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Rainer Langhans fand es "schrecklich, jeden Tag Sex haben zu müssen"

Rainer Langhans  

"Ich fand es schrecklich, jeden Tag Sex haben zu müssen"

17.06.2015, 18:35 Uhr | AFP

Rainer Langhans fand es "schrecklich, jeden Tag Sex haben zu müssen". Alt-68er Rainer Langhans konnte täglichem Geschlechtsverkehr offenbar nicht viel abgewinnen. (Quelle: dpa)

Alt-68er Rainer Langhans konnte täglichem Geschlechtsverkehr offenbar nicht viel abgewinnen. (Quelle: dpa)

Rainer Langhans' Harem ist leer, schon lange. Alle "seine" Frauen sind in eigene Wohnungen in München entflohen. Statt freier Liebe predigt Langhans nun einem Mönch gleich Enthaltsamkeit. Und der Sex mit Uschi Obermaier, dem Traum einer ganzen Männergeneration? "Ich fand es schrecklich, jeden Tag Sex haben zu müssen", sagte der am Freitag 75 Jahre alt werdende Langhans gerade der "Süddeutschen Zeitung".

Die Klischees des scheinbar leichten Lebens der Revoluzzer der Studentenbewegung zerplatzen wie Seifenblasen, wenn Langhans Interviews gibt. Doch war alles so, wie er es heute sagt? Schwer zu beurteilen bei dem früheren Zeitsoldaten aus der Gemeinde Oschersleben bei Magdeburg, der als der letzte 68er gilt.

Denn so wie Langhans es vor knapp einem halben Jahrhundert schaffte, mit seinen Genossen der Kommune 1 die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, schafft er es heute, die Aufmerksamkeit ganz alleine auf sich zu ziehen - inklusive Auftritten in Fernsehformaten wie jüngst in der Sat.1-Aussteigershow "Newtopia" oder vor vier Jahren im RTL-"Dschungelcamp". Gastspiele, die auch dazu führten, dass sich viele ehemalige Mitstreiter von Langhans abgewandt haben und ihn als Verräter ihrer Ideen bezeichnen.

Vater war ein "gescheiterter Großbürger"

Eine Idee, die sie damals verfolgten, war, sich von der Generation ihrer Väter zu befreien. Ganz ausgeprägt war dieser Wunsch bei dem am 19. Juni 1940 geborenen Langhans. Der Vater hatte als Flugzeugingenieur Jagdbomber für die Nazis gebaut, ein Schmiss auf seiner rechten Wange erinnerte an seine Studentenzeit.

Den Sohn zog es dagegen in seiner Berliner Studienzeit zum Sozialistischen Deutschen Studentenbund und in die legendär gewordene Kommune 1. Einmal habe sein Vater ihn und seine aus frei zusammenlebenden Frauen, Männern und Kindern bestehende Kommune besucht. Gemeinsam hätten sie sogar einen Joint geraucht, erinnerte sich Langhans im "Focus". Doch sein Vater sei ein "gescheiterter Großbürger" geblieben.

Langhans beteiligte sich in dieser früheren Kommunen-Zeit mit Mitstreitern wie Fritz Teufel auch an linken politischen Aktionen. Am spektakulärsten war das vereitelte Pudding-Attentat: Die Kommunarden wollten den damaligen US-Vizepräsidenten Hubert H. Humphrey aus Protest gegen den Vietnamkrieg mit Pudding bewerfen, doch die Pläne flogen auf.

Verfechter der freien Liebe

Langhans lebte in einem Umfeld, aus dem die Linksterroristen der RAF erwuchsen. Statt selbst in die Gewalttätigkeit abzudriften, wurde Langhans der bekannteste Verfechter der freien Liebe. Er lernte Uschi Obermaier kennen, die beiden wurden schnell das meistfotografierte Paar der damaligen Zeit. Sie zogen nach München, gründeten dort eine eigene Kommune, experimentierten mit Drogen.

Von den Hippie-Träumen blieb aber nicht viel. In seiner Biographie "Ich bin's" schreibt er von den vielen Affären. Zu Dates mit Mick Jagger habe er Obermaier selbst hingefahren. Doch was so locker wirkt, war verkrampft. "Es ist uns beiden nicht leicht gefallen, darüber zu reden."

Mitte der 1970er Jahre scheiterte die Beziehung. Und Langhans begann eine Suche nach sich selbst. Er fand einen indischen Guru, schauspielerte für Rainer Werner Fassbinder, versuchte sich mit zum Teil großer künstlerischer Anerkennung als Regieassistent, verkaufte aber auch Sparverträge.

Angeblich nur 200 Euro Rente

Inzwischen lebt Langhans angeblich von nur 200 Euro Rente aus seiner Bundeswehrzeit und kleinen Zusatzverdiensten aus TV-Auftritten. Der stets in weißer Hose, weißem Hemd, weißer Jacke und weißen Schuhen auftretende Mann mit der nach wie vor beeindruckenden Lockenpracht braucht nach eigenen Worten nicht mehr als sein Zimmer, Bücher und seine technische Ausstattung mit Computer und Smartphone - denn heute sieht er im Internet die Träume der Kommunarden verwirklicht.

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