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Warum sein letzter Auftritt viele enttÀuschen wird

  • Steven Sowa
Von Steven Sowa

Aktualisiert am 14.04.2022Lesedauer: 3 Min.
Mirco Nontschew: Der Comedian verstarb wenige Wochen nach den Dreharbeiten zur Comedyserie "LOL: Last One Laughing".
Mirco Nontschew: Der Comedian verstarb wenige Wochen nach den Dreharbeiten zur Comedyserie "LOL: Last One Laughing". (Quelle: Amazon Prime Video)
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Er starb völlig ĂŒberraschend und ist jetzt in einer Comedyshow zu sehen: Mirco Nontschew. Sein letzter Auftritt findet in "LOL: Last One Laughing" statt, gut vier Monate nach seinem Tod. Ob das gut geht?

"Gibt es einen toten Winkel", fragt er Moderator Michael Bully Herbig nach den Kamerainstallationen im Raum und unweigerlich zuckt man zusammen. Mirco Nontschew, im Dezember 2021 ĂŒberraschend gestorben, ist ab diesem Donnerstag in der dritten Staffel "LOL: Last One Laughing" zu sehen. Nur sechs Wochen nach den Dreharbeiten zur Comedyserie fand man Nontschew leblos in seiner Wohnung in Berlin. Er wurde 52 Jahre alt.


Trauer um Mirco Nontschew: sein Leben in Bildern

Die Comedywelt trauert um einen ganz großen Komiker: Mirco Nontschew ist tot.
Seine Karriere startete der Berliner in der Show "RTL Samstag Nacht".
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Jetzt also sein letzter Auftritt. Wieder eine Gelegenheit, um mit seiner Paradedisziplin in Erinnerung zu bleiben: der spontanen, an IntensitĂ€t nicht zu ĂŒberbietenden Situationskomik. Seine Grimassen, GerĂ€usche und Gesten treiben die Konkurrenten auch in den neuen Folgen der Amazon-Prime-Produktion schier in den Wahnsinn, denn: Sie dĂŒrfen alle nicht lachen. Von Anke Engelke ĂŒber Olaf Schubert bis Carolin Kebekus, Axel Stein und den fĂŒnf anderen prominenten Comedians: Bei allen ist schnell zu spĂŒren, wie sehr jeder von ihnen Nontschew als eine Art Endgegner betrachtet.

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"Das, was Nontschew macht, triggert mich bis ins Mark", sagt Christoph Maria Herbst zum Beispiel, nachdem Nontschew mit seinen GerĂ€uschimitationen so tut, als wĂŒrden seine Gummisohlen auf dem Flur quietschen, wĂ€hrend er mit einem Basketball dribbelt. Das Geniale an dieser einzigartigen FĂ€higkeit ist die Gabe Nontschews, Imitationen derart akkurat umzusetzen, dass bei Kontrahenten in der Show als auch bei den Zuschauern vor dem Fernseher Bilder im Kopf entstehen. Bilder, die universell bekannt sind und urkomisch zugleich.

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Es ist also ein großer Gewinn fĂŒr das Comedyformat, dass Mirco Nontschew es ein weiteres Mal beehrt. Schon in der ersten Staffel spulte er an der Seite von Stars wie Max Giermann, Barbara Schöneberger oder Rick Kavanian sein vielfĂ€ltiges Programm ab, verausgabte sich auf der BĂŒhne und in kleinen, aber feinen Situationen zwischen den anderen Kandidaten. Doch hatte Nontschew in der Auftaktstaffel des Formats noch ganze vier Folgen durchgehalten – Achtung: Spoiler –, gelingt ihm das bei seinem zweiten Versuch nicht mehr.

Hier stirbt der letzte Funken Hoffnung

"Ich habe es nicht mal gemerkt", gibt Nontschew kleinlaut zu, nachdem er tatsĂ€chlich als erster der zehn Comedians ein Leben verliert. Und wĂ€hrend man diesen Satz schreibt, merkt man: Autsch. Die drei Leben des Mirko Nontschew könnte man angesichts dieser außergewöhnlichen Konstellation meinen. Das eine ging vergangenes Jahr von uns, um zwei kann er nun in "LOL" spielen. Doch jedes Mal wenn Bully als Gastgeber und SpielfĂŒhrer den Buzzer drĂŒckt und Nontschew damit dem Ende der Show nĂ€herkommt, stirbt gewissermaßen auch in uns Zuschauern der letzte Funken Hoffnung, doch noch lĂ€nger etwas von diesem AusnahmekĂŒnstler zu haben.

Dabei nimmt er sich so viel vor. "Aber ist schon geil, was er macht. Geiler Typ", sagt er zu sich selbst, als er eine PerĂŒcke aufsetzt und als erster KĂŒnstler auf die BĂŒhne tritt, um seine Gegner mit seiner GenialitĂ€t in BedrĂ€ngnis zu bringen. Es will ihm nicht gelingen, doch er gibt nicht auf. Fast abgehetzt wirkt er, wie er direkt nach seinem ersten Auftritt erneut den Gong ertönen lĂ€sst und eine zweite Performance abliefert. Seine Mitspieler fragen ihn, was ihn denn antreibt, warum er schon wieder in die Vollen geht.

"LOL: Last One Laughing": Ab dem 14. April ist die Comedyserie bei Amazon Prime Video zu sehen.
"LOL: Last One Laughing": Ab dem 14. April ist die Comedyserie bei Amazon Prime Video zu sehen. (Quelle: /imago-images-bilder)

Seine knappe Antwort: "Ich habe keine Zeit." Und es ist wieder so ein Satz, der nachhallt – und im Lichte der Ereignisse, die sich nach den Dreharbeiten zugetragen haben, wie der Teil eines bizarren Schauspiels anmutet. Als Zuschauer kommt man nicht umhin, immer wieder an den Tod Nontschews erinnert zu werden, schmerzhaft erinnert zu werden.

Achtung: Nun folgt der entscheidende Spoiler

Nach nur zwei Episoden der Improserie ist es schon vorĂŒber. Ein seltsames GefĂŒhl steigt in einem auf. Plötzlich weiß man nicht mehr, ob man lachen oder weinen soll.

"Ich habe mich zu wenig konzentriert", gibt Mirco Nontschew zu. Bully hat ihn beim Lachen erwischt, weil ein Gag auf Kosten von Christoph Maria Herbst ihn aus der Fassung brachte. Es ist ein großer Verlust fĂŒr die Sendung – und noch ein grĂ¶ĂŸerer fĂŒr uns alle. Fast ist man geneigt, nach diesen zwei Folgen gar nicht mehr wissen zu wollen, wer am Ende von "LOL: Last One Laughing" triumphiert. "Ich hatte noch so gute Sachen", sagt Nontschew am Ende, als er die BĂŒhne verlĂ€sst, auf der er nur so kurz hat glĂ€nzen können. Wie gerne hĂ€tten wir sie noch gesehen und am besten noch so viel mehr.

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