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"Tatort" heute: "Die Wahrheit" bietet erhöhte Depri-Dosis am Sonntag

"Tatort: Die Wahrheit"  

Achtung, erhöhte Depri-Dosis am Sonntagabend

23.10.2016, 14:55 Uhr | Jessica Hornig, t-online.de

Tatort: Wahrheit - Ein brutaler Mord auf offener Strasse. (Screenshot: Bit Projects)
Ein brutaler Mord auf offener Strasse

Tatort: Wahrheit Ein brutaler Mord auf offener Strasse.Ein Opfer, dass nur Helfen wollte. Damit haben die Münchener Kommissare Batic und Leitmayr zu kämpfen. Zu kämpfen haben die langjährigen Polizisten aber auch mit ihrer Arbeit. Ermittlungsfrust, Überforderung und Perspektivlosigkeit. Vor allem Batic geht es schlecht. Und das scheint bei so einigen Tatorten in der letzten Zeit das Rezept zu sein. Ein Mord und verbrauchte Kommissare. Der Tatort: „Wahrheit kann auf die Stimmung drücken“ . Trotzdem, die Schauspieler überzeugen. Vor allem die Darsteller der beiden abgearbeiteten Kommissare legen eine Glanzleistung hin. Der aktuelle Tatort ist schon beinahe mehr Drama als Krimi. Der Fall geht an die Nieren. Die Einblicke in den Berufsalltag der Fernsehkommissare sind düster und werden mit eben solchen Bildern eingefangen. Wer diese Stimmung am Sonntag Abend mag, der sollte sich diesen ansonsten durchaus bemerkenswerten Film unbedingt ansehen.

Ein brutaler Mord auf offener Strasse


Ein brutaler und völlig überflüssiger Mord ohne Motiv. Ermittlungsfrust. Überforderung. Perspektivlosigkeit. Wenn Sie das Wochenende nicht deprimiert ausklingen lassen wollen, sollten Sie um den neuen Münchener "Tatort: Die Wahrheit" einen großen Bogen machen. Allerdings verpassen Sie dann auch einen bemerkenswerten Film.

Darum geht es im "Tatort: Die Wahrheit"

Ein Mord auf offener Straße beschäftigt die Ermittler Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl): Ben Schröder (Markus Brandl) will einem Mann helfen, der scheinbar hilflos auf dem Bürgersteig liegt. Doch als Schröder ihn auf die Beine zieht, rammt ihm der Mann mehrfach ein Messer in Bauch und Brust und flieht, bevor die Passanten verstanden haben, was passiert ist. Schröder stirbt im Krankenhaus. Er hinterlässt seine Frau Ayumi und den gemeinsamen sechsjährigen Sohn Taro, die verzweifelt versuchen zu verstehen, was passiert ist - und vor allem warum.

Damit kämpfen Batic und Leitmayr

Es gibt keine Beziehung zwischen Täter und Opfer. Der erste und einzige Verdächtige, der vom Tatort weggerannt ist, erweist sich als unschuldig. Die Zeugenaussagen sind völlig unzuverlässig und laufen ins Leere. Ein Massen-Gentest führt zu nichts. Wie klärt man einen Mord auf, wenn man keinen einzigen Ansatzpunkt hat? Wenn nichts zusammenpasst?

Welcher Darsteller sticht heraus?

Abgesehen von Wachtveitl und Nemec, die als gehetzte, frustrierte Kommissare eine Glanzleistung ablegen, sticht vor allem Luka Omoto als Ayumi Schröder hervor. Ihre Darstellung der Witwe, die nicht begreifen kann, warum eine Geste der Menschlichkeit ihren Mann das Leben kostete, ist eindrucksvoll.

Auch Lisa Wagner als Fallanalytikerin Christine Lerch bekommt diesmal ein paar Szenen mehr - und nutzt diesen Raum perfekt für sich aus. Dafür muss Ferdinand Hofer als Kalli Hammermann etwas zurückstecken. Seine humorig angelegte Rolle passt allerdings auch ganz und gar nicht zu diesem Fall.

Warum sollte man einschalten?

Dieser "Tatort" ist kein 08/15-Krimi, ganz im Gegenteil. Statt gediegener TV-Mördersuche, die von Indiz A über den Verdächtigen B zu Mörder C führt, steht hier eine hohe Dosis Realität auf dem Programm. Und die ist deprimierend.

Diese Tristesse fängt der "Tatort", der mehr Drama als Krimi ist, mit düsteren, trostlosen Bildern ein. Es ist ein Fall, der an die Nieren geht, wenn man sich auf ihn einlässt. Und der mit den üblichen "Tatort"-Inszenierungen bricht - was ihn gerade so besonders macht.

"Tatort: Die Wahrheit": Sonntag, 23. Oktober 2016, 20:15 Uhr, ARD

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