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Die ARD-"Sportschau" feiert 50. Geburtstag

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Die "Sportschau" wird ein halbes Jahrhundert

27.05.2011, 17:04 Uhr | afp/sid/CK, sid, AFP

Die ARD-"Sportschau" feiert 50. Geburtstag. Die ARD-"Sportschau" feiert 50. Geburtstag. (Foto: WDR)

Die ARD-"Sportschau" feiert 50. Geburtstag. (Foto: WDR)

"Was machen Sie samstags um 18 Uhr?" Auf diese Frage gibt es für Millionen von Deutschen nur eine Antwort, nämlich: "'Sportschau' gucken!" Die ARD-Sportsendung ist aus dem deutschen TV nicht wegzudenken - und das seit einem halben Jahrhundert. Am 4. Juni 1961 flimmerte die erste "Sportschau" - damals noch in schwarz-weiß - über den Bildschirm. Nun, 50 Jahre später, feiert die ARD das Jubiläum mit einer großen Geburtstagsshow. Am 28. Mai um 18 Uhr präsentieren die ehemaligen Moderatoren Anne Will und Ernst Huberty die Geburtstagssause mit Sportstars wie Franz Beckenbauer, Lukas Podolski oder Maria Riesch und den Highlights aus fünf Jahrzehnten "Sportschau".

Dabei war am Anfang nicht abzusehen, dass die "Sportschau" ein solcher Renner werden würde. Denn zunächst fand man nicht einmal einen Sendeplatz: "Niemand wollte sie haben", erinnert sich "Sportschau"-Urgestein Ernst Huberty, Mann der ersten Stunde. "Wir wurden hin und her geschoben. Gelandet sind wir dann in den Regionalprogrammen."

Ein Anfang ohne Fußball

Und auch Fußball gab es in der "Sportschau" zunächst nicht zu sehen. Stattdessen zählten Frauen-Handball, Radrennen und Rudern zu den Sportarten, die bei der Premiere am 4. Juni 1961 über den schwarz-weißen Bildschirm flimmerten. Auch ein paar Schnipsel aus Randsportarten wie Faustball und Rhönradturnen wurden gezeigt. Erst in der achten Sendung hatte dann auch der Fußball Premiere, mit Altona 93 gegen Tasmania Berlin als erstem Spiel. Die Bundesliga gab es zum "Sportschau"-Start noch nicht - Fußball wurde in Deutschland damals noch in regionalen Oberligen gespielt.

Angst, dass die Leute nicht ins Stadion gehen

Doch mit dem Bundesliga-Start 1963 war freilich auch der spätere Erfolgsweg der "Sportschau" vorgezeichnet. Schnell eroberte die ARD-Sendung aus Köln einen festen Platz in der deutschen Fernsehlandschaft. Auch wenn es zunächst nur Zusammenschnitte von jeweils zwei Begegnungen gab, weil der DFB Befürchtungen hatte, die Leute würden nicht mehr ins Stadion kommen, wenn im Fernsehen zu viel Fußball zu sehen ist.

Bis zu 15 Millionen Zuschauer

Spätestens seit den 70er Jahren gehörte die "Sportschau" in vielen Familien sogar zum Samstags-Ritual. Nach dem Autowaschen und den nachmittäglichen Radioübertragungen der Bundesliga-Spiele saß die versammelte Fußball-Gemeinde am frühen Abend vor dem Bildschirm und freute sich auf bewegte Bilder des Spieltags. Es sei denn, dass die Mehrheit der Familie die US-Tierserie "Daktari" sehen wollte, die zeitgleich im ZDF ausgestrahlt wurde. Die tierische Konkurrenz konnte der Sportsendung aber letztlich nichts anhaben - in der Gunst der vielen Fußballfans ließ der tiefgescheitelte "Sportschau"-Moderator Ernst Huberty den schielenden "Daktari"-Löwen Clarence weit hinter sich. Zeitweise schalteten bis zu 15 Millionen Zuschauer ein.

"Ernst Huberty war Sportschau"

Ernst Huberty, der am Samstag die Jubiläumsshow mit Anne Will präsentiert, zählte mit seinem Moderatoren-Kollegen Dieter Adler und Addi Furler zu den "Sportschau"-Männern der ersten Stunde. Mehr als zwanzig Jahre lang war der heutige 84-Jährige das Gesicht der Sendung. "Ernst Huberty war die erste Ikone des Sportfernsehens," stellt Moderator Reinhold Beckmann fest, "er war Sportschau." Doch auch eine ganze Reihe anderer "Sportschau"-Moderatoren ist unvergessen, ob Hans-Joachim Rauschenbach, Gerd Rubenbauer oder Heribert Faßbender. Auch Reinhold Beckmann und Anne Will zählten zu den "Sportschau"-Gesichtern, bevor sie Karriere als TV-Talker machten.

Opdenhövel ist der neueste Mann bei der "Sportschau"

"Sportschau"-Moderatorin Monica Lierhaus hingegen erlangte tragische Berühmtheit, nachdem sie 2009 nach einer Hirn-OP vier Monate im künstlichen Koma lag und noch heute so sehr mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat, dass eine Rückkehr fast ausgeschlossen scheint. Der neueste Mann in der Riege der "Sportschau"-Moderatoren ist Matthias Opdenhövel, der ab Juli das Team verstärken wird. Bislang präsentierte Opdenhövel "Schlag den Raab" auf ProSieben, doch als die ARD anklopfte, zögerte er nicht lange. Das Erste sei schließlich wie die Champions League, sagte er der "Süddeutschen Zeitung" - und die "Sportschau"-Moderation sein Jugendtraum gewesen. Kein Wunder: Denn die "Sportschau" ist eben echter TV-Kult - auch noch nach einem halben Jahrhundert.

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