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Fynn Kliemann: Jan Böhmermann wirft ihm im "ZDF Magazin Royale" Maskenbetrug vor


Böhmermann erhebt schwere Vorwürfe gegen YouTube-Star

Von t-online, mbo

Aktualisiert am 06.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Fynn Kliemann und Jan Böhmermann: Das "ZDF Magazin Royale" hat offenbar einen Maskendeal des Sängers und Unternehmers aufgedeckt.Vergrößern des BildesFynn Kliemann und Jan Böhmermann: Das "ZDF Magazin Royale" hat offenbar einen nicht fairen Maskendeal des Sängers und Unternehmers aufgedeckt. (Quelle: imago images / C. Hardt / Future Image / Collage t-online)
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Das "ZDF Magazin Royale" hat einen möglichen Betrug mit Corona-Masken aufgedeckt. Der Youtuber und Sänger Fynn Kliemann soll Masken aus Billiglohnländern als "fair" und in "Europa produziert" verkauft haben.

Fynn Kliemann hat offenbar seine Fans und Geschäftspartner massiv getäuscht. Wie Jan Böhmermann in der neuesten Ausgabe des "ZDF Magazin Royale" erklärt, habe der YouTuber und Unternehmer seine angeblich fair und nachhaltig in Portugal hergestellten Masken in Bangladesch und Vietnam nähen lassen.

Im Dezember 2020 war Kliemann für sein schnelles, umweltfreundliches und soziales Handeln sogar mit dem Next Economy Award des Deutschen Nachhaltigkeitspreises ausgezeichnet worden.

Wer ist Fynn Kliemann?
Fynn Kliemann ist YouTuber und Influencer. Er wurde zunächst mit seinen Heimwerkervideos bekannt. Auf Instagram folgen ihm über 820.000 Menschen. Kliemann besitzt das sogenannte Kliemannsland, einen ehemaligen Reiterhof in Niedersachsen. Hier ist er tätig und kreativ, hat dort eine Werkstatt und ein Atelier. Seinen Fans gibt er regelmäßig Einblicke. Der 34-Jährige ist auch Webdesigner, Unternehmer und Musiker.

Gemeinsam mit seinem Kumpel Tom Illbruck betreibt Kliemann die Textilfirma Global Tactics, die unter anderem Klamotten für das Label "Oder So" des Musikers produziert. Man stelle nachhaltig und fair in Portugal her, betonte Kliemann noch 2021 in einem Video.

"Fair produzierte, wiederverwendbare Mundbedeckungen aus Europa"

Im März 2020 zu Beginn der Corona-Pandemie hatte Kliemann auf Instagram angekündigt, dass man die Produktion nun auf "fair produzierte, wiederverwendbare Mundbedeckungen aus Europa" umstelle. Global Tactics wurde so innerhalb kurzer Zeit zu einem der größten Maskenproduzenten Europas, hieß es rund eine Woche später. Sie verkauften über Kliemanns Onlineshop und über das große Modeversandhaus About You. Dort auf den Produktseiten zu lesen: "Ursprungsland: Portugal".

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Innerhalb kürzester Zeit belieferten Kliemann und Illbruck zahlreiche Großabnehmer – wie das "ZDF Magazin Royale" jetzt anhand mehrerer Belege in Form von Mails, WhatsApp-Nachrichten, Fotos und Videos darlegt, jedoch nicht mit fairen Masken, sondern mit in Vietnam und Bangladesch produzierten Teilen. Unterdessen betonte Kliemann immer wieder, man solle sich an einer Krise nicht bereichern, die Pandemie sei kein Zeitpunkt zum Geldverdienen.

Näherinnen verdienten die "Hälfte des Existenzminimums"

In der Show, die am Freitagabend im ZDF läuft, aber schon vorab auf YouTube zu sehen ist, heißt es, die Menschen, die in Bangladesch die Masken produzierten, verdienten "etwa 120 Euro im Monat": "Etwa die Hälfte des Existenzminimums in Bangladesch."

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Wissen sollte natürlich niemand von der Produktion in Südostasien. Tom Illbruck habe deshalb diese Nachricht geschrieben: "Bekommen wir die Kisten neutral ohne Bangladesch als Ursprung hin?" Doch 2020 kam es zu Lieferproblemen aus Asien. About You hatte dafür kein Verständnis, wie Tom in einer Mail erklärte: "Die Probleme mit der Lieferung verstehe ich, aber About You kann sie nicht verstehen, da wir als europäischer Produzent auftreten." Dahinter setzte er ein Zwinkersmiley.

2,3 Millionen Masken hätten die beiden in Bangladesch (40 Cent pro Stück) und Vietnam (45 Cent pro Stück) bestellt, die für minimal 93 Cent bei einer Abnahme ab 20.000 Teilen verkauft wurden. So ist ein Gewinn von einer Million Euro möglich, berechnet Böhmermann. Inzwischen sind die Masken nicht mehr im Onlineshop von About You zu finden.

Fehlerhafte Masken an Geflüchtetencamps

Doch damit nicht genug der Vorwürfe. Zu Beginn ist offenbar etwas schiefgelaufen, sodass Kliemann und Illbruck 100.000 Masken kostenfrei vom Hersteller geliefert bekamen. Diese fehlerhaften Produkte wurden von den beiden an Geflüchtetenunterkünfte gespendet. Nach außen hin gaben sie sich als Helden und Wohltäter.

Auf Twitter reagieren zahlreiche Userinnen und User entsetzt auf die Enthüllungen von Böhmermann und seinem Team über Fynn Kliemanns Maskenbetrug und die "Spende" an Geflüchtetencamps. "Das ist so menschenverachtend", schreibt die Schriftstellerin und Biologin Jasmin Schreiber dort. Die Autorin Katja Diehl twittert: "Das ist Menschenverachtung auf so vielen Ebenen. Gegenüber den ausgebeuteten Menschen, denen, die an seine Ideen glaubten, Kliemannsland als Utopie naiv (?) mit Herz gestaltet haben."

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Auch zu lesen: "Bezeichnend, dass Fynn Kliemann geflüchtete Menschen gerade so viel wert sind, dass sie seinen Müll bekommen." Eine andere Person twittert schlicht: "komplett ehrenlos".

Kliemann hat sich bereits am 1. Mai in einer halbstündigen Stellungnahme zu der Anfrage, die er von der "ZDF Magazin Royale"-Redaktion erhalten hat, auf Instagram geäußert. Er hat den Fragenkatalog der Journalistinnen und Journalisten geteilt und geht auf die gestellten Fragen in einem Video ein. Er betont dabei, dass er eher für transparente Gespräche sei, letztlich schiebt er die Verantwortung von sich, gerät teilweise ins Stocken und verschweigt laut "ZDF Magazin Royale" auch Dinge.

Verwendete Quellen
  • LMAAFK.de: "Fynn Kliemanns Maskenbetrug"
  • Deutscher Nachhaltigkeitspreis: "Next Economy Award: Preise für 'Deutschlands nachhaltigste Startups' und Fynn Kliemann"
  • About You Online Shop
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