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TV-Tipp: Monsieur Pierre geht online

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Monsieur Pierre geht online

30.07.2019, 00:02 Uhr | dpa

TV-Tipp: Monsieur Pierre geht online. Pierre (Pierre Richard) lebt seit dem Tod seiner Frau zurückgezogen.

Pierre (Pierre Richard) lebt seit dem Tod seiner Frau zurückgezogen. Foto: ARD Degeto/Neue Visionen Film/. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Die Agentenklamotte "Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh" machte Pierre Richard in den 70er Jahren international bekannt. Solche Blödeleien hat der Franzose lange hinter sich. Als Mann um die 80 ist er heute auf Charakterrollen abonniert, so wie der romantischen Komödie "Monsieur Pierre geht online", die das Erste an diesem Dienstag um 22.45 Uhr zeigt.

Pierre ist ein einfühlsamer Mann. Doch weil der Franzose schüchtern ist und kaum das Haus verlässt, sucht er im Internet nach einer neuen Bekanntschaft. Dort, beim Onlinedating, lernt er die hübsche und junge Flora kennen, die auf Anhieb von seinen gefühlvollen Texten begeistert ist. Was nach einem typischen Beziehungsanfang im Internet-Zeitalter klingt, hält allerdings Tücken bereit. Denn was Flora nicht weiß: Pierre ist ein 79 Jahre alter Mann - und nicht der 30-jährige, brünette Schönling auf seinem Profilbild. Damit nimmt das Chaos seinen Lauf. 2017 sahen in Deutschland fast 300 000 Zuschauer den Film im Kino.

Für "Monsieur Pierre geht online" arbeitete der französische Regisseur Stéphane Robelin nach "Und wenn wir alle zusammenziehen?" erneut mit Pierre Richard zusammen. Die Schauspiellegende ("Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh") ist mittlerweile 82 Jahre alt - es ist aber vor allem Richards Darstellung zu verdanken, dass diese Komödie zu einem charmanten Verwechslungsspiel wird.

Pierre ist ein kauziger Witwer, der seine verstaubte Pariser Wohnung nicht mehr verlässt. Strähnige Haare, weißer Vollbart, Wollpulli. Tagsüber schaut er sich Dia-Aufnahmen seiner verstorbenen Frau an, isst Dosenravioli und nippt an einem Whiskyglas. Seine Tochter Sylvie (Stéphane Bissot) kann das nicht mitansehen und verordnet ihm einen PC-Crashkurs. Alex (Yaniss Lespert), der neue Freund ihrer Tochter, soll Pierre mit Nachhilfe in Sachen Computer ein bisschen Ablenkung in den Alltag bringen.

Alex ist ein träger, arbeitsloser Schriftsteller, der immer Geld gebrauchen kann. Widerwillig erklärt er sich deshalb bereit, dem Alten PC-Unterricht zu geben. Doch bei einer Einführung in Maus und Word bleibt es nicht. Denn Pierre meldet sich heimlich bei einem Datingportal an. Auch ältere Menschen haben schließlich ein Bedürfnis nach Liebe und Leidenschaft.

Liebe und Sex im Alter - bei Robelin hat das oft ulkige Züge. Etwa, wenn Pierre versucht, ein analoges Foto in seinen Laptop zu schieben, um sein Dating-Profil zu befüllen. Eine Szene, in der der Film wie auch an anderen Stellen ins Klischeehafte abdriftet. Es ist daher besonders den herausragenden Schauspielern zu verdanken, dass das nicht allzu sehr stört. Denn wo die Geschichte übertrieben ist, üben sich die Darsteller in wohltuender Zurückhaltung.

Es bleibt spannend: Nachdem Pierre realisiert hat, dass er Flora (Fanny Valette) online etwas zu viel vorgelogen hat, überredet er Alex mit Geld, für ihn einzuspringen. Er soll beim ersten Date "Pierrot98", das Online-Alias des Rentners, spielen. Nach wie vor mittellos, willigt Alex in die Maskerade ein.

Auch er kann dem Charme Floras dann nicht lange widerstehen. Die beiden ungleichen Herren werden zu Rivalen um die Gunst der jungen Frau. Pierre allerdings weiß nicht, dass Alex gleichzeitig eine Beziehung zu seiner Enkelin Juliette hat. Und die wiederum weiß nicht, dass Alex ihrem Opa hilft, auf Frauenjagd zu gehen - und vor allem nicht, wie weit ihr Freund bereit ist, dafür zu gehen.

Robelin spannt in "Monsieur Pierre geht online" ein Netz aus Verwicklungen und Geheimnissen. Dass das nicht gut ausgehen kann, ist früh klar. Wie die Figuren allerdings versuchen, aus diesem Chaos halbwegs glimpflich herauszukommen, hat einiges an Unterhaltungswert.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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