."

Ihre besondere Art war aber auch der Öffentlichkeit bekannt. Sie war unvergleichbar. Und, so betont Loh: "Diana ist einmalig, und durch ihren Tod haben die Windsors gelernt, dass sie sich nicht länger hinter so einem Vorhang des Geheimnisvollen verstecken können." Was er damit meint? "Sie müssen wirklich auf die Menschen zugehen und ihnen die Hand reichen, früher haben sie das nie gemacht, da waren sie immer auf Abstand. Jetzt sind sie nicht mehr so unnahbar, so wie Überirdische." Der Experte und Autor macht jedoch auch klar: "Das ist aber auch das Einzige. Alles andere ist geblieben. Das wird auch so bleiben, solange die Queen auf dem Thron ist."


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"Ich habe meinen Kindern Bereiche nahegebracht, die man in dieser Familie früher vermutlich nie zu sehen bekam, wenn man in ihrem Alter war."


Prinzessin Diana


Unnahbar und geheimnisvoll zu sein, das kam für die "Königin der Herzen" nicht infrage: "Diana hat einmal gesagt: 'Ich habe meinen Kindern Bereiche nahegebracht, die man in dieser Familie früher vermutlich nie zu sehen bekam, wenn man in ihrem Alter war. Aber jetzt sind sie in der Lage, über dieses Wissen zu verfügen. Selbst wenn sie es nicht nutzen, die Saat ist gelegt und ich hoffe, dass sie wächst und eines Tages aufgeht'", zitiert der Autor des Buches "The Royal Family: Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten".

"Als würde die Queen im Badeanzug abgelichtet"

Was Diana damit meinte, ist bildlich festgehalten: Es gibt Aufnahmen von ihr und ihren beiden Söhnen William und Harry im Freizeitpark oder bei McDonald's. Auf diese Weise wollte die Royal ihre Kinder auf die Zukunft vorbereiten, sie mit dem "echten Leben" fernab des goldenen Käfigs vertraut machen.

So etwas wäre für andere Mitglieder der Royal Family gar nicht denkbar. "Charles bei McDonalds oder mit Geld in der Hand? Völlig undenkbar", erklärt Loh. Er sieht es so: "Das ist, als würde die Queen im Badeanzug abgelichtet. Das wird es auch nie geben."

Diana ist es wohl gelungen, ihre Söhne auf das, was kommt, vorzubereiten. Sie hat sie sehr geprägt, "vor allem Prinz Harry, sonst würde er nicht so ausscheren, wie er es mit seiner Frau Meghan tut", befindet Loh.

Diana und Charles im Februar 1981, vor ihrer Hochzeit: Hier war Diana noch Lady Diana.
Diana und Charles im Februar 1981, vor ihrer Hochzeit: Hier war Diana noch Lady Diana. (Quelle: IMAGO / United Archives)

Lady Di, Prinzessin Diana oder Lady Diana?

"Hier besteht ein großer Irrtum", erklärt Norbert Loh: "Nach ihrer Hochzeit bis zu ihrer Scheidung war sie Prinzessin Diana oder Prinzessin von Wales. Lady Di oder Lady Diana Spencer ist nichts anderes als ihr Mädchenname. Das ist, als würde man sagen Königin Silvia Sommerlath von Schweden, das geht auch nicht."

"Sie sind mehr als je zuvor auf die Presse angewiesen"

Dass Harry im Jahr 2020, als er und Meghan ihren Rückzug als hochrangige Mitglieder des britischen Königshauses verkündeten, das Schicksal seiner Mutter als Vorwand für die Entscheidung nutzte, nimmt Loh dem Prinzen allerdings nicht ab. Zum einen hinkt der Vergleich, Diana übernahm bis kurz vor ihrem Tod weiterhin Aufgaben als Mitglied der Königsfamilie. Und: "Wenn die Sussexes ihr Privatleben in Amerika haben wollten, würden sie ganz ruhig in einer Villa sitzen und nichts tun. Ständig sind sie mit der Presse zugange, Meghan hat jetzt einen Podcast, und gerade erst wurde wieder ein langes Interview mit ihr veröffentlicht. Sie brauchen die Presse für all ihre Projekte. Sie haben sich nicht losgelöst von der Presse, ganz im Gegenteil. Sie sind heute mehr als je zuvor darauf angewiesen."

Mehr sogar als Prinz William und Herzogin Kate. Denn die Cambridges, so Loh, "sind völlig anders, die fühlen sich wohl, haben sich ihrem Schicksal ergeben. Es ist ja auch nicht das Schlimmste, ein bisschen zu repräsentieren und mit den Kindern in einem kleinen Haus zu wohnen. Noch ist alles auszuhalten, sie haben viel Zeit für sich und ihre Kinder." So unterschiedlich die beiden Prinzen heute auch leben – das Erbe ihrer Mutter weiterzutragen, daran ist ihnen beiden gelegen.

So tragen die Prinzen Dianas Erbe weiter

Doch eines steht für beide fest. Weder William noch Harry haben je bezweifelt, dass die Presse Schuld am Tod ihrer Mutter sei, die Presse, die gegen Diana hetzte und sie auf Schritt und Tritt verfolgte. Unterschiedlicher Meinung sind die beiden Prinzen jedoch, was den Beitrag des Königshauses zu diesem traurigen Schicksal angeht.

Auf Dianas psychische Leiden ging hinter den Palastmauern niemand ein. Dafür machen sich Harry und William gemeinsam mit ihren Frauen für das Thema Mental Health und dessen Enttabuisierung stark. Zudem setzen sich beide für stigmatisierte Gesellschaftsgruppen ein, so wie es auch Diana tat. "Seit ich mit meiner Mutter hierherkam, war Obdachlosigkeit ein Problem, gegen das ich angehen wollte", sagte Prinz William im Rahmen seines 40. Geburtstag in diesem Juni über einen Besuch in einem Obdachlosenheim mit seiner Mutter im Jahr 1993. Und Prinz Harry wandelte in Afrika schon mehrfach auf den Pfaden von Diana.

Verwendete Quellen
  • Gespräch mit Royalexperte Norbert Loh
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
  • eigene Recherchen
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