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Auto: Benziner, Diesel oder Elektroauto – Welcher Motor ist der richtige?

Motoren im Vergleich  

E-Motor, Benziner, Diesel: Welcher Antrieb ist der richtige?

17.10.2019, 07:03 Uhr
Auto: Benziner, Diesel oder Elektroauto – Welcher Motor ist der richtige?. Große Auswahl beim Autokauf: Die klassischen Verbrennungsmotoren haben nach wie vor ihre Stärken. Neben Benziner und Diesel werden aber auch alternative Antriebe immer interessanter.  (Quelle: imago images/regios24)

Große Auswahl beim Autokauf: Die klassischen Verbrennungsmotoren haben nach wie vor ihre Stärken. Neben Benziner und Diesel werden aber auch alternative Antriebe immer interessanter. (Quelle: regios24/imago images)

Reichweite, Kosten, Fahrverbote und Öko-Bilanz: Jeder Antrieb hat seine Stärken und Schwächen. Und jeder passt deshalb zu einem bestimmten Fahrer-Typen. Welcher Motor ist für Sie die beste Wahl? Die Stärken und Schwächen im Überblick.

Glaubt man den Autoherstellern, dann gehört die Zukunft dem Elektroauto. Das betonen sie besonders auf der Automesse IAA, wo sie derzeit viele neue Modelle mit Stromantrieb in Szene setzen.

Skeptiker verweisen hingegen darauf, dass die Infrastruktur immer noch große Lücken aufweist. Und dass moderne Verbrenner nicht unbedingt schmutziger sind – dafür aber deutlich günstiger. Das macht die Kaufentscheidung nicht einfacher. Deshalb finden Sie hier alle Vor- und Nachteile in der Übersicht.

Das Elektroauto

Lange wurde sein Durchbruch angekündigt – und lange fehlten die dafür nötigen Modelle. Gerade die deutschen Hersteller ließen den vielen Worten eher wenige Taten folgen. Anfang 2020 kommt nun aber der VW ID.3 auf den Markt. Er soll nichts weniger als der Käfer, der Golf der Zukunft werden und die Autokäufer von den Vorzügen des E-Antriebs überzeugen.

Der neue VW ID.3: Er wurde bei der IAA 2019 enthüllt und kommt 2020 auf den Markt. (Quelle: dpa/Silas Stein)Der neue VW ID.3: Er wurde bei der IAA 2019 enthüllt und kommt 2020 auf den Markt. (Quelle: Silas Stein/dpa)

Vorteile

Feinstaub, Stickoxide und CO2 sind für Fahrer eines E-Autos keine Themen. Sie haben keine Fahrverbote zu fürchten, können stattdessen Vorteile wie das Fahren auf der Busspur nutzen. Und sie zahlen zehn Jahre lang keine Kfz-Steuer (bei Zulassung zwischen dem 18. Mai 2011 und dem 31. Dezember 2020). Auch die Betriebskosten sind geringer als bei Autos mit Verbrennungsmotor.

Dienstwagen mit E-Motor, die man auch privat nutzt, versteuern Sie außerdem nur mit 0,5 Prozent statt mit einem Prozent des Listenpreises als geldwerten Vorteil.

Nachteile

Trotz der Kaufprämie von 4.000 Euro sind Elektroautos teurer als Verbrenner, auch die derzeit noch eingeschränkte Reichweite ruft Skepsis hervor. Das Netz an Ladesäulen hingegen wächst beständig. Im April 2019 standen bereits rund 8.600 Ladepunkte in ganz Deutschland bereit.

Modellangebot

Das noch übersichtliche Angebot wird in nächster Zeit wachsen. Derzeit sind Smart Fortwo EQ, Renault Zoe, VW e-Golf, BMW i3 und Nissan Leaf beliebte Modelle.

Kosten

Im Vergleich zu einem ähnlichen Auto mit Verbrenner muss man häufig etwa 10.000 Euro mehr ausgeben. Der Grund sind die teuren Batterien. Das lässt sich mit der Förderung etwas abdämpfen. Einen Kostenvorteil haben Fahrer, die beispielsweise beim Arbeitgeber günstig Strom auftanken können.

Tipp

Pendler, die kurze und mittlere Strecken fahren, profitieren von günstigen Betriebskosten und weiteren Vorteilen. Praktisch ist eine Ladestation etwa in der heimischen Garage.

Der Benziner

Benzinmotoren werden immer effizienter, dadurch schmilzt der Verbrauchsvorteil des Diesels dahin. Wer nicht sehr viele Kilometer pro Jahr abspult, dürfte deshalb mit einem Benziner günstiger unterwegs sein, da er noch weitere Kostenvorteile bietet. Außerdem ist er – anders als der Diesel – skandalfrei. Wer später seinen Benziner verkaufen möchte, muss deshalb einen geringeren Wertverlust hinnehmen.

Benziner beim Betanken: Zwei von drei Autos auf deutschen Straßen (65,9 Prozent) werden mit Benzin betrieben. (Quelle: imago images/Westend61)Benziner beim Betanken: Zwei von drei Autos auf deutschen Straßen (65,9 Prozent) werden mit Benzin betrieben. (Quelle: Westend61/imago images)

Vorteile

Benziner kosten weniger als Dieselautos, auch ihre Kfz-Steuer und die Versicherungskosten sind niedriger. Außerdem erzeugen Benziner weniger Stickoxide bei der Verbrennung als Diesel.

Nachteile

Der Spritverbrauch ist höher und Benzin kostet mehr als Diesel – teils liegt der Aufpreis bei 20 Cent je Liter.

Modellangebot

Sehr groß. Als saubere und sparsame Modelle empfiehlt der Auto Club Europa (ACE) unter anderem:

Citroen C3 Pure Tech
Toyota Yaris 1,0
VW Golf 1,5 TSI ACT BlueMotion

Kosten

Die Fixkosten (Kaufpreis, Steuer, Versicherung) sind günstiger als beim Diesel. Verbrauch und Spritpreis liegen jedoch höher. Wer verhältnismäßig wenig im Auto unterwegs ist, dürfte mit einem Benziner günstiger fahren als mit einem Dieselmotor.

Tipp

Ein Benziner mit Direkteinspritzung sollte unbedingt einen Rußpartikelfilter haben. Wer einen Neuwagen kauft, muss sich darüber keine Gedanken machen – hier ist der Filter auf jeden Fall an Bord. Für Gebrauchtkäufer sind nur Modelle empfehlenswert, die mindestens die Abgasnorm Euro 6c erfüllen. Ohne den Filter könnte ein Benziner aus Umweltzonen ausgesperrt werden.

Der Diesel

Dieselmotor: Der Selbstzünder ist durch den Dieselskandal (unter anderem Volkswagen) stark in Verruf geraten. Er hat dennoch seine Vorzüge. (Quelle: imago images/Sebastian Geisler)Dieselmotor: Der Selbstzünder ist durch den Dieselskandal (unter anderem Volkswagen) stark in Verruf geraten. Er hat dennoch seine Vorzüge. (Quelle: Sebastian Geisler/imago images)

Der Selbstzünder (Diesel entflammt sich von allein, nachdem er unter hohem Druck in den Zylinder eingespritzt wird) erscheint nach dem Dieselskandal in schlechtem Licht. Dabei ist der Motor meist effizienter als gleichstarke Benziner, der Verbrauch geringer. Allerdings stößt er mehr Luftschadstoffe wie Stickoxide (NOx) aus. Mit modernen Katalysatoren kann man dieses Problem jedoch eindämmen. Dann haben Dieselfahrer auch keine Fahrverbotszonen zu fürchten.

Vorteile

Dieselkäufer schätzen den geringeren Verbrauch, der sich insbesondere für Vielfahrer auszahlt. Auch der Sprit selbst ist günstiger als Benzin. In der Regel haben Dieselautos selbst bei niedrigen Drehzahlen ein hohes Drehmoment. Das ist ein großer Vorteil, wenn man einen Wohnwagen oder einen anderen Anhänger zieht. Was es mit dem Drehmoment auf sich hat, erfahren Sie hier genauer.

Nachteile

Im Zuge der Dieselkrise warnen Experten davor, dass sich insbesondere ältere Dieselautos nur schwierig wieder verkaufen lassen – und dann mit hohem Wertverlust.

Modellangebot

Auch Dieselmotoren finden Sie in jedem wichtigen Segment. Allerdings: Toyota beispielsweise bietet keine Selbstzünder mehr an (mit wenigen Ausnahmen, etwa Pick-ups). Auch Porsche hat sich vom Diesel verabschiedet.

Kosten

Ein Diesel ist zunächst teurer als ein Benziner. Vielfahrer können dank des geringeren Verbrauchs und des günstigeren Literpreises dennoch sparen.
 

 
Tipp

Achten Sie als Käufer darauf, dass der Neuwagen die Abgasorm 6d-TEMP erfüllt. Denn selbst viele Diesel der aktuellen Euro-6-Norm stoßen im Alltagsbetrieb ein Vielfaches der erlaubten Schadstoffmengen aus, warnt der Verkehrsclub Deutschland (VCD). Nur mit 6d-TEMP seien Diesel-Käufer sicher vor Fahrverboten und hielten die geltenden Grenzwerte für Stickoxide ein.

Pro und Kontra auf einen Blick

ElektroautoBenzinerDiesel

Vorteile

  • Privilegien wie Nutzung der Busspur
  • 10 Jahre keine Kfz-Steuer
  • Geringere Betriebskosten
  • Kaufpreis, Steuer und Versicherung günstiger als beim Diesel
  • Weniger Stickoxide als beim Diesel
  • Sehr effizient, geringer Verbrauch
  • Günstigerer Sprit
  • Hohes Drehmoment, deshalb als Zugmaschine geeignet

Nachteile

  • Preis noch recht hoch
  • Eingeschränkte Reichweite
  • Ausbaufähige Infrastruktur
  • Höherer Spritverbrauch
  • Benzin teuer als Diesel
  • Drohender Wertverlust wegen Dieselkrise
  • Teils Fahrverbote für ältere Modelle

Angebot

  • Übersichtlich, aber wächst 2020 deutlich
  • Sehr groß
  • Sehr groß, aber einige Hersteller bauen keine Diesel mehr

Kosten

  • Recht hohe Anschaffungskosten, aber Tanken billiger als beim Verbrenner
  • Moderater Kaufpreis
  • Unterhalt für Wenigfahrer geringer als beim Diesel
  • Anschaffung teurer als beim Benziner, aber Verbrauch geringer und Sprit günstiger – kann sich für Vielfahrer lohnen

Verwendete Quellen:
  • Autoclub ACE
  • Kraftfahrt-Bundesamt
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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